Viertklässler blitzen Raser
Denk- und Dankzettel verpasst

Saerbeck -

Der Mensch hinter der Laser-Messpistole war ein bisschen klein für einen Polizisten. Kein Wunder, denn es war ein Viertklässler der St.-Georg-Grundschule, der da am Kirmesplatz mit dem Gerät die Straße entlang peilte und ein Auto ins Visier nahm. Diese Aktion gehört zum Verkehrssicherheitspaket zu Schuljahresbeginn.

Mittwoch, 11.09.2013, 16:09 Uhr

Der Mensch hinter der Laser-Messpistole war ein bisschen klein für einen Polizisten. Kein Wunder, denn es war ein Viertklässler der St.-Georg-Grundschule, der da am Kirmesplatz mit dem Gerät die Straße entlang peilte und ein Auto ins Visier nahm. 22 Stundenkilometer standen in der Anzeige. Für die Tempo-30-Zone zu diesem Zeitpunkt langsam genug.

Die Schüler der drei vierten Klassen hatten sich am Mittwochvormittag an der Lindenstraße vor der Volksbank postiert. Zusammen mit dem Bezirksbeamten Detlef Twardokus und Polizistin Susanne Hosch führten sie eine Geschwindigkeitskontrolle auf der Straße durch, die viele Kinder für den Schulweg benutzen. Diese Aktion gehört zum Verkehrssicherheitspaket zu Schuljahresbeginn, wie die Reflektor-Kappen und die Sicherheitswesten für alle Erstklässler. Schulleiter Jürgen Reckmann: „Wir sind glücklich, dass wir wieder dabei sind“. Die Schule müsse sich jedes Jahr darum bewerben.

Knöllchen gab es an diesem Vormittag keine. Wenn Polizistin Hosch ein Auto herauswinkte, war es an den Kindern, mit dem Fahrer zu sprechen. Für Menschen, die sich an das Tempolimit hielten, hatten sie „Dankzettel“ parat: „Wir können es noch nicht immer allein. Sie haben gut auf uns aufgepasst. Danke schön“, stand darauf. „Sie müssen uns helfen, gut auf uns aufpassen und Rücksicht nehmen“, stand auf den „Denkzetteln“ für zu schnelle Fahrer. Von denen erwischten die Schüler aber keinen. Ob es am Regenwetter oder der gut sichtbaren Schülergruppe unterm Dach der Bushaltestelle lag, ob sich der Standort der Messanlage herum gesprochen hatte oder einfach alle vernünftig unterwegs waren – „es ist doch gut, wenn niemand zu schnell fährt“, bewertete Detlef Twardokus das Ergebnis. Er selbst hatte an diesem Vormittag auf der mit Mittelinseln bereits kräftig verkehrsberuhigten Straße auch keine Ausreißer nach oben beobachtet. „Über morgens und abends und Zeiten, in denen wir nicht hier stehen, wollen wir jetzt mal nicht reden“, schränkte der Bezirksbeamte sein Lob für die vernünftigen Autofahrer ein. Auf der Emsdettener Straße würde er ganz andere Ergebnisse erwarten, sagte er.

Ganz entgegen ihren eigenen Interessen im Verkehr fanden einige Kinder die korrekte Fahrweise aller Erwachsenen etwas enttäuschend: Sie hätten gerne auch mal einen „Denkzettel“ verpasst.

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