Mitwirkung gefragt
Flüchtlingsbeirat für das ganze Dorf

Saerbeck -

Ein Beirat für allgemeine Flüchtlingsfragen soll Probleme an den Standorten aller Unterkünfte vermeiden helfen, bei der Lösung helfen und insgesamt zu einem guten Zusammenleben beitragen. Für dieses Gremium sucht die Gemeinde Interessierte, besonders aus der Nachbarschaft von Unterkunftsstandorten.

Samstag, 22.04.2017, 05:04 Uhr

An der Raiffeisenstraße sind seit Dezember Flüchtlinge in einer ausgebauten Gewerbehalle untergebracht.
An der Raiffeisenstraße sind seit Dezember Flüchtlinge in einer ausgebauten Gewerbehalle untergebracht. Foto: Alfred Riese

Für den neuen Beirat für allgemeine Flüchtlingsfragen werden Saerbecker gesucht, die mitarbeiten wollen. Interessierte können sich bis Ende Mai selbst melden, die Gemeindeverwaltung nimmt auch Vorschläge entgegen. Die Entscheidung über die Besetzung des Beirats trifft der Rat, der die Gründung im März auf einen Vorschlag der Verwaltung hin beschlossen hatte. Der Beirat soll neben den zuletzt in Betrieb genommenen Unterkünften an der Raiffeisenstraße und am Heckenweg auch für alle weiteren Unterkünfte zuständig sein. Neben Vertretern der Ratsfraktionen und der ökumenischen Flüchtlingshilfe ist die Mitwirkung von Anliegern der Unterkunftsstandorte in dem Gremium mit bis zu zwölf Mitgliedern ausdrücklich erhofft und erwünscht, erklärte Bürgermeister Wilfried Roos .

Aus der politischen Diskussion bisher wird deutlich, dass der Beirat bei eventuellen Problemen niedrigschwellig bei der Suche nach Lösungen helfen oder Probleme im Vorfeld gar nicht erst aufkommen lassen soll. Ein Wunsch sei, dass der Kontakt zwischen Nachbarn und Bewohnern gestärkt werde, sagte Jürgen Hölscher , Leiter des Fachdiensts Soziales im Rathaus. „Der Beirat soll dazu beitragen, das Zusammenleben mit den neu Zugezogenen zu harmonisieren“ und Konflikten vorbeugen, umriss Roos das Ziel.

Meldungen über größere Probleme oder Beschwerden habe es bisher nicht gegeben, berichteten der Bürgermeister und Ordnungsamtsleiterin Ines Reinermann, auch nicht am Heckenweg, wo das neu gebaute Mehrfamilienhaus seit etwa einem Monat belegt ist, und an der Raiffeisenstraße, wo die ebenfalls neu errichtete und zu Wohnungen ausgebaute Gewerbehalle im Dezember von den ersten Flüchtlingen bezogen wurde. „Damit dass so bleibt, soll es diesen Beirat geben“, sagte Roos und rief insbesondere Anwohner mit Befürchtungen zum Mitmachen auf. Es habe an Standorten von Flüchtlingsunterkünften durchaus Sorgen von Anwohnern gegeben, berichteten Barbara Schäffer und Werner Heckmann von der ökumenischen Flüchtlingshilfe. Wenn die Bewohner aber erst einmal eingezogen seien, schwänden diese Sorgen zumeist rasch.

Der Beirat solle unabhängig von Politik und Verwaltung „bei Bedarf“ zusammenkommen, was voraussichtlich nicht allzu häufig der Fall sein werde, schätzte Roos. „Die Bürger sollen nicht nur das Gefühl haben, sondern sicher sein, dass die Gemeinde verantwortungsvoll mit den Unterkunftsstandorten umgeht“, hatte der Bürgermeister bereits im Hauptausschuss erklärt.

Zurzeit sind 97 Erwachsene und 42 Kinder durch die Gemeinde in Saerbeck untergebracht. Bei einem Teil würden die Asylverfahren noch laufen, ein Teil sei bereits anerkannt, einige würden ihre Miete schon selbst zahlen, berichtete Sozial-Fachdienstleiter Jürgen Hölscher. Neuzugänge gebe es mittlerweile nur noch im Rahmen von Familienzusammenführungen. Die Gemeinde verfügt laut Verwaltung für die Flüchtlingsunterbringung über ein Haus am Südhoek, ein zusätzlich angekauftes Haus an der Südbrede und das neue Gebäude an der Raiffeisenstraße im Gewerbegebiet Nord sowie 14 angemietete Wohnungen und Immobilien. Dazu zählt auch das Mehrfamilienhaus am Heckenweg.

Zum Thema

Kontakt in Sachen Beirat: Ines Reinermann (Ordnungsamt), ' 0 25 74/ 8 91 05, E-Mail ines.reinermann@saerbeck.de

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