Saerbecker Energiewelten im Bioenergiepark ziehen erste Jahresbilanz
Ganz weit weg von der Kreide

Saerbeck -

Wenn Christa Werning und Maria Schröer das Klassenzimmer gegen die Labore in den Saerbecker Energiewelten eintauschen, dann machen sie mitunter Erfahrungen, die nicht unbedingt zum Lehreralltag gehören. „Es gibt hier Schüler, die wollen gar nicht mehr nach Hause“, erzählt Maria Schröer und muss dabei ein bisschen lachen – so ungewöhnlich klingt das.

Montag, 10.04.2017, 22:04 Uhr

Begreifen ist in den Saerbecker Energiewelten wörtlich zu verstehen: Die praktische Arbeit ist es, die bei den Schülern Neugier und Interesse weckt.
Begreifen ist in den Saerbecker Energiewelten wörtlich zu verstehen: Die praktische Arbeit ist es, die bei den Schülern Neugier und Interesse weckt. Foto: Ulrich Gunka

Über ein Jahr läuft nun der Unterricht im außerschulischen Lernstandort in Bioenergiepark , schreibt die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung. 60 Gruppen von Schulen aus dem Münsterland, aber auch aus dem Ruhrgebiet, haben im vergangenen Jahr geforscht, experimentiert, ausprobiert und begriffen, wie Klimaschutz funktionieren kann. Maria Schröer und Christa Werning sind die Hälfte des vierköpfigen Lehrerteams, das sich, zusammen mit weiteren Mitstreitern, um den Lernstandort kümmert und nun, zu Beginn der Osterferien, stellvertretend für alle Beteiligten, Bilanz zieht.

Begreifen, das ist in den Saerbecker Energiewelten wörtlich zu verstehen: „Wir sind hier ganz weit weg von der Kreide “, sagt Christa Werning und meint damit den Unterricht, wie ihn das Schema des festen Stundenplans im normalen Schulbetrieb allzu oft vorgibt. Die praktische Arbeit ist es, die bei den Schülern Neugier und Interesse weckt: „Die Schüler sind fasziniert, wenn sie sehen, wie viel Leben zum Beispiel in einer Schaufel Kompost steckt. Sie staunen über die Technik, wenn sie das Windrad besichtigen. Sie legen sich ins Zeug, wenn sie auf dem Fahrrad strampeln, um Strom zu erzeugen. Das sind Erfahrungen, die sie nur hier machen können“, berichtet Maria Schröer.

Für sie und ihre Kollegin ist die Arbeit in den Saerbecker Energiewelten ebenfalls etwas Besonderes: „Es macht Spaß, etwas Neues zu entwickeln und Ideen zu verwirklichen.“ Das große Plus sei dabei stets die Verknüpfung der Experimente mit der Praxis im Bioenergiepark.

An Ideen, wie das Unterrichtsangebot ausgebaut werden kann, mangelt es den beiden Lehrerinnen nicht: Landwirtschaft, Artenvielfalt, Boden, das sind Themen, die gut zum Standort Saerbeck passen.

Allerdings: Auch das aktivste und engagierteste Lehrerteam stößt irgendwann an Grenzen. Deshalb wünschen sich Christa Werning und Maria Schröer eine Aufstockung der Lehrerstunden – sie und ihre Kollegen sind jeweils nur für einige Stunden abgeordnet für die Arbeit am Lernstandort.

Und noch ein weiterer Wunsch steht auf dem Zettel: Weitere Sponsoren für die Saerbecker Energiewelten, die dem Beispiel der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt und der Regionalverkehr Münsterland folgen. Beide unterstützen den Lernstandort und erlauben so günstigere Konditionen für Schüler aus dem Kreis Steinfurt.

Zum Thema

Kontakt: Förderverein Klimakommune Saerbeck e.V.; Anja Schulting, ' 02574/89222

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