Kultur-Rucksack für jugendliche Sprayer
Bunter Bunker

Saerbeck -

Jugendliche Sprayer bekommen im Rahmen des „Kulturrucksack-Projektes“ in den Ferien eine Riesenleinwand gestellt: Den „Bunker Nummer 1“ im Bioenergiepark.

Montag, 25.05.2015, 16:05 Uhr

Kulturamtsleiter Fred Wieneke steht mit dem Kulturrucksack vor dem Bunker Nummer 1; dessen schäbige Fassade soll im Sommer mit bunten Graffiti bemalt werden.
Kulturamtsleiter Fred Wieneke steht mit dem Kulturrucksack vor dem Bunker Nummer 1; dessen schäbige Fassade soll im Sommer mit bunten Graffiti bemalt werden. Foto: Hans Lüttmann

Das Ding ist hässlich wie nur was. Klotzig wie eine Panzergarage, an deren Fassade der Hautgrind nagt. Dabei sehen die anderen Bunker keinen Deut besser aus – nur verstecken die ihre Schäbigkeit unter begrünten Böschungen, aus denen sich nur die Lüftungsschornsteine ein bisschen ans Freie trauen. Warum der Bunker Nummer eins im Bioenergiepark derart unansehnlich ist, erklärt auch gleich seine Böschungslosigkeit: Direkt ne­benan reckt sich einer der sieben Windradriesen in den Saerbecker Himmel; und für seinen Bau brauchten sie eine schotterfeste Montagestelle – da waren die Böschungen des Bunkers Nummer eins im Weg und wurden weggeschaufelt.

Im Sommer aber soll der Schandfleck zum Kunstwerk werden, eine Idee aus dem vom Land und den Volksbanken im Kreis Steinfurt gesponserten Kulturrucksack NRW , den Saerbeck auch in diesem Jahr wieder auspackt. Im vergangenen Jahr verwirklichten Saerbecker Jugendliche unter den Augen der Steinfurter Künstlerin Brigitte Bäumer ein ähnliches Projekt und verpassten einem alten Bauwagen ein schickes Graffiti-Design.

Brigitte Bäumer gibt auch diesmal wieder die kunstsinnige Fachfrau, die das Projekt in Zusammenarbeit mit dem JuZe und den teilnehmenden Zehn- bis 14-Jährigen betreut.

Der Kulturrucksack NRW startete 2012 mit 28 Pilotkonzepten in 55 Städten und Gemeinden für insgesamt rund 320 000 Kindern und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren. Ab 2013 waren über 130 Städte und Gemeinden beteiligt an 51 Kulturrucksack-Standorten, in 2014 stieg diese Zahl auf 175 Städte und Gemeinden an 60 Standorten, und in diesem Jahr sind es 196 Städte und Gemeinden an 68 Standorten, die sich im Kulturrucksack NRW engagieren.

Weil die Graffitisprayer nicht einfach drauflossprühen sollen, lernen sie am 22. und 24. Juni in einem Vorbereitungsworkshop den Umgang mit den Dosen; außerdem entwerfen sie die Graffiti für das Projekt. Vom 29. Juni bis zum 3. Juli wird dann jeweils von 10 bis 15 Uhr im Bioenergiepark gesprayt.

Die Teilnahme kostet fünf Euro. Anmeldungen nimmt das JuZ unter ✆  88 76 40 entgegen.

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