Warten auf Ergebnisse der Elternbefragung
Asse bleiben im Ärmel

Saerbeck -

Allzu sehr in die Karten sehen lassen wollte Saerbecks Schulamtsleiter Guido Attermeier sich nicht. Wie Saerbeck sich gegen die Gesamtschulgründungspläne in Lengerich und Tecklenburg wehren und seine MKG verteidigen will, verriet er auch im Gemeinderat nicht.

Samstag, 10.09.2016, 10:09 Uhr

Kommen demnächst noch Fünftklässler aus Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg nach Saerbeck – diese Frage bewegt den Gemeinderat.
Kommen demnächst noch Fünftklässler aus Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg nach Saerbeck – diese Frage bewegt den Gemeinderat. Foto: Alfred Riese

An der Befragung unter Saerbecker Dritt- und Viertklässlereltern im Vorfeld der geplanten Gesamtschulgründung in Lengerich und Tecklenburg (diese Zeitung berichtete) haben sich 137 von 165 Angeschriebenen beteiligt. Das berichtete Schulamtsleiter Guido Attermeier in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend. Die Rücklaufquote von 83 Prozent biete eine „fundierte Grundlage“, um Saerbecker Interesse im weiteren Verfahren zu vertreten.

Die Elternbefragung fand zeitgleich in Lengerich, Tecklenburg und Lienen als dem „Gründer-Trio“ sowie in den Nachbarkommunen Saerbeck und Ladbergen statt. Es ging um die Frage, ob das Gründer-Trio aus den eigenen Grundschulen 150 Anmeldungen für eine sechszügige Gesamtschule an zwei Standorten zusammenbekommen würde – und um die Frage, wie sich dadurch die Wanderung der Fünftklässler verändern und welchen Einfluss das auf die Anmeldezahlen an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) in Saerbeck haben würde.

Die Fragebögen werden nun von einem Schulplanungsbüro, das Lengerich und Tecklenburg beauftragt haben, ausgewertet, sagte Attermeier. Die Ergebnisse lägen am Dienstag in Saerbeck vor, sollen aber zunächst mit dem eigenen Schulplaner analysiert werden. Attermeier kündigte eine Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 20. September, an. „Uns ist die Objektivität und Transparenz der Zahlen wichtig“, sagte er. Diese Zahlen sind auch eine Grundlage für die Stellungnahme, die Lengerich und Tecklenburg in Saerbeck anfordern müssen. Dahinter steht das „Rücksichtnahmegebot“: bestehende Gesamtschulen dürfen durch Neugründungen nicht im Bestand gefährdet werden.

Für Irritationen sorgte bei Mechthild Lüggert (UWG) ein Zitat des Emsdettener Schulamtsleiters, die Bezirksregierung winke die Gesamtschulgründung durch. Die Behörde habe noch Ende August betont, sie prüfe ergebnisoffen, hielt Guido Attermeier dagegen. Sollte die Aussage stimmen, „hätte ich vielleicht Lust, mit diesem Argument gegen eine eventuelle Genehmigung vor Gericht zu gehen“, sagte er.

„Nicht nachvollziehbare Prognosen zur Entwicklung der Grundschülerzahlen in Tecklenburg und Lienen“ warf Anne Raffel (CDU) dem aktuellen Stand der Planungen vor. Guido Attermeier bemühte sich, die Diskussion über Details zu bremsen. „Wenn es knapp wird, werden wir den Finger in ebensolche Wunden legen“, kündigte er an, um dann zu schweigen.

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