Thomas Lehmkühler spricht über seine erste selbst komponierte CD
„Was du liebst, ist was du gibst“

Seit seiner Kindheit schreibt und komponiert er eigene Lieder. Er studierte Keyboard und Musikproduktion in Münster. In seinem eigenen Reality Studio in Saerbeck entstehen seit 2008 Musikproduktionen mit Band- und Soloaufnahmen; außerdem gibt er Instrumental-Unterricht. 2009 stand Thomas Lehmkühler mit seiner Band „Colors that blend well“ zusammen mit „Silbermond“ auf der Bühne. Jetzt veröffentlicht er sein erstes eigenes Album. Hans Lüttmann sprach mit dem Musiker über seine Arbeit, seine Songs und warum er nicht wieder auf die Bühne will.

Freitag, 26.06.2015, 20:06 Uhr

Der Saerbecker Musiker Thomas Lehmkühler  hat auf seiner ersten CD „Was du liebst“ 14 selbst komponierte Lieder zusammengestellt.
Der Saerbecker Musiker Thomas Lehmkühler  hat auf seiner ersten CD „Was du liebst“ 14 selbst komponierte Lieder zusammengestellt. Foto: Gunnar A. Pier

Wann schreiben Sie Ihre Lieder, haben Sie eine bestimmte Tages- oder gar Jahreszeit dafür?

Thomas Lehmkühler : Ich schreibe täglich Songs, arbeite an der Musik und an Texten herum, krame alte Ideen wieder hervor und schieb neue unausgereifte Ideen beiseite. Ich denke, das kennt jeder Musiker, der auch komponiert. Man ist erst zufrieden, wenn sich das, was man hört, auch richtig anfühlt und dann weiß man: Jetzt passt es.

Was ist das für ein Gefühl, das Jetzt-passt-es-Gefühl?

Lehmkühler: Der Augenblick, wenn eine neue Idee zum ersten Mal richtig erklingt, ist eigentlich der Schönste beim Song-Schreiben. Dann fahre ich durch die Landschaft, um das neu geborene Stück Musik zu genießen. Vielleicht auch mit der ironischen Gewissheit, dass es nie jemand anderes hören wird – weil nicht immer daraus eine Veröffentlichung werden kann oder muss.

Wann haben Sie sich denn dazu entschlossen, diese, Ihre erste, CD zu machen?

Lehmkühler: Die Idee, ein eigenes Album zu veröffentlichen, entstand langsam mit der Zeit, in der die eigen- komponierten Songs immer mehr wurden und ich einfach damit raus- und sie teilen wollte. Es sind alles sehr persönliche Songs über Liebe und die Liebe zum Leben aus den letzten zehn Jahren meines Lebens. Die weiteren Songs, die gerade aktuell entstehen, biete ich entweder anderen Künstlern an oder ich veröffentliche sie auch selbst digital im Internet.

Thomas Lehmkühler entwickelt App zum Noten lernen

Was machen Sie zuerst, Musik oder Text?

Lehmkühler: Manchmal entsteht die Musik zuerst, manchmal aber auch der Text oder auch die Grundidee. Dann wird vieles automatisch an diese Message angepasst. Im Prinzip wie ein Hausbau – man schließt die Augen und stellt sich das fertige Haus vor, dann beginnt man langsam es Stück für Stück aufzubauen. Die kreativen Ideen entstehen eigentlich immer, wenn ich gerade nicht damit rechne. Oft sind es Situationen, wo etwas gerade auf der Kippe steht, wenn ich mich im Ungleichgewicht befinde. Sowas kann und sollte man, glaube ich, nicht planen, das passiert auch im Auto , unter der Dusche, beim Joggen oder im Café. Ich nehme täglich kleine Ideen musikalisch auf, höre sie mir dann nach einiger Zeit wieder an und finde so oft passende Elemente für die jeweiligen Häuser.

Der erste Song auf Ihrer CD, „Willkommen Laura“ ist aber nicht neu, oder? Ich meine, ihn schon im Internet gehört zu haben.

Lehmkühler: Ja, richtig, und das kam so: In dem Augenblick als ich meine Nichte zum ersten Mal voller Glück auf dieser Welt sehen konnte, entstand das Gefühl „Willkommen auf dieser Welt“ – somit war der Song geboren. Noch am gleichen Abend schrieb ich ihn fast fertig. Nach sehr positivem Feedback entstand Monate später die Idee, den Song zu individualisieren und mit verschiedenen Namen anzubieten. Daraus entstand die App „Lied zur Geburt“.

Die meisten Ihrer Lieder drehen sich um die Liebe, aber Sie schlagen auch andere Töne an, zum Beispiel mit der Frage „Was bleibt?“

App "Pioplay"

Nebenbei entwickelte Thomas Lehmkühler die App "Pioplay", die hilft, Noten spielerisch zu lernen.

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Lehmkühler: Nachdem ich den Song „Weitergehen“ fertig hatte – ein Abschiedslied über den Tod meiner ehemaligen Kommilitonin und Musiker-Freundin Drita Dida , mit der ich an der Musikhochschule in Münster studiert hatte – fühlte es sich wie die Fortsetzung dieses Liedes an. Die Frage: Was bleibt eigentlich in den Gedanken der Menschen, die einem nahestanden – wenn man nicht mehr auf dieser Welt ist? Die möglichen Antworten hatte ich da gerade verspürt.

Auch in dem Lied „Vertrau mir“ geht es ja nicht um Freundschaft oder Kumpeligkeit.

Lehmkühler: Nein, das Lied habe ich ursprünglich schon 2006 geschrieben. Darin geht es um das Thema Depression und die Schwierigkeit, in einer Partnerschaft mit dieser Krankheit umzugehen.

Das 14. und letzte Stück der CD verklingt dann aber mit einer versöhnlichen, hoffnungsfrohen Botschaft und einer für die Ewigkeit gedachten Weisheit.

Lehmkühler: Mit diesem Song stand für mich fest, dass, wenn ich einmal ein Album machen würde, dieser Song der letzte darauf sein müsste. Der Refrain gibt den Sinn des Albums wieder: Das was Du liebst – ist was Du gibst. Was auch immer man liebt, den Job, den Partner, eine gewisse Leidenschaft, man gibt immer dafür.

Die meisten Musiker gehen ja erst mal auf Tour, wenn sie eine CD fertig haben, planen Sie auch neue Auftritte?

Lehmkühler: Nein, auf die Bühne möchte ich nicht zurück; ich sehe mich eher als Song-Schreiber und Produzent.

Bleibt mir nur noch die Frage, wo es die CD zu kaufen gibt.

Lehmkühler: Die beantworte ich gerne. Das Album kann bei mir direkt bestellt werden: geh@insStudio.de der ✆ 01578/591 44 16. Es kostet zehn Euro und hat ein 16-seitiges Booklet. Auch online gibt es die CD auf iTunes , Amazon, Google Play, Apple Music und anderswo.

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