Saerbeck
Geschichten „ut oalt Soarbiek“

-lü- Saerbeck. Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist ein wichtiges Anliegen des Heimatvereins. Im Winterhalbjahr trifft sich der Gesprächskreis unter Leitung von Tonius Stein deshalb an jedem dritten Dienstag des Monats...

Dienstag, 06.01.2009, 14:01 Uhr

-lü- Saerbeck . Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist ein wichtiges Anliegen des Heimatvereins. Im Winterhalbjahr trifft sich der Gesprächskreis unter Leitung von Tonius Stein deshalb an jedem dritten Dienstag des Monats, um sich plattdeutsch zu unterhalten. Wenn man „plattdütsch kürt“, sind Geschichten „ut oalt Soarbiek“ nicht „wiet“.

Glühwein und Spekulatius sorgten beim letzten Treffen für eine gemütliche Atmosphäre im warmen Kaminzimmer des Heimathauses. An kältere Dezembertage im Jahr 1944 erinnerte Ewald Löckener. Angriffe auf den Dortmund-Ems-Kanal hatten den Verkehr auf der Wasserstraße zum Erliegen gebracht. Im Dorf froren die Einwohner, Öl- oder Gasheizungen wie heute gab es nicht, man half sich in den Kriegsjahren mit schlechtem Holz, das schnell weg brannte. Im Dorf wusste man: Die Schiffe auf dem Kanal fuhren mit Kohlen als Brennstoffe. Ewald Löckener berichtete, wie sich eine Gruppe von Frauen im Dorf auf machte, um sich Kohlen von den Schiffern zu besorgen. „Es war zwei Wochen vor Weihnachten ; es hatte zum Glück geschneit, da konnte man die schweren Kohlensäcke auf Schlitten zurück ins Dorf befördern“. Alfred Maimann bestätigte die Erzählung: „Wir hatten Kartoffeln, aber keine Kohle: drei Sack Kartoffeln im Tausch gegen einen Pferdewagen voll Kohlen von den Schiffsleuten.“

Ist der Dortmund-Ems-Kanal eine plattdeutsche Sprach-Barriere? Darüber schrieb 2004 die Schülerin Raphaela Böddeker eine Facharbeit. Die Freunde des Plattdeutschen Gesprächskreises bestätigten Unterschiede trotz der Nachbarschaft und führten Beispiele an. Der Kanal war nicht die Barriere für die Sprachschwierigkeiten, ursächlich waren die unterschiedlichen Religionen, wie man weiß. Ein weiteres Gesprächsthema war das „Bichten“ (Beichten) vor Weihnachten. Früher war für alle Katholiken das vierwöchentliche Sündenbekenntnis Pflicht. Alfred Maimann erinnerte sich an einen Pfarrer, der zwischendurch den Beichtstuhl verließ, in den Dorfkrug eilte und nicht nur Kaffee trank . . .

„Was waren die vier höchsten Feiertage des Jahres in Saerbeck?“ – diese Frage stellte Tonius Stein. Ostern, Pfingsten und Weihnachten, das war allen klar. Als vierter Feiertag wurde einerseits die Saerbecker Kirmes genannt, andere brachten das Dorf-Schützenfest ins Spiel.

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