Wende im Asylstreit
Lehrstelle verschafft Barkindho Duldung

Saerbeck -

Eine Lehrstelle und ein Ausländeramt, das im schwelenden Konflikt einlenkt, verbessern jetzt die Chancen für Barkhindo Diallo.

Freitag, 21.11.2014, 16:11 Uhr

Barkindho Diallo kann in Deutschland bleiben. Der Grund: Das Autohaus Berkemeier bietet dem jungen Flüchtling aus Guinea eine Lehrstelle als Lackierer an, der Vertrag wird nächste Woche unterzeichnet. Und diese Chance will die Ausländerbehörde des Kreises dem jungen Mann nicht vermasseln. „Es gibt humanitäre Gründe, die ein Abschiebungshindernis sein können“, erläutert Kreissprecherin Kirsten Wessling die Rechtslage. Wenn Barkindho eine Ausbildung mache und dabei bleibe, werde man ihm für die Dauer der Lehre eine Duldung gewähren. Und nach der Ausbildung besteht Aussicht auf eine Aufenthaltserlaubnis.

Zum Hintergrund:Barkindho Diallo ist seit rund drei Jahren als Flüchtling in Saerbeck . Er ist wie viele Afrikaner über das Mittelmeer geflohen. In Saerbeck hat er sich sehr schnell ins Dorfleben integriert, war unter anderem Helfer des Hausmeisters in der Gesamtschule. Als sein Asylantrag abgelehnt wurde, formierte sich ein breiter Unterstützerkreis, der auch die Anwaltskosten für eine Klage gegen die Ablehnung aufbrachte. Doch diese Klage ist gescheitert. Wenn die Lehrstelle nicht angeboten worden wäre, hätte der junge Mann ausreisen müssen.

Friedrich Berkemeier betont, dass die Einstellung Barkhindos nicht nur aus Menschenliebe geschah. „Das ist nichts Politisches, das ist eine absolute Einzelfallentscheidung“, betont er. Aber Barkhindo, der im Autohaus ein Praktikum absolviert hat, habe durch Fleiß, Korrektheit und gute Arbeit überzeugt. „Wir sind überzeugt, dass wir ihn sehr gut gebrauchen können“, sagt Berkemeier. „Er könnte ein Mitarbeiter für die Zukunft werden.“

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