10 Jahre Tafel in Saerbeck
Respekt gegenüber den Menschen

Saerbeck -

Nächstenliebe, Respekt, ehrenamtliches Engagement, wichtig für das Dorf: Mit diesen und etlichen weiteren Worten wurden die Tafel-Ausgabestelle und deren Ehrenamtler anlässlich des zehnjährigen Bestehens gewürdigt. Zum Jubiläum wünschen sie sich aber am liebsten, endlich überflüssig zu werden.

Samstag, 28.10.2017, 05:10 Uhr

Das Saerbecker Tafel-Team und die Gäste bei der kleinen Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Ausgabestelle.
Das Saerbecker Tafel-Team und die Gäste bei der kleinen Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Ausgabestelle. Foto: Alfred Riese

„Die Tafel löst sich auf.“ Auf den ersten Blick ein merkwürdiger Wunsch, den Herbert Breidenbach , Leiter de r Saerbecker Ausgabestelle für Lebensmittel an  Bedürftige, da aussprach. Mitten in die kleine Feier zum zehnjährigen Bestehen hinein. Auf den zweiten Blick war es das nicht.

Im Jahr 2004 habe man im Pfarrheim zusammengesessen und sich gefragt, ob so etwas wie die gerade gegründete Tafel in Greven auch für Saerbeck nötig sei, erinnerte Pastor Peter Ceglarek . „Brauchen wir nicht“, diese erste Reaktion hätte sich drei Jahre später erledigt mit der Erkenntnis: „Wie in vielen Gemeinden gibt es bei uns arme Menschen – dafür ist die Tafel da.“ „Dass sich so viele Ehrenamtliche bewusst für Arme einsetzen, ist nicht selbstverständlich“, würdigte er den Einsatz des 22-köpfigen Teams. Die Mitglieder würden „Menschen in Not mit Wertschätzung begegnen“ und hätten auch die Herausforderung mit der großen Zahl nach Saerbeck gekommener Flüchtlinge angenommen und bewältigt.

Mit Bezug auf das Jahresmotto der St.-Georg-Pfarrgemeinde sagte Peter Ceglarek: „Danke, dass sie so vielen Menschen Hoffnungsräume anbieten.“

„Ich sehe, dass die Tafel in Saerbeck nur liebenswert, zuverlässig, feinfühlig und respektvoll mit den Menschen ist, danke dafür“, sagte Helmut Henrich, beim Caritasverband zuständig für die Tafel mit ihren vier Ausgabestellen im Verbandsgebiet, im Pfarrheim-Saal. „Stimmt“, kam es von einer so Angesprochenen zurück – mit gerechtfertigtem Stolz in der Stimme.

Als Nur-Hausfrau habe ich relativ viel Zeit, und diese Zeit wollte ich sinnvoll einbringen. Ich wollte etwas für Bedürftige tun.

Als Nur-Hausfrau habe ich relativ viel Zeit, und diese Zeit wollte ich sinnvoll einbringen. Ich wollte etwas für Bedürftige tun

Als „wesentlichen Bestandteil des Saerbecker Lebens“ beschrieb Florian Bücker (CDU), stellvertretender Bürgermeister, die Tafel und ihre Ehrenamtler, „die ihre Arbeit Woche für Woche vollbringen“. Diese Arbeit sei „gelebte Nächstenliebe, die den Schwächsten der Gesellschaft hilft“. Wie der Ausgabenstellen-Leiter Herbert Breidenbach betonte Bücker, dass die Einrichtung von vielen Vereinen und Gruppen im Dorf unterstützt werde, auch von der politischen Gemeinde mit einem Mietzuschuss.

Das Wort von Breidenbach vorwegnehmend, meinte Bücker, „das Schönste, was wir uns wünschen können, ist, dass die Tafel ihr nächstes Jubiläum nicht feiert, weil sie überflüssig geworden ist“.

Ich habe eine sinnvolle Aufgabe gesucht. Ich freue mich über den Umgang mit Menschen. Ihre Dankbarkeit ist mir Lohn genug.

Ich habe eine sinnvolle Aufgabe gesucht. Ich freue mich über den Umgang mit Menschen. Ihre Dankbarkeit ist mir Lohn genug.

Bis es soweit sein sollte, lobte Ausgabenstellen-Leiter Herbert Breidenbach „ein wunderbares Team, bei dem es immer läuft und mit dem es immer Spaß macht“. Insbesondere würdigte er die Arbeit seiner Vorgängerin Monika Röhrkohl. Und wenn die Tafel schon nicht überflüssig werde, habe er „die Hoffnung, weiter so tolle Unterstützung durch Saerbecker Gruppen zu bekommen“.

Neben der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements war die Feier zum Zehnjährigen eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen das Vormittags- und das Nachmittagsteam zusammenkommen, merkte Herbert Breidenbach an. Für Helmut Henrich auch eine Gelegenheit, den zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit der Gründung dabei sind, eine Dankesurkunde des Caritasverbands zu überreichen. Einige Gutscheine, unter anderem vom Hausvermieter Albert Stegemann und der Pfarrcaritas, dürften für Kaffee und Kuchen für alle reichen, meinte Herbert Breidenbach.

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