Eine Zeit zum Erfahrungen sammeln
Familienzentrum ist aus Saerbeck nicht wegzudenken

Saerbeck -

Das Familienzentrum ist aus Saerbeck nicht wegzudenken. Seit dem August 2008 bilden es die Kindergärten Sonnenschein und Emilia. Gesundheitsmesse und Märchen erzählende Kinder im Seniorenzentrum, das Wunschgroßelternprojekt, Mütterfrühstück und Tagesmüttertreff, Wellness-Nachmittage und Elternschule: Seitdem die beiden Einrichtungen der evangelischen Jugendhilfe Münsterland das Zertifikat haben, läuft ein umfangreiches Programm mit Information, Aktionen, Treffs, Beratung und mehr, das sich an alle fünf Kindergärten und alle Familien richtet. Nach nunmehr vier Jahren musste sich das Familienzentrum in den vergangenen Wochen erneut einer Überprüfung durch das Berliner Pädquis-Institut unterziehen. Das Lenkungs-Team erwartet die Antwort in vier Wochen, ließ aber bei seinem jüngsten Treffen keinen Zweifel daran, wie die wohl ausfallen wird.

Samstag, 07.04.2012, 11:04 Uhr

Eine Zeit zum Erfahrungen sammeln : Familienzentrum ist aus Saerbeck nicht wegzudenken
Das Lenkungsteam des Familienzentrums (von links): Koordinatorin Maria Kurzen, Yvonne Stermann (Emilia-Kindergarten), Daniela Wieker und Annegret Eiterig (Sonnenschein-Kindergarten) und Alexandra Vos (Emilia). Es fehlt Sandra Koscyk vom Kooperationspartner Kindergarten Kaleidoskop. Foto: Alfred Riese

Die Bilanz der vier Jahre lässt sich sehen, davon sind die Kindergarten-Leiterinnen Annegret Eiterig (Sonnenschein) und Alexandra Vos (Emilia) überzeugt. Es war allerdings auch eine Zeit zum Erfahrungen sammeln und zum Weiterentwickeln der Angebote. Der Pädquis-Kriterienkatalog kommt dem mittlerweile entgegen. Aus der Pflicht, regelmäßige Elterncafés und Beratungsstunden anzubieten, sind mittlerweile offenere Angebote geworden, nennt Annegret Eiterig ein Beispiel. „Jetzt können wir bedarfsorientierter und flexibler arbeiten“, formuliert Alexandra Vos den Vorteil. An den Themenschwerpunkten hat sich dabei wenig geändert: Beratung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Tagesmütter, Alleinerziehende und die Arbeit im Sozialraum. Und auch die Erziehungsberaterin der Caritas , Mila Stapper , ist weiter an Bord. Aber sie geht ihre Aufgaben bereits seit einiger Zeit noch niedrigschwelliger an, etwa indem sie bei Eltern-Kind-Nachmittagen einfach dazu kommt, sich so bekannt macht. „Da wird die Beziehungsebene geschaffen, die es zulässt, dass Eltern sich später in vielleicht schwierigen Situationen Hilfe holen“, erklärt Annegret Eiterig. Vieles laufe lange, bevor direktes Krisenmanagement nötig wird, über die Erzieherinnen, so die Leiterin des Sonnenschein-Kindergartens. Yvonne Stermann (Emilia) hat festgestellt, dass sich „das Bild von Kindergärten durch das Familienzentrum ändert“. Den Eltern werde stärker signalisiert: „Alle sind gefragt, die Kinder toll hinzubekommen – und da wollen wir die Eltern positiv mit reinholen“. Hier zeige sich auch der Charakter des Familienzentrums, findet Annegret Eiterig: flexibel den Bedarf erkennen und bedienen, vernetzen. „Zum Glück können wir auch Angebote für wenige machen, die sich eigentlich nicht rechnen“, sagt Eiterig, „und aus jedem Abendvortrag kann sich ein Angebot entwickeln, das sinnvoll ist“. Die Gruppen für Scheidungskinder etwa, illustriert Familienzentrums-Koordinatorin Maria Kurzen. Dafür stehen dem Familienzentrum nach der anstehenden neuerlichen Zertifizierung 13 000 Euro jährlich und zehn Personalstunden zur Verfügung.

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