Opel Berkemeier entwickelt Konzept für Car-Sharing in Saerbeck
60 Autos zum Teilen

Saerbeck -

Viele Leute würden ja der Umwelt zuliebe aufs Auto verzichten, zumindest auf den Zweitwagen. Was aber tun, wenn doch mal kein Bus fährt? „Car-Sharing“ – zu deutsch: Auto-Teilen – heißt das Zauberwort. Man hat kein eigenes Auto, sondern kann auf eines zugreifen, wenn man eines braucht. Ein solches Modell soll nun auch in Saerbeck angeboten werden – und zwar von Opel Berkemeier. 60 Fahrzeuge stehen zur Verfügung.

Freitag, 17.05.2013, 18:05 Uhr

Ein „Kleiner“ als Beispiel:  Friedrich Berkemeier (an der Tür) zeigte dem Bauausschuss den „Opel Adam“, er schon mal mit dem provisorischen Logo „Bürgerauto“ versehen wurde. Vorschläge für einen pfiffigeren Namen sind erwünscht.
Ein „Kleiner“ als Beispiel:  Friedrich Berkemeier (an der Tür) zeigte dem Bauausschuss den „Opel Adam“, er schon mal mit dem provisorischen Logo „Bürgerauto“ versehen wurde. Vorschläge für einen pfiffigeren Namen sind erwünscht. Foto: Monika Gerharz

Viele Leute würden ja der Umwelt zuliebe aufs Auto verzichten, zumindest auf den Zweitwagen. Was aber tun, wenn doch mal kein Bus fährt, die Oma am Wochenende aber besucht werden will oder die Kinder zum Musikunterricht müssen? „Car-Sharing“ – zu deutsch: Auto-Teilen – heißt das Zauberwort. Man hat kein eigenes Auto, sondern kann auf eines zugreifen, wenn man eines braucht. Ein solches Modell soll nun auch in Saerbeck angeboten werden – und zwar von Experten. „Wir haben bereits 60 Mietwagen und die entsprechende Logistik“, erläuterte Friedrich Berkemeier vom gleichnamigen Autohaus am Mittwoch im Bauausschuss, als er seine Idee präsentierte. Alle diese Wagen könnten auch ins Car-Sharing eingebunden werden. Vom neuen Adam, einem Kleinwagen, bis zum Opel Vivaro, der als Kleinbus oder als Transporter eingesetzt werden kann, stünde eine breite Palette an Fahrzeugen zur Verfügung.

Und so könnte das Car-Sharing praktisch funktionieren: Jeder Bürger, der sich daran beteiligen will, bezahlt eine Aufnahmegebühr von 150 Euro und eine Kaution für mögliche Kleinschäden von 200 Euro. Beide Beträge erhält er wieder zurück, wenn er nicht mehr mitmachen will. Dazu kommt eine so genannte Bereitstellungsgebühr von 9,50 Euro pro Monat. Wer ein Fahrzeug ausleihen will, bezahlt sowohl einen Zeit- als auch einen Kilometertarif. Ein Kleinwagen etwa würde 1,50 Euro pro Stunde, 17 Euro pro Tag und 99 Euro für ein Wochenende kosten. Große Fahrzeuge wie der Vivaro gibt es für 2,80 Euro pro Stunde beziehungsweise 175 Euro pro Wochenende. Pro Kilometer kommen dazu auf Kurzstrecken bis 399 Kilometer 21 bis 29 Cent, je nach Fahrzeug – Sprit inklusive. Ab 400 Kilometern muss der Sprit selbst bezahlt werden, dann kostet der Kilometer aber nur noch zwischen sieben und 13 Cent. „Es geht uns nicht um große Gewinne“, versicherte Berkemeier. Man wolle aber den Trend zum Autoteilen gerne unterstützen. „Wir müssen mit unseren Ressourcen verantwortungsvoll umgehen.“ Interessant für das Autohaus sei aber auch, dass es seine Mietwagenflotte vor allem am Wochenende noch besser auslasten könne. Berkemeier: „Und es ist auch keine schlechte Werbung für uns.“

Ein wichtiger Punkt beim Konzept ist allerdings noch ungeklärt: Berkemeier möchte gerne eine unabhängige Institution, etwa die Bürgergenossenschaft, mit ins Boot holen. Deren Aufgabe soll es sein, die Einlagen und Kautionen zu verwalten. „Wir könnten das auch machen, aber vielleicht fänden das die Kunden merkwürdig“, will Friedrich Berkemeier jedes „Gschmäckle“ vermeiden. Bei der Genossenschaft will man sich jedoch erst noch beraten. „Die Genossenschaft ist ein kompliziertes rechtliches Instrumentarium“, meinte Vorstandsmitglied Josef Wessels. „Wir müssen erst prüfen, ob sich dies dafür eignet.“

Im Ausschuss jedenfalls stießen Friedrich Berkemeiers Ideen auf große Zustimmung, und SPD-Ratsherr Bernd Schweighöfer trägt sich offenbar schon mit dem Gedanken, auf eines seiner Autos zu verzichten und dafür beim Car-Sharing mitzumachen. Jedenfalls fragte er den Autohaus-Besitzer schon mal vorsorglich: „Was zahlst Du für meinen Zweitwagen?“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1665832?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F185%2F1785583%2F1785584%2F
Nachrichten-Ticker