Kindergärten testen Marte-Meo-Methode
Die Kraft der Bilder nutzen

Saerbeck -

Wenn die Kamera eingesetzt wird, um das Zusammenspiel von Kindern und Erzieherinnen einzufangen, heißt das Marte Meo. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland führt diese Methode zurzeit an zunächst sieben ihrer zwölf Kitas ein, darunter drei in Saerbeck.

Dienstag, 06.01.2015, 17:01 Uhr

Die Videokamera gehört zum Handwerkszeug bei der Entwicklungsförderung per Videoanalyse, für die sich Erzieherinnen der evangelischen Jugendhilfe Münsterland von Yvonne Stermann in der Kita Emilia fortbilden lassen.
Die Videokamera gehört zum Handwerkszeug bei der Entwicklungsförderung per Videoanalyse, für die sich Erzieherinnen der evangelischen Jugendhilfe Münsterland von Yvonne Stermann in der Kita Emilia fortbilden lassen. Foto: Alfred Riese

Da war doch gerade etwas Wichtiges! Man weiß oder vermutet es, aber die Situation ist flüchtig, die Erinnerung an das eigene Verhalten wenig aussagekräftig. Vielleicht ist da das Gefühl, dass etwas schief gelaufen ist, besser oder anders hätte laufen können. Ein Video kann da helfen. Wenn die Kamera eingesetzt wird, um das Zusammenspiel von Kindern und Erzieherinnen einzufangen, heißt das Marte Meo . Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland führt diese Methode zurzeit an zunächst sieben ihrer zwölf Kitas ein, darunter drei in Saerbeck .

Durchgeführt werden die Fortbildungen von Yvonne Stermann , Leiterin des Saerbecker Kindergartens Emilia. Sie ist seit 2010 Marte-Meo-Therapeutin und Fachberaterin für Kolleginnen und absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Supervisorin. Die Fortbildungsgruppe trifft sich sechs Monate lang regelmäßig.

Im Mittelpunkt der Marte-Meo-Fortbildung stehen Beobachtung und Reflexion des Verhaltens der Erzieherinnen. Die Teilnehmerinnen bringen dafür Videos aus ihren Kitas mit. Ein Ziel bei der Analyse des Bildmaterials, das Yvonne Stermann besonders hervorhebt: Es geht darum, die positiven Aspekte, die guten Ansätze zu finden und zu benennen. So hat die Niederländerin Maria Aarts die Methode in den späten 1970er Jahren konzipiert: die Stärken der Handelnden erkennen, um daraus die Kraft zu schöpfen, Erziehungsprobleme zu beseitigen.

Der Name Marte Meo leitet sich ab vom lateinischen „mars martis“, was in etwa mit „aus eigener Kraft“ zu übersetzen ist. „Marte Meo wirkt auch als Anti-Burnout-Programm“, nennt Yvonne Stermann einen zusätzlichen Aspekt. Und in den Kitas ist das Video-Verfahren in Absprache mit den Eltern hilfreich, um Verhalten und Entwicklung von Kindern auf eine zusätzliche Weise wahrnehmen zu können.

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