Adelige mit Elefanten-Faible
Nachlass der letzten Rheiner Prinzessin versteigert

Rheine -

Rund eine Viertelmillion Euro beträgt der Schätzwert des Nachlasses der letzten Rheiner Prinzessin Marie Louise von Looz-Corswarem. Die 2007 in Rheine verstorbene Adelige stammte aus der Herzogsfamilie, die von 1803 bis 1806 das Landesfürstentum Rheina-Wolbeck regierte. Der Großteil ihres Nachlasses, das Erbe einer in Paris lebenden Enkelin, wurde am Mittwoch im Auktionshaus Rheine versteigert.

Mittwoch, 04.02.2015, 20:02 Uhr

An drei Besichtigungsterminen konnten Interessierte die 700 Stücke umfassende Sammlung verschiedener Kunst- und Gebrauchsge­genstände unter die Lupe nehmen. Zum letzten Termin war der Andrang riesig: „Am Sonntag hatten wir 500 Interessenten hier“, berichtet Auktionshaus-Inhaber Jürgen Römmeler . Die kamen vor allem aus Rheine , hatten früher teils berufliche Verbindungen zur Prinzessin.

Die meisten Gebote indes habe er von Auswärtigen erhalten. Über 300 erreichten ihn schriftlich oder per Telefon – aus den USA, China, Frankreich oder Bulgarien. Unter ihnen finden sich Sammler, Händler und Kunstliebhaber. Kenner müssen sie alle sein, um zwischen Meissner-Porzellan- Services, venezianischen Spiegeln oder Banjos aus den USA die „Schnäppchen“ zu finden. Wobei Schnäppchen durchaus relativ ist: Das teuerste Objekt, ein gotisches Altarbild von 1480, kam für 91 000 Euro unter den Hammer. Der neue Eigentümer: ein Händler aus Paris .

Drei Kunsthistoriker hatten die Sammlung im Vorfeld katalogisiert. Einen Großteil der Arbeit hat Michael Temme übernommen. Den Nachlass einer Prinzessin sieht auch er nicht jeden Tag. Viele Stücke, weiß der Experte, seien auf dem Erb-Weg in die Hände der fürstlichen Dame gelangt. „Sie spiegeln auch die familiären Verbindungen mit Frankreich, Belgien oder den Niederlanden wider“, analysiert er. Die Prinzessin habe aber auch „aktiv“ gesammelt. Ein besonderes Faible hatte sie für kostbare, handbemalte Porzellan-Elefanten.

Wie ein Elefant im Porzellanladen müssen sich die gut 150 Auktions-Besucher am Mittwoch gefühlt haben. Mehr als doppelt so viele, wie bei einer üblichen Auktion . Dicht gedrängt zwängten sie sich, umgeben von den wertvollen Erbstücken, in das Auktionshaus.

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