Was Emilia-Kinder aus einem Bild des Bauahaus-Künstlers Heinrich Neuy machen
Gewitter-Gesichter

Saerbeck -

„KuKuK“ steht für „Kinder und Kunst und Kultur“ und ist ein neues Dauer-Projekt der Jugendhilfe in ihren Kitas. Für Starthilfe sorgte die PwC-Stiftung, hinter der die deutsche Abteilung des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers steht. Den künstlerischen Ausgangspunkt fand die Jugendhilfe in Werken des 2003 in Steinfurt verstorbenen Bauhaus-Schülers Heinrich Neuy, in seiner Wiesenblumen-Reihe und dem Bild „Gewitter mit plötzlichem Schlag“.

Freitag, 06.05.2016, 20:05 Uhr

Die Kinder machen es vor: Die Fotos an der Wand zeigen, wie Kinder sich ihre „Gewitter-Gesichter“ vorstellen. Mit einem kleinen Anschubser konnten das auch Kita-Leiterin Yvonne Stermann und Prof. Martin Klein, der das „KuKuK“-Projekt begleitet. Rechts: Gewitter-Performance mit Gästen.
Die Kinder machen es vor: Die Fotos an der Wand zeigen, wie Kinder sich ihre „Gewitter-Gesichter“ vorstellen. Mit einem kleinen Anschubser konnten das auch Kita-Leiterin Yvonne Stermann und Prof. Martin Klein, der das „KuKuK“-Projekt begleitet. Rechts: Gewitter-Performance mit Gästen. Foto: Alfred Riese

Dunkle Wolken brauen sich über den Kindern der Kita Emilia und ihren Gästen zusammen, es donnert, laut fällt der Regen – und alle finden das toll. Es ist nämlich ein kreatives Gewitter, das sich unter dem Kürzel „KuKuK“ über dieser und weiteren Einrichtungen der evangelischen Jugendhilfe Münsterland entlädt. Bei der Präsentation in Bürger- und Rathaus in Saerbeck blieben die erwachsenen Teilnehmer davon nicht unberührt.

Was Kinder aus den Werken im Borghorster Neuy-Museum machen, präsentierten sie jetzt: den „Wetter-Song“ mit den „Körperinstrumenten“ Zungenschnalzen, Schenkelklopfen und Fingerschnippen, den „selbst erfundenen“ (darauf legte Vivien Wert ) Tanz der Blumen im Frühling, das Orchester mit selbst gebauten Tambourinen, Rasseln und Regenrohren. Farben werden zu Tönen, Flächen zu Bewegungen.

Gewitter fanden die Kinder bisher offensichtlich spannender als Wiesenblumen, das zeigt auch die Ausstellung im Rathaus-Foyer. Dort hängen „Gewitter-Gesichter“ der kleinen Künstler an der Wand, mittendrin steht ein zu Kunst gewordener Regenschirm. Die Bearbeitungen von Neuys Bildvorlage fügen dem Original neue Aspekte hinzu: Teile sind herausgeschnitten, die freie Stelle mit Ideen der KuKuK-Künstler gefüllt. Und ein paar Wiesenblumen gibt es auch schon, in Rahmen an der Wand oder in Gummistiefel gepflanzt auf dem Boden – so kreativ, frei und mit allen Sinne dabei sind Kinder, wenn Erwachsene helfen, statt zu behindern.

Geduld, wertschätzen, sich entwickeln lassen, so beschreibt Beate Karrasch , pädagogische Leiterin Jugendhilfe und Mitinitiatorin des Projektes, die Herangehensweise. „Das öffentliche Bildungssystem macht bis in Kita hinunter alles, um Kinder von ihrer Kreativität abzubringen“, um vermeintliche Fehler auszumerzen zugunsten einer besseren praktischen Verwendbarkeit, stellte als Zustandsanalyse Martin Klein dagegen, ausgebildeter Erzieher, Professor für soziale Arbeit an der Katholische Hochschule NRW und Amtsvorgänger von Beate Karrasch. „Aber die Kinder brauchen diese Kreativität, um Zukunftsfragen zu beantworten, die ihre Aufgabe sein werden, nicht mehr unsere“, forderte er. „Solche Projekte sind wichtig, stellte auch Prof. Susanne Hilger, Leitern des PwC-Stiftungsteams, fest. Die Ausstellung ist im Rathaus-Foyer weiterhin zu sehen.

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