Saerbeck
Kleiner Prinz berührte die Herzen

Sonntag, 04.11.2007, 18:11 Uhr

Saerbeck - Ein Saisonabschlusskonzert besitzt in einer Konzertreihe wie das Eröffnungskonzert einen besonderen Stellenwert. Am Freitagabend spielte das „Duo Concertante“ im Saerbecker Bürgerhaus und hinterließ einen eigentlich recht guten Eindruck.

Barbara Küppers , Querflöte, und Katrin Kramer , Gitarre, hatten sich viel vorgenommen. Ihr Programm umspannte mehrere Jahrhunderte und führte durch diverse Musikstile, wobei sie Transkriptionen berühmter Werke neben Originalkompositionen spielten. Die Werkauswahl war für viele Zuhörer sicherlich sehr interessant, die Stellung der Werke innerhalb des Programmablaufs machte da schon einige Schwierigkeiten.

Denn nach dem barocken Flair der „Sonate F-Dur“ von Georg Philipp Telemann und dem mediterranen Esprit des „Concerto g-moll“von Antonio Vivaldi – technisch sehr gut gespielt und musikalisch sehr empfindsam umgesetzt – wirkte der Tango des aus Bolivien stammenden und in Brasilien lebenden Jaime Mirtenbaum Zenamon doch etwas fremdartig. Hört man sich die Einspielung des Komponisten selber an, so ergeben sich ganz starke Differenzen. Tango ist eben ein ganz einzigartiges Lebensgefühl, das sich nur schwer im Konzert vermitteln lässt.

Bei der Transkription von Wolfgang Amadeus Mozarts Eingangssatz aus dem Quartett D-Dur fühlten sich beide Musikerinnen dann wohl mehr zu Hause. Hier spielten sie sehr gelöst, dynamische Differenzierung und gemeinsame Phrasierungen machten das Erleben dieses brillanten Satzes zu einem Vergnügen.

Bei den Variationen über ein Thema aus der Oper „La Cenerentola“ von G. Rossini vermisste man da das eigentlich einzusetzende Klavier. Auf der Gitarre lassen sich viele Klangfarben, die Chopin für sein Instrument gewählt hat, einfach nicht darstellen. Hier kommt man an die Grenzen einer Transkription.

Bei zwei Werken von Celso Machado konnten die Musikerinnen wiederum eine überzeugende Interpretation liefern. In den kleineren Kompositionen liegt wohl ihre Stärke, hier spielten sie sehr abwechslungsreich und charaktervoll. So war als wichtigster Bestandteil des Programms die „Musik für den kleinen Prinzen“ von Carlo Domeniconi ein wahrer Genuss. Das im Original als „Hommage à Saint-Exupery bekannt gewordene Werk zeigte eine faszinierend introvertierte Musiksprache mit ganz individuellem Reiz.

Barbara Küppers und Katrin Kramer setzen die Gedankenwelt des Komponisten sehr sensibel um, spielten dieses Werk mit viel Gefühl quasi als Widmung an die Kernaussage des kleinen Prinzen. Mit dem Herzen aufgenommen hatte diese Musik einen besonderen Reiz. Dieses Stück hätte sich zum Abschluss des Konzertes sicherlich besser geeignet als der „Libertango“ von Astor Piazzolla. Das Konzert fand eine sehr gute Aufnahme beim Publikum, dem beide Musikerinnen einen stimmungsvollen Abend präsentierten. (-ae-)

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