Sponsoring ist für Straßenkarneval im Tecklenburger Land wichtig
Der närrische Umzug ist auch ein Werbeträger

Tecklenburger Land -

Ohne Werbung und Sponsoren läuft im Karneval nicht viel. Das ist auch in den Karnevalszügen im Tecklenburger Land nicht zu übersehen. Werbebanner und -schilder fehlen an kaum einem Wagen, die in den närrischen Umzügen mitfahren.

Donnerstag, 25.01.2018, 16:01 Uhr

Für einen schönen Karnevalswagen  braucht es nicht nur Ideen und Fleiß, sondern auch Geld. Viele Wagenbauer greifen dafür selbst tief in die Tasche. Unterstützung von Sponsoren ist natürlich hilfreich.
Für einen schönen Karnevalswagen  braucht es nicht nur Ideen und Fleiß, sondern auch Geld. Viele Wagenbauer greifen dafür selbst tief in die Tasche. Unterstützung von Sponsoren ist natürlich hilfreich. Foto: Stephan Beermann

„Wir machen Karneval aus Jux und Dollerei“, sagt Dieter Bockstette vom Bürgerausschuss Ibbenbürener Karneval e.V.. „Aber wir haben viele Auflagen und Erfordernisse, die kosten viel Geld.“ Genehmigung, Stadtreinigung, Straßensperren, THW und, und, und. Das alles kostet Geld.

Rund 15 000 Euro groß ist der Etat der Ibbenbürener Veranstalter. Straßenkarneval steht und fällt also auch in Ibbenbüren wesentlich mit Sponsoren, die neben den Einnahmen aus Getränkeverkauf wichtigste Säule der Finanzierung sind. „Karneval ist immer draußen, immer umsonst.“ Aber: „Es wird wahrscheinlich wieder reichen“, ist Dieter Bockstette optimistisch, dass am Ende „plus minus Null“ gelingt.

Die Kosten der verschiedenen Wagenbauer für ihren Beitrag zum Umzug sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten. Sie brauchen ihre eigenen Sponsoren. Meist sind es Freundeskreise und Nachbarschaften, die sich die Gestaltung ihres Wagens in der Regel auch selbst Einiges kosten lassen.

Um die Akquise von Sponsoren zur Finanzierung des Zuges kümmert sich in Ibbenbüren wesentlich Dieter Bockstette. „Ich kenne viele Leute“, deshalb sei er für 70 Prozent der Sponsoren zuständig. „Idealismus“ sei für die meisten das Motiv, den Straßenkarneval in der Stadt finanziell zu unterstützen. Ganz leicht sei das Einwerben von Sponsoren aber nicht immer. Aber: „Wir haben Bock auf Karneval“, beschreibt er die Motivation der „drei, vier Leute aus dem Vorstand“, auf deren Schultern die Hauptarbeit rund um den närrischen Umzug lastet. Bockstette hat Grund zur Freude, denn es sei „gut gelungen“, die Idee für den Ibbenbürener Straßenkarneval umzusetzen und aufzubauen auf der Tradition der Karnevalsgesellschaften und Fastabende, die mit ihren Bollerwagen umherziehen. „Aber das kann immer noch mehr werden“, sagt Bockstette. „Wir sind froh über jeden, der bei uns mitfahren will“. Allerdings: „Wagenmonster, auf denen 35 Jugendliche mit Boxen bis zum Anschlag“ herumfahren, sieht er kritisch.

Dass Unterstützung durch Sponsoren für den Verein und auch für die Wagenbauer von Bedeutung sind, sagt auch Matthias Stegemann, Präsident der Recker Karnevalsgesellschaft (RKG). „Einige kommen von sich aus auf uns zu und wollen uns unterstützen, andere sprechen wir an.“

Die Wagenbauer kümmern sich selbst um die Finanzierung ihrer Motivwagen und sprechen, wenn sie Unterstützung brauchen, mögliche Sponsoren an. Und Geschäftsleute, die eine Wagenbauergruppe unterstützen, wollten auch gern ihre Werbung am Wagen sehen. „Meistens werden Werbelogos an der Zugmaschine angebracht. „Damit können wir gut leben“, sagt Stegemann.

Das sieht auch Lothar Loose, Präsident des Obersteinbecker Karnevalsvereins (OCV) so. Auch hier kümmern sich die Wagenbauer in Eigenregie um Sponsoren. An den Wagen finde man dann auch entsprechenden Werbelogos. „Wir sind mal gefragt worden, ob das gewünscht ist und wir haben gesagt, das ist in Ordnung für uns“, so der OCV-Präsident. Angesichts des großen Engagements der Wagenbauer, ideell wie finanziell („die zahlen sogar die Gema-Gebühren für die Musik auf ihren Wagen selbst“), sei es nachvollziehbar, dass sie sich Möglichkeiten suchen, Zuschüsse für ihren Wagenbau zu bekommen.

Auch für den Verein selbst sei Sponsoring unverzichtbar. „Wir finanzieren uns aus den Festeinnahmen, aus Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden.“ Und meist seien es Geschäftsleute, die das Karnevalsfest in Obersteinbeck sponsern. Die Möglichkeiten für sie, dabei direkt zu werben, seien recht eingeschränkt. „Die werden zum Beispiel mal bei der Moderation des Umzugs genannt.“ Loose weiß: „Die meisten machen das aus Idealismus, weil sie den Karneval oder einfach Obersteinbeck unterstützen wollen“.

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