Saerbeck
Geduld ist gefragt

Montag, 28.02.2011, 17:02 Uhr

Saerbeck - Das Mehrgenerationenhaus (MGH) und die Kolpingfamilie Saerbeck als Träger können darauf hoffen, weiterhin Zuschüsse in Höhe von 40 000 Euro jährlich zu bekommen, auch wenn im März 2012 die Anschubförderung des Bundesfamilienministeriums ausläuft. Ministerin Kristina Schröder (CDU) will ein Folgeprogramm auflegen. „Wir wüssten gerne, wie das genau aussieht, aber wir sind auf jeden Fall froh, dass diese Ankündigung gekommen ist“, sagte gestern Alfons Bücker , Vorsitzender der Kolpingfamilie, dazu.

„Es sieht ganz so aus, als ob es tatsächlich weiter Zuschüsse geben wird, und das ist ein Fortschritt gegenüber der Situation vor einem Jahr“, beschreibt Bücker die Entwicklung. Vor sechs Monaten nämlich blickte die Kolpingfamilie und mit ihr alle ehrenamtlichen Helfer, Vereine, Gruppen und das Cafe Vier Jahreszeiten im MGH ins finanzielle Nichts. Klar war, dass das Bundesprogramm nach fünf Jahren endet. Die Kolpingfamilie Saerbeck hatte ihr MGH Anfang 2007 im umgebauten Alten Rathaus eröffnet, hier wäre März 2012 Schluss. „Wenn nichts kommt, müssen wir den Schlüssel umdrehen“, sagte Bücker im Herbst 2010. 40 000 Euro jährlich könnten weder die Bürgerstiftung, der das Gebäude gehört, noch die Gemeinde Saerbeck stemmen, die Kolpingfamilie selbst als kleiner dörflicher Verein schon gar nicht. Im November überbrachte das hiesige Bundestagsmitglied Dieter Jasper aus Berlin die Nachricht, dass ein Folgeprogramm zur nachhaltigen Sicherung der MGHs im Familienministerium in Arbeit ist. Nun gibt es erste Details, die Kolping-Chef Alfons Bücker verhalten optimistisch stimmen.

Das Folgeprogramm soll demnach Mitte diesen Jahres ausgeschrieben werden. Neben dem generationenübergreifenden Ansatz will das Bundesfamilienministerium vier inhaltliche Schwerpunkte setzen in den Bereichen „Alter und Pflege“ (Beratungsangebote), „Integration und Bildung“, „haushaltsnahe Dienstleistungen“ und „freiwilliges Engagement“.

Bücker sieht das Saerbecker Mehrgenerationenhaus in allen Bereichen gut aufgestellt. Er hat „keine großen Bedenken“, dass die Anforderungen erfüllt werden können, etwa mit dem neuen Projekt Berufspatenschaften, den „Helfenden Händen“ und dem Kolpingbildungswerk.

Mehr Sorge bereiten ihm zwei weitere Faktoren. Zum einen will der Bund seinen möglichen Zuschuss von 30 000 Euro davon abhängig machen, dass das Land NRW oder die Gemeinde Saerbeck die fehlenden 10 000 Euro übernehmen. Hierüber wird zurzeit verhandelt. Allerdings steuert Saerbeck aktuell in ein Haushaltssicherungskonzept, das freiwillige Förderungen zumindest erschwert. Zum anderen erwartet Bücker, dass es noch einige Zeit dauert, bis Klarheit herrscht. „Wir wissen hoffentlich Ende des Jahres, wie es weitergeht“, schätzt er. Und auch, wenn es um die Zukunft von hauptamtlichen Angestellten geht und die Jahresplanung 2012 an den Zuschüssen hängt, fügt er sich in den Berliner Zeitplan: „Wir müssen geduldig abwarten.“

Das Wort von Kristina Schröder hat er bereits: „Die engagierte und erfolgreiche Arbeit der Ehrenamtlichen in den MGHs muss weitergehen“, hat sie erklärt.

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