Bullemänner in der Bürgerscheune
Ramdösiger Klamauk

Saerbeck -

Dass alle großen Tänze der Welt aus Westfalen stammen, bewiesen die Bullemänner in Wort und Tat in Saerbecks Bürgerscheune. Außerdem nahmen sie die Themen Integration und Feuerwehr aufs Korn.

Freitag, 13.05.2016, 15:05 Uhr

Bullemänner mit Bullefrau: „Ukraine-Migrantin“ Svetlana unterstützte die beiden Herren aus Westfalen.
Bullemänner mit Bullefrau: „Ukraine-Migrantin“ Svetlana unterstützte die beiden Herren aus Westfalen. Foto: slü

Was den Westfalen so richtig ramdösig macht, erklärten die Bullemänner am Donnerstagabend in einer nur halbbesetzten Bürgerscheune. Vom „Duft nach Handwerk und Abenteuer“ über Flüchtlinge und investierende Oligarchen, Städtepartnerschaften, Automarken, Tänze, Eheprobleme und Vieh, das dank veganer Rücksicht an Altersproblemen erkrankt – die Bullemänner brachten Beobachtungen des Alltags mit westfälischer Trockenheit auf die Bühne.

Ob man Autos und Landmaschinen nicht schönere oder friedlichere Namen geben könne, fragen sie. Wie wär’s mit „ Claas Mahatma“, mit den Deutungsvarianten „Ma‘ hat ma‘ ne gute Ernte, ma‘ hat ma‘ ne schlechte Ernte“ (Heinrich Stertkötter) oder „Ich dresche in friedlicher Absicht“ ( Augustin Upmann )? Und überhaupt, den radikalen Umgang mit Andersdenkenden hätten nicht erst Islamisten erfunden, sondern sei eine uralte „katholische Kernkompetenz“, wie man an den Käfigen an der Lambertikirche in Münster noch heute den Besuchern vorführte – von Putin bis Blatter. Die Integration von Flüchtlingen, zum Beispiel in die freiwillige Feuerwehr , funktioniere in Suchtdrup übrigens völlig problemlos, Augustin Upmann habe als Glandorfer schließlich selbst einen süd-niedersächsischen Migrationshintergrund….

Für mehr Staunen im Dorf sorge da der russische Oligarch, der als Großinvestor erst das marode Kanalnetz und schließlich die Fußballmannschaft aufgekauft hatte, es aber trotz allem nicht auf die „Hitliste der Oligarchen“, also die Panama Papers, geschafft habe.

Dann bewiesen die Bullemänner in Wort und Tat, dass alle großen Tänze der Welt aus Westfalen stammten: Das Ballett von der Bienenbeobachtung, das Headbanging vom westfälisch-kargen „Ja“-Wort, Zumba vom an-den-elektrischen-Zaun-pinkeln und selbst das Nordic Walking vom Runkeln abstechen.

Westfälische Hingabe und Treue bewies Heinrich Stertkötter, wenn es um die vielfältig interessanten Faultiere oder um seine Floriane geht. Letztere sei eine ausgemusterte Bundeswehrdrohne, die nach einem Afghanistan-Einsatz nun in der freiwilligen Feuerwehr ihren Dienst tue, zum Beispiel um mit Löschpulver Brände zu verhindern oder per Lautsprecher den Kindern im Dorfe Schlaflieder zu singen… Spätestens als immer deutlicher wurde, dass ihm Floriane wie ein treuer Hund ans Herz gewachsen war und bei ihm mittlerweile sogar mit im Bett schlafen dürfe, dachte sich wohl so mancher Zuschauer: „Wie kommt man bloß auf so eine Scheiße?“

Was ja laut Bullemänner das höchste Lob der Westfalen für sämtliche Kunst und Kultur sei . . .

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