Saerbeck
Phosphatdünger aus dem Depot

saerbeck - Im Bioenergiepark wird künftig aus Gülle Gold gemacht - genau gesagt: Trockener Dünger, der sich transportieren und verkaufen lässt. Die Naturstoffbörse arbeitet derzeit an der Gründung einer Genossenschaft. Diese wird in Saerbeck eine Biogasanlage bauen, die mit Gülle „gefüttert“ wird statt mit Mais oder anderen nachwachsenden Rohstoffen. Die Gärreste sollen dann...

Freitag, 11.02.2011, 00:02 Uhr

saerbeck - Im Bioenergiepark wird künftig aus Gülle Gold gemacht - genau gesagt: Trockener Dünger, der sich transportieren und verkaufen lässt. Die Naturstoffbörse arbeitet derzeit an der Gründung einer Genossenschaft. Diese wird in Saerbeck eine Biogasanlage bauen, die mit Gülle „gefüttert“ wird statt mit Mais oder anderen nachwachsenden Rohstoffen. Die Gärreste sollen dann getrocknet und zu hochwertigem Phosphatdünger aufbereitet werden. „Der soll dann wieder auf den Acker“, erläutert Hans-Georg Guhle , Geschäftsführer der Naturstoffbörse. Darum müssten sich die beteiligten Landwirte auch verpflichten, nur einwandfreie Gülle zu liefern, die beispielsweise frei ist von Medikamenten. Gebaut werden soll die Anlage von der Envitec AG , die in Schleswig-Holstein bereits einen Prototyp betreut - wirtschaftlich, wie Guhle betont. Die Gülle-Biogasanlage mit angeschlossenem Düngewerk, auch Gülleverwertungsanlage genannt, wird vor allem deshalb rentabel sein, weil die Betreiber die Wärme, die für die Trocknung des Substrats notwendig ist, vom künftigen Kompostierwerk beziehen können (siehe WN-Kreisseite vom Freitag). „Wir bezahlen natürlich für diese Wärme“, unterstreicht Guhle, dass auch der Müllgebührenzahler so entlastet wird. Auch die überschüssige Abwärme der beiden konventionellen Biogasanlagen, die bereits in diesem Jahr ans Netz sollen, könnte für das Düngewerk eingesetzt werden. So ergänzen sich die verschiedenen Nutzungen im Bioenergiepark. „Synergie-Effekte“ nennt das Bürgermeister Roos und verweist darauf, dass solche Ideen bereits im Integrierten Klimakonzept der Gemeinde von 2008 stehen: „Mittlerweile glaubt man beim Kreis, dass das keine Hirngespinste eines verrückten Bürgermeisters waren.“ Überzeugt hat den Kreis wohl vor allem, dass die Landwirte um Guhle die Gülle schon auf den Höfen in flüssige und feste Bestandteile trennen werden. So ist garantiert, dass nicht täglich eine Karawane aus Gülletransporten über die Riesenbecker Straße zum Depot rollen muss. „Nur ein Zehntel der anfallenden Gülle muss transportiert werden“, erläutert Manfred Wöste von der Entsorgungsgesellschaft des Kreises. Mit rund fünf Lkw-Zügen am Tag rechnet Guhle. Neben den beiden konventionellen, je 500 Kilowatt elektrische Leistung starken Biogasanlagen, die kurz vor dem Genehmigungsverfahren stehen und 2011 ans Netz sollen, und der Gülle-Anlage der geplanten Genossenschaft, die 2013 fertig sein soll, könnte es noch eine vierte Anlage im Bioenergiepark geben: Envitec sucht derzeit mit Hochdruck nach einem neuen Standort für ein Forschungszentrum - und Saerbeck ist ein heißer Kandidat. Der Bürgermeister: „Ich gehe hochschwanger mit der Sache.“

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