Saerbeck
Kommt jetzt Bewegung in die Nordumgehung?

Mittwoch, 26.05.2010, 15:05 Uhr

Saerbeck - Mit dem Bau der Nordumgehung geht es jetzt voran, wenn auch in kleinen Schritten. Der Landesbetrieb Straßen hat das Linienbestimmungsverfahren abgeschlossen und der Gemeinde einen Trassenverlauf vorgeschlagen. Bürgermeister Roos : „Der Rat wird heute in nichtöffentlicher Sitzung diesen Vorschlag diskutieren und sich höchstwahrscheinlich dafür entscheiden.“ Laut Bürgermeister muss der Trassenverlauf vielen Belangen gerecht werden. Roos: „Zu berücksichtigen waren dabei unter anderem ökologische, städtebauliche und private Interessen.“

Im Klartext: Im Rahmenplan zur Ortsentwicklung hat sich die Gemeinde einen baulichen Entwicklungskorridor im Westen offen gehalten, der nicht von der Nordumgehung tangiert werden sollte. Auch das Areal rund um die sieben Bauernhöfe, die westlich des Dorfes liegen, sollte nicht zerschnitten werden.

Wenn sich der Rat jetzt für einen Trassenverlauf für die künftige Nordumgehung entschieden hat, dann sind nach Aussage von Bürgermeister Roos die Vorausetzungen geschaffen, um die Realisierung des ersten Bauabschnitts der Nordumgehung vom Kreisverkehr Ibbenbürener Straße bis zum Kreisverkehr Riesenbecker Straße einzusteigen. Der Bau der Saerbecker Nordumgehung, die seit 2003 im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft ist, wird vom Landesbetrieb Straßen in Münster vorbereitet, der dabei die Ergebnisse von Gutachten und Zählungen einbezogen hat.

Vor allem der Ausbau des ersten Teilabschnitts der Nordumgehung ist laut Bürgermeister besonders wichtig, weil nach Schließung des Munitionsdepots Ende 2010 eine Nachfolgenutzung als Bioenergiepark geplant ist. Damit wäre eine erhebliche Zunahme des Schwerlastverkehrs verbunden. Der müsste mit all seinen Konsequenzen durch den Ort geführt werden, wenn die K 29n keine spürbare Entlastung bringen würde

Die Dringlichkeit des ersten Bauabschnitts hatte der Rat auch noch einmal durch eine Resolution an den Bundesverkehrsminister untermauert. Doch der Verkehrsminister stimmte einer Finanzierung des ersten Bauabschnitts im Vorgriff auf die Nordumgehung nicht zu, da der Verkehrswert der Nordumgehung nur durch die gesamte Trasse gesichert werde. Eine Maßnahme mit dem Kostenumfang der Nordumgehung, so der Minister, erfordere als Voraussetzung die Vorlage der Planungsunterlagen insgesamt und den Gesehen-Vermerk des Ministeriums. Da beides nicht vorliege und die Maßnahme nicht im Investitionsrahmenplan bis 2010 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes ausgewiesen sei, sei eine Finanzierung durch den Bund derzeit nicht möglich.

Das hatte Bürgmeister Wilfried Roos seinerzeit als Paragrafenreiterei bezeichnet, denn es gebe genügend Beispiele für den abschnittsweisen Ausbau von Bundesstraßen. Er steht weiter in ständiger Verbindung mit dem Bundesverkehrsministerium und hofft jetzt, dass sich dort etwas bewegt, nachdem der Rat sich für eine Trasse der Nordumgehung entschieden hat. Für das erste Teilstück hat die Gemeinde bereits mit einem Bebauungsplan Planungsrecht geschaffen Mit dem Bau der kompletten Nordumgehung kann jedoch erst begonnen werden, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist Das kann sich jabernoch einige Jahre hinziehen.

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