Eva Engels Projekt im Seniorenzentrum
Kräuter, die Erinnerungen wachküssen

Saerbeck -

Zitronenmelisse, Schnittlauch, Petersilie, Majoran und mehr hat das Seniorenzentrum am See seit Kurzem aus eigenem Anbau. Vor der Terrasse der Tagespflege gedeihen die Pflanzen im frisch angelegten Kräutergarten. Er ist das sozusagen doppelt professionelle Verdienst von Eva Engel und kommt in mehrfacher Hinsicht der Arbeit im „Haus am See“ zugute.

Mittwoch, 28.06.2017, 22:06 Uhr

 Duftendes Praktikumsprojekt einer Auszubildenden zur Altenpflegerin: der neue Kräutergarten der Tagespflege im Seniorenzentrum am See,
 Duftendes Praktikumsprojekt einer Auszubildenden zur Altenpflegerin: der neue Kräutergarten der Tagespflege im Seniorenzentrum am See, Foto: Alfred Riese

Zitronenmelisse, Schnittlauch, Petersilie, Majoran und mehr hat das Seniorenzentrum am See seit Kurzem aus eigenem Anbau. Vor der Terrasse der Tagespflege gedeihen die Pflanzen im frisch angelegten Kräutergarten. Er ist der sozusagen doppelt professionelle Verdienst von Eva Engel und kommt in mehrfacher Hinsicht der Arbeit im „Haus am See“ zugute.

Die 46-jährige Ibbenbürenerin arbeitete früher als Gärtnerin, bis sie im Jahr 2009 eine Broschüre über Altenpflege in die Hände bekam und dachte: „Das ist es.“ Sie wurde Betreuungsassistentin unter anderem in der ambulanten Pflege. 2015 begann Eva Engel eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin im Caritas-Bildungswerk Ibbenbüren. Im nunmehr dritten Ausbildungsjahr absolvierte sie ein Sechs-Wochen-Praktikum in Saerbeck, in der Tagespflege des Seniorenzentrums. Betreuen und Beschäftigen insbesondere im Zusammenhang mit Demenz waren hier ihre Themen.

Die Ernte aus dem Kräutergarten, den sie dabei mit den Tagespflegegästen entwickelt und angelegt hat, ist gewissermaßen ihr Praktikumsbericht.

Lavendel, Bohnenkraut & Co. sorgen dafür, dass die Tagespflegegäste sich gebraucht fühlen, eine sinnvolle Aufgabe haben, erläutert Eva Engel den Ansatz. Gäste und Mitarbeiter der Tagespflege hatten sich schon länger einen Kräutergarten gewünscht, den nun die gelernte Gärtnerin in Ausbildung zur Altenpflegerin anlegen half. Dort lässt sich Unkraut zupfen, ernten, gießen. Und alte Erinnerungen ans Kochen werden aktiviert. Sensorische Reize fördern, ein weiterer Ansatz in der Betreuung Dementer: „Da ist man mit einem Kräutergarten ganz vorne dabei“, meint Eva Engel. Und weiter geht es nach der Ernte mit Trocknen, Verkochen oder dem Ansetzen von Kräuterlikör. Damit sich niemand vertut, sind die Namen der Kräuter auf bunten Kochlöffeln im Beet verzeichnet.

Carsten Götz , Leiter des Seniorenzentrums, macht auf einen weiteren Nutzen aufmerksam: Die Kochgruppe der Tagespflege bedient sich ebenfalls im neuen Beet.

Zur offiziellen Einweihung des Gärtchens überreichte Eva Engel der Tagespflege ein selbst gemachtes Kräuterpflegebuch, bevor sich alle zuprosteten – mit Kräuterlikör.

Die Tagespflege im Seniorenzentrum kümmert sich um insgesamt 23 Gäste, täglich kommen etwa zwölf Senioren.

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