Tecklenburger Nordbahn: Zubringerkonzept vorgestellt
Wie der Bus zur Bahn kommen soll

Westerkappeln/Mettingen/Lotte/Recke -

Wenn wieder Personenzüge zwischen Recke und Osnabrück rollen, soll die Schnellbuslinie S 10 wegfallen. Auf die Frage, wie Fahrgäste künftig zu den wenigen Haltepunkten der Bahn kommen, gab es Dienstag Antworten bei einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn zum flankierenden Buskonzept im „Kuckucks-Nest“.

Mittwoch, 27.06.2018, 18:34 Uhr

Welche Busse bringen die Fahrgäste künftig zu den Haltepunkten der Tecklenburger Nordbahn. Während der jüngsten Informationsveranstaltung zur Reaktivierung – eingeladen hatte die Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn – stellte die RVM das Zubringerkonzept vor. Denn: Wenn der Zug fährt, stellt die Schnellbuslinie 10 den Betrieb ein.
Welche Busse bringen die Fahrgäste künftig zu den Haltepunkten der Tecklenburger Nordbahn. Während der jüngsten Informationsveranstaltung zur Reaktivierung – eingeladen hatte die Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn – stellte die RVM das Zubringerkonzept vor. Denn: Wenn der Zug fährt, stellt die Schnellbuslinie 10 den Betrieb ein. Foto: Yuri Bizgaimer/den-belitsky(stock.adobe.com)/Oliver Langemeyer/Montage: Maike Kuhlmann

Wenn wieder Personenzüge zwischen Recke und Osnabrück rollen, soll die Schnellbuslinie S 10 auf dieser Strecke wegfallen. Viele Kritiker einer Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn beschäftigt daher die Frage, wie Fahrgäste künftig zu den wenigen Haltepunkten der Bahn kommen, wenn der Bus nicht mehr in ihrer Nähe hält.

Das Zubringerkonzept war daher ein Schwerpunkt einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn am Dienstag im Westerkapeplner „Kuckucks-Nest“. Gut 30 Bürger auch aus den Nachbarorten Recke und Mettingen waren gekommen, um zu hören, wie der Bus zur Bahn kommt.

Michael Klüppels, Leiter des Verkehrsmanagements bei der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) erläuterte die Pläne des kommunalen Verkehrsunternehmens, wenn die S 10 der Nordbahn weichen sollte. Die jetzige Regionallinie R 11 werde dann nicht mehr von Westerkappeln bis Wersen fahren, sondern nur noch die Haltestellen zwischen Wersen und Osnabrück anfahren.

Dafür nimmt eine neue Verbindung – die R10 – im 60-Minuten-Takt die Fahrt auf, referierte Klüppels. Start ist in Mettingen. Die Linie führt weiter über Wersen nach Westerkappeln, wo sie an die R 11 anschließt. Die Fahrzeiten seien auf den Fahrplan des Zuges abgestimmt. Zudem wird die stündliche Linie R 24 von Ibbenbüren nach Mettingen auf die Nordbahn getaktet. Hopsten wird mit einer neuen Linie R 12 im 30-Minuten-Takt an die Bahn angebunden. Das bisherige Nachtbusangebot der RVM soll bestehen bleiben, kündigte Klüppels an.

Beim Reisezeitvergleich bleibt der Zug nach RVM-Berechnungen in den meisten Fällen die schnellere Variante, erklärte der Verkehrsmanager. Auch die Umsteigeproblematik, weil der Zug weniger Haltepunkte als die S 10 hat, stellt sich aus RVM-Sicht nicht so drastisch dar: Die meisten Fahrgäste steigen in Westerkappeln an den Haltestellen Friedhof, Bullerteich oder eben am Bahnhof ein. Für sie ergebe sich zum alleinigen Haltepunkt Bahnhof eine Entfernung von bis zu 500 Metern. Für insgesamt 80 Prozent der Busfahrer ändere sich somit fast nichts, wenn sie künftig mit dem Zug fahren, berichtete Klüppels. Für Mettingen und Recke gebe es entsprechende Berechnungen allerdings bislang nicht.

Einige Zuhörer waren von diesen Ausführungen nicht restlos überzeugt. Einer Frau ging es darüber hinaus um die Anbindung kleinerer Orte wie Velpe. Georg Ostendorf von der Bürgerinitiative regte eine engere Zusammenarbeit der RVM mit den niedersächsischen Verkehrsunternehmen an. Denn es gehe auch darum, Orte wie unter anderem Voltlage an die Bahn anzuschließen. Ex-Landrat Thomas Kubendorff schlug vor, über Bürgerbusangebote in den kleinen Ortsteilen nachzudenken.

Planungsstand und neues Gutachten

Die laufenden Planungen für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Dann soll ein Gutachter überprüfen, ob die Kosten, Fahrgastzahlen und weitere belastbare Daten einen wirtschaftlichen Betrieb der Nordbahn zulassen. Das erläuterte der Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienenpersonen-Nahverkehr Münsterland (ZVM), Michael Geuckler am Dienstagabend.Die Kosten-Nutzen-Rechnung müsse einen Wert über eins erreichen. Nur dann stelle das Land NRW das Geld für den Betrieb der Bahn und die Infrastruktur bereit. Der Gutachter wende für seine Berechnungen ein standardisiertes Verfahren an, erklärte Michael Geuckler. Der Prüfer sei absolut unabhängig, betonte der ZVM-Mann.Von den Bahnkritikern werden die prognostizierten Fahrgastzahlen angezweifelt. Geuckler entgegnete darauf, dass die Gutachter grundsätzlich sehr vorsichtig bei ihren Berechnungen seien.

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Eine verbale Breitseite gegen Nordbahngegner konnte sich Kubendorff nicht verkneifen: Vielen Kritikern gehe es nur darum, „ein Haar in der Suppe zu finden.“ Dabei dächten sie nicht an künftige Generationen. „Das finde ich traurig.“

Kritik, die nicht unwidersprochen blieb. „Das sei schwach“, konterte ein Zuhörer. Er bemängelte, dass mit S 10 und R 11 zwei funktionierende Buslinien kaputt gemacht werden und es stattdessen einen umständlichen Zubringerverkehr gebe.

Die Kritiker der Reaktivierung waren an diesem Abend allerdings in der Minderheit. Die Befürworter hoben unter anderem die Verlässlichkeit einer Bahnstrecke auf dem Weg von Recke nach Osnabrück hervor. Der Bus bleibe regelmäßig im Straßenverkehr stecken. Ansonsten wurden die hinlänglich bekannten Argumente für und gegen das Projekt vorgebracht.

Kommentar: Noch mehr Daten notwendig

Wie können Fahrgäste bei einer Reaktivierung den Zug nutzen, wenn sie nur eine Teilstrecke zwischen Recke und Osnabrück zurücklegen ? Wie viele Menschen wären davon betroffen ? Wären die beiden Linien R 10 und R 11 ein adäquater Ersatz für den Schnellbus ?Fragen, auf die es bei der Informationsveranstaltung zum Thema Nordbahn keine erschöpfende Antwort gab. Dabei hat die Regionalverkehr Münsterland (RVM) Zahlen über Teilstreckenfahrer.Diese und weitere Statistiken vor allem über die Reichweiten von Haltestellen in Mettingen und Recke sind notwendig. Nur so kann die RVM weiter damit werben, dass die Bahn grundsätzlich eine Zeitersparnis bringt.

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