Runder Tisch „Kita“ über ungleiche Verteilung von Kindern mit Migrationshintergrund
Der (mögliche) Problemlöser

Saerbeck -

Ein „bunter Nachmittag“, bei dem sich im Oktober die dann sechs Saerbecker Kindertagesstätten gemeinsam Eltern präsentieren, soll Abhilfe schaffen beim Problem der ungleichen Verteilung von Kindern aus Familien mit Flüchtlings- oder Migrationshintergrund.

Samstag, 07.07.2018, 11:30 Uhr

Der St. Marien Kindergarten.
Der St. Marien Kindergarten. Foto: Alfred Riese

Diesem Vorschlag der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland, die im Dorf drei Kitas betreibt, hätten sich der DRK-Kreisverband Tecklenburger Land und die katholische Pfarrgemeinde St. Georg als Träger der weiteren Kitas angeschlossen, berichtete Bürgermeister Wilfried Roos am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats.

Am Nachmittag waren Vertreter der Kitas und ihrer Träger, zwei Mitarbeiter des zuständigen Kreisjugendamts und der Bürgermeister zu einem Runden Tisch zusammengekommen. Dieses gemeinsame Gremium hatte der Rat im Mai mehrheitlich auf einen Dringlichkeitsantrag der CDU hin eingerichtet.

Im Vorfeld der Vergabe der Trägerschaft für einen neuen, sechsten Kindergarten war Anfang des Jahres öffentlich geworden, dass zuletzt mehr als 40 Prozent der Kinder im katholischen Kindergarten St. Marien aus Familien mit Flüchtlings- oder anderem Migrationshintergrund kommen, viele davon Muslime. Konkrete Zahlen nannte Roos am Donnerstag nicht, sprach aber von einem „erheblichen Anteil“. Am Runden Tisch hätten allerdings auch andere Einrichtungen eine ähnliche Situation gemeldet.

Der „bunte Nachmittag“ soll am Samstag, 6. Oktober, von 15 bis 17.30 Uhr in der Bürgerscheune stattfinden und laut Roos auch von der ökumenischen Flüchtlingshilfe flankiert werden. Dort sollen die Kitas Gelegenheit haben, sich Eltern vorzustellen und Fragen zu beantworten. Die Einladungen dazu kämen vom Kreisjugendamt, das anschließend die Kitas zum üblichen Perspektivgespräch für das Anmeldeverfahren für den Sommer 2019 versammelt. Die Tage der offenen Tür in den einzelnen Kitas für Erstanmeldungen finden dann wie gehabt zeitgleich, aber getrennt statt (18. November), bevor die Anmeldewoche beginnt. Zu Beginn des neuen Jahres sollen Gespräche mit dem Kreisjugendamt klären, ob nachgesteuert werden muss, erläuterte Roos das Verfahren. „Alle Kitas gehen das Problem gemeinschaftlich an und präsentieren sich für das Anmeldeverfahren als Einheit“, erklärte der Bürgermeister und nannte das ein „sehr gutes Modell“. Er stellte zusätzlich in Aussicht: „Der nächste Schritt könnte sein, saerbeckweit einheitliche Vergabekriterien für Kitaplätze zu schaffen.“ Das ziehe das Kreisjugendamt in Erwägung.

„Ich finde das Ergebnis super. Da sieht man, was ein Runder Tisch bewirken kann“, kommentierte Bernd Willebrandt (CDU). Er zielte damit auf die UWG, die sich im Mai nicht „hopplahopp“ zu einem Runden Tisch hatte drängen lassen wollen.

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