Jugendhilfe bereitet sich auf niedrigschwelliges Angebot in Kitas vor
Flüchtlingskinder auffangen

saerbeck -

Zurzeit gibt es noch reguläre freie Plätze in den fünf Saerbecker Kindergärten, sagte Karasch. Erst wenn die belegt sind, käme die Auffanggruppe zum Tragen. Diese Gruppe soll ein niedrigschwelliges Angebot sein an drei Nachmittagen pro Woche, für fünf Kinder mit Begleitung von Eltern oder älteren Geschwistern. Zugleich soll die erste Gruppe dieser Art eine Blaupause und ein „Kompetenzzentrum Flüchtlingskinder“ für die weiteren vier Kitas in Saerbeck werden.

Donnerstag, 22.10.2015, 06:10 Uhr

Einfach spielen und Kontakte knüpfen, das sollen für Flüchtlingskinder Auffanggruppen in Kindertageseinrichtungen ermöglichen.
Einfach spielen und Kontakte knüpfen, das sollen für Flüchtlingskinder Auffanggruppen in Kindertageseinrichtungen ermöglichen. Foto: dpa

Die Kindergärten in Saerbeck bereiten sich darauf vor, Flüchtlingskinder zu betreuen. Zwei Geschwister sind bereits seit August provisorisch im Kindergarten St. Marien. Die evangelische Jugendhilfe Münsterland, die drei Kitas im Dorf betreibt, macht sich zurzeit in Absprache mit dem Schulamt bereit, bei Bedarf ab Januar 2016 eine Auffanggruppe einzurichten. Das bestätigten jetzt Beate Karasch , bei der Jugendhilfe zuständig für Kindertageseinrichtungen, und Yvonne Stermann , Leiterin der Kita Emilia.

„Die Kinder haben gewiss viel erlebt auf ihrer Reise, daran muss man langsam arbeiten“, beschrieb Beate Karasch den pädagogischen Ansatz. Es gehe aber gleichermaßen um die Aufarbeitung psychischer Traumata, das Deutsch lernen und das Kontakt finden mit einer Lotsenfunktion für Flüchtlingsfamilien. „Aber zu allererst wollen wir einen geschützten Raum bieten, damit die Kinder unbelastet zum Spielen kommen und sich die Eltern mit dem deutschen Kita-System vertraut machen können“, sagte Karasch.

Eine solche Auffanggruppe wäre an eine Kita und deren pädagogisches Personal angedockt, nannte Yvonne Stermann einen weiteren Aspekt. An welche Kita, hänge unter anderem davon ab, wo die Flüchtlingsfamilien wohnen und liege letztendlich in der Hand des Kreisjugendamts. Auf einige Erfahrungen könne man zurückgreifen, so auf das Förderkonzept mit sprachunterstützenden Gesten für Kinder mit Migrationshintergrund. Auffrischungen und Fortbildungen dazu werden aktuell geplant. Auch besuchen fünf Jugendhilfe-Mitarbeiterinnen eine Fachtagung zum Thema traumatisierte Kinder. Die Jugendhilfe befasst sich andernorts auch mit dem Problem unbegleiteter Flüchtlingskinder. Den Förderantrag an das Land will die Jugendhilfe vor­ausschauend für einen Start im Januar stellen, kündigte Karasch an. Planbar sei das Projekt letztlich aber nicht, „wir wissen einfach nicht, wie viele Kinder wann kommen“.

Die Jugendhilfe sucht für die geplante Auffanggruppe eine Kraft mit pädagogischen Vorkenntnissen auf 450-Euro-Basis. Kontakt: Kita Emilia, Yvonne Stermann, ✆ 02574/927645.

Zurzeit leben in Saerbeck vier Kinder von Flüchtlingsfamilien im Alter von null bis sechs Jahren, berichtete Sozialamtsleiter Jürgen Hölscher. Auf Prognosen wollte er sich nicht einlassen. Eventueller Familiennachzug sei unter anderem abhängig von der Anerkennung als Asylbewerber der Eltern und dem Arbeitstempo des Bundesamts für Migration.

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