Dreijährige müssen wohl nicht den Kindergarten wechseln
Aufatmen in der Kita Kaleidoskop

Saerbeck -

Mitten in die Anmeldezeit für 2014 verbreitete sich die Nachricht, dass einige Kinder der Kita Kaleidoskop nach ihrem dritten Geburtstag in eine andere Einrichtung wechseln müssen. Um zwangsweise Kindergartenwechsel dauerhaft zu verhindern, will die Gemeindeverwaltung jetzt Landeszuschüsse in Höhe von 54 000 Euro zurückgeben, um aus drei U3-Plätzen die benötigten Ü3-Plätze machen zu können.

Freitag, 24.01.2014, 20:01 Uhr

Es war ein trüber Herbst für die Kindertagesstätte (Kita) Kaleidoskop . Mitten in die Anmeldezeit für 2014 verbreitete sich die Nachricht, dass einige Kinder nach ihrem dritten Geburtstag in eine andere Einrichtung wechseln müssen. Es gab in dem kleinen Zwei-Gruppen-Haus an der Schulstraße zu wenige Plätze für Kinder, die die wichtige Altersgrenze von unter drei Jahren nach Ü3 überspringen. Um zwangsweise Kindergartenwechsel dauerhaft zu verhindern, will die Gemeindeverwaltung jetzt Landeszuschüsse in Höhe von 54 000 Euro zurückgeben, um aus drei U3-Plätzen die benötigten Ü3-Plätze machen zu können.

Das sagte jetzt Guido Attermeier , Leiter des Schulamts, auf Anfrage der WN. „Klasse“, quittierte Beate Karrasch diese Nachricht. Sie ist beim Trägerverband Evangelische Jugendhilfe zuständig für die Kindergärten. Der Vorschlag der Verwaltung muss noch abschließend mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Er soll im März in den Ausschüssen und im Rat beraten und beschlossen werden, kündigte Guido Attermeier an.

Unterm Strich gibt es in Saerbeck eigentlich kein Problem mit Kindergartenplätzen. Beim Kreisjugendamt gilt der Ort sogar teilweise über den vorgeschriebenen Quoten als „versorgt“. Das liegt unter anderem an der Kita Kaleidoskop, die 2009 zunächst provisorisch im Pfarrheim und 2010 im Neubau gegenüber der Grundschule den Betrieb aufnahm. Um dem wachsenden Bedarf in der Altersgruppe unter drei Jahren Rechnung zu tragen, gab es dort von Anfang an mehr U3- als Ü3-Plätze. „Die Problematik beim Übergang von U3 zu Ü3 hat damals niemand gesehen“, musste Schulamtsleiter Guido Attermeier im vergangenen Sommer feststellen. Nur mit der befristeten Aufstockung um eine halbe Gruppe für ein Jahr gelang es im vergangenen Sommer, alle Kinder in ihrem Kindergarten halten zu können. Das Grundproblem blieb, zudem fehlten die älteren Kinder in den anderen Einrichtungen.

Zwischenzeitlich wollten die Gemeinde, das Kreisjugendamt und die evangelische Jugendhilfe in einem gemeinsamen Lösungsvorschlag U3-Plätze innerhalb der drei Kindergärten des Trägers in Saerbeck dem Bedarf entsprechend verschieben. Das scheiterte am Veto des Landesjugendamts und des Ministeriums. „Die Behörden hatten großes Verständnis und waren sehr bemüht, aber mussten die Förderrichtlinien einhalten“, berichtete Attermeier aus den Gesprächen. Diese Richtlinien binden U3-Plätze an Gebäude.

Sollte die Gemeinde nun als letzte Möglichkeit die Fördermittel zurückgeben, käme sie das nach Attermeiers Rechnung gar nicht so teuer zu stehen. Ein durchgereichter höherer Mietzuschuss des Landes an den Träger würde den Verlust binnen 18 Jahren ausgleichen. „Für die Frage, ob wir ein Haushaltssicherungskonzept weiter vermeiden können, ist diese Aktion nicht von Bedeutung“, betonte Attermeier in seiner Funktion als Gemeindekämmerer, „und wir wollen den Eltern und Kindern nicht sagen: Ihr müsst den Kindergarten wechseln.“ Er und auch das Kreisjugendamt kritisieren ein unflexibles Fördersystem, das den Notwendigkeiten in kleinen Orten nicht gerecht werde.

Erst einmal ist allerdings nach dem trüben Herbst die Erleichterung über den Silberstreif am Horizont groß. Beate Karrasch von der Jugendhilfe lobte, dass „alle an einem Strang gezogen“ haben. Auch Eva McLeod, Vorsitzende des Kaleidoskop-Elternbeirats, sagte, „wir freuen uns sehr“.

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