150 Besucher erleben fachkundige Führungen / Turm offiziell eingeweiht
Die Ems darf wieder krumm werden

Saerbeck/Emsdetten -

„Auf eine gute Nachbarschaft mit dem Naturschutz!“ Mit diesen Worten erklärte am Samstagnachmittag Regierungspräsidentin Dorothee Feller die Renaturierungsmaßnahmen an der Ems bei Hembergen für vollendet.

Dienstag, 02.10.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 18:00 Uhr
Zahlreiche Besucher waren zur Ems nach Hembergen gekommen und erlebten neben der Eröffnung des Turms auch fachkundliche Exkursionen entlang des Flusses.
Zahlreiche Besucher waren zur Ems nach Hembergen gekommen und erlebten neben der Eröffnung des Turms auch fachkundliche Exkursionen entlang des Flusses. Foto: Hesseling

Über 150 interessierte Mitbürger waren an diesem sonnigen Nachmittag zum neuen Aussichtsturm an der Ems gekommen, um an der offiziellen Einweihung dieses markanten Naturprojektes teilzunehmen.

Der neue Aussichtsturm steht nun auf der kleinen Anhöhe in der Emsaue, von dem aus die Besucher einen spannenden Blick in die neue Flussrinne der Ems mit seinem Auenwald und den Randsenken in der Sekundäraue werfen können. „Die Bauarbeiten sind zwar bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen, aber die eigentliche Renaturierung wird nunmehr allein der Natur überlassen, die in den nächsten Jahren allein mit eigener Kraft die Landschaft an dieser Stelle prägen wird“, wie Dr. Schimmer von der Bezirksregierung Münster mit zufriedenem Gesicht erklärte.

Über eine Millionen Tonnen Sand sind bewegt worden, um die Ems wieder in ihr altes Bett zurückzuführen und damit alte Bausünden aus dem vergangenen Jahrhundert beheben zu können.

War die Bauzeit zunächst auf fünf Jahre geplant worden, so können schon jetzt, ein Jahr früher, die Bagger und Lkw wieder abziehen, und es kehrt wieder Ruhe in diesem idyllischen Stück Natur an der Ems ein.

„Die Baumaßnahme wurde zu eine Erfolgsgeschichte“, da sind sich die Verantwortlichen einig. Um die Schönheit des Areals für jeden erlebbar zu machen, wurde der Aussichtsturm an einem markanten Punkt in der Aue errichtet. Ansonsten ist das Naturschutzgebiet der Emsaue streng geschützt und darf nicht betreten werden. Dies allein, um die Ziele der Wiederherstellung des natürlichen Freiraums zu gewährleisten, wie Schimmer anmerkte.

Bevor das rote Band zur offiziellen Einweihung des Heinz-Rinsche-Turms von den Enkeln des Namensgebers feierlich zerschnitten wurde, würdigten Michael Wolters (NABU-Kreisverband) und Friedel Hesseling (BUND) in ihrer Laudatio die besonderen Leistungen des Namensgebers.

„Die Steine müssen raus, und die Ems muss wieder krumm werden“, mit diesem Motto hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Naturschützer Heinz Rinsche bereits seit 1986 für die Renaturierung der Ems gekämpft. Für ihn als Botaniker und Ornithologen, für den Umweltbildung eine Herzenssache war, war die Renaturierung von Venn und Emsaue kein Selbstzweck.

Das ökologische Gleichgewicht sei überlebenswichtig für Mensch und Tierwelt. „Den Turm, der nun seinen Namen trägt, besteigen und die Schönheit diese einzigartigen Fleckchens Natur bestaunen, wäre ganz in seinem Sinne“, wie Wolters anmerkte.

Die gute Aussicht auf die neue – alte Ems, verbunden mit naturkundlichen Exkursionen entlang des Flusslaufes unter fachkundiger Führung, rundete diese gelungene Einweihungsfeier ab.

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