Übung auf Hof Adrian-Maßmann
Feuer, Rauch und Eingeklemmte

saerbeck -

Jede Menge technischer Herausforderungen, dazu durchgedrehte „Verletzte“ und vermisste Personen: Feuerwehr und DRK hatten es bei ihrer großen Übung auf Hof Adrian-Maßmann mit einer komplizierten Gefahrenlage zu tun.

Sonntag, 27.08.2017, 12:08 Uhr

Ganz nah heran an das Geschehen kamen die Zuschauer bei der Jahresübung der Freiwilligen Feuerwehr am Freitagabend. Rund 200 Menschen erlebten, wie 90 Einsatzkräfte auf dem Hof des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Adrian-Maßmann an der Riesenbecker Straße ein groß angelegtes Szenario abarbeiteten und wie die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz funktionieren würde. Wäre es nicht Vorbereitung auf den Ernstfall gewesen, die Leistungsschau hätte Applaus verdient.

Die Regie bot ab 18 Uhr diese Herausforderungen: eine verrauchte Halle nach einer Verpuffung; ein Mähdrescher, dessen Fahrer die teure Maschine rückwärts aus dem Gefahrenbereich bringen wollte; ein Gabelstapler, der im Weg stand und unter dessen angeflanschter Kehrbürste ein Dummy eingeklemmt lag; ein Mensch festgeklemmt im Schacht zum Korntank des Dreschers; dazu Vermisste und Feuer. Eine Lage, die „Massenanfall von Verletzten“, kurz ManV, bedeutet und Teamwork zwischen Feuerwehr und DRK-Helfern fordert. Im Ernstfall, das erklärte Moderator Peter Book, wären natürlich die Rettungsdienste vor Ort, auch ein Hubschrauber.

Feuerwehr und DRK zeigten, wie Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz in mit Disco-Nebel verrauchte Räume eindringen, Vermisste finden und bergen und Feuer bekämpfen. Zu sehen war, wie die Jugendfeuerwehr – die im Ernstfall natürlich nicht dabei wäre – Nachbargebäude schützte und dabei einen Nieselregen über das Gelände legte.

Sehr realistisch und beeindruckend gelang der Notfalldarsteller-Truppe des DRK Tecklenburger Land ihr Part in den Rollen von teils durchdrehenden Verletzten. Ein sehr kräftiger Schauspieler, der zurück zu seinen Freunden in der brennenden Halle wollte, ließ sich erst von sechs Einsatzkräften bändigen. Technische Bergung, Brandbekämpfung, Wasserversorgung, Einsatzleitung in komplexer Lage waren das eine, die psychologischen Herausforderungen an die Einsatzkräfte das andere.

Wehrführer Udo Meiners fand den Verlauf der Übung und den besonderen Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit der drei Löschzüge und des DRK „gut“. Besonders gut schnitt bei ihm die Jugendfeuerwehr ab: „Bei dem Ehrgeiz weiß man, dass da die nächste Feuerwehrgeneration heranwächst.“ Dafür gab es Extra-Applaus vom interessierten Publikum. Bürgermeister Wilfried Roos erneuerte seine Feststellung, dass „Rat und Verwaltung immer besonderen Wert darauf legen, in die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr zu investieren“. „Auf unsere Feuerwehr können wir uns verlassen, Dankeschön“, sagte er. Das fand auch Stefan Steinigeweg, stellvertretender Kreisbrandmeister.

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