Neues Stromtarifangebot „Unser Landstrom“ der Stadtwerke Emsdetten
Der Bürgermeister als Werbeträger

Saerbeck -

Kann man ein Fan von Braunkohlestrom sein? Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos ist es nicht. „Wir möchten als Klimakommune, dass möglichst viele, am besten alle Haushalte Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen“, sagte er am Dienstag beim Pressegespräch zum neuen Stromtarifangebot „Unser Landstrom“ der Stadtwerke Emsdetten.

Mittwoch, 10.10.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 10.10.2018, 12:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 10.10.2018, 13:00 Uhr
Aus erneuerbaren Quellen und aus der Region, damit werben die Stadtwerke Emsdetten und die Gemeinde Saerbeck für den neuen „Unser Landstrom“-Tarif, hier (von links) Urs Hankemann (Vertriebsleiter), Mitarbeiter Timo Goldschmidt, Interessent Günter Reelfs, Bürgermeister Wilfried Roos und Geschäftsführer Jürgen Schmidt am Beratungsstand im Rathausfoyer.
Aus erneuerbaren Quellen und aus der Region, damit werben die Stadtwerke Emsdetten und die Gemeinde Saerbeck für den neuen „Unser Landstrom“-Tarif, hier (von links) Urs Hankemann (Vertriebsleiter), Mitarbeiter Timo Goldschmidt, Interessent Günter Reelfs, Bürgermeister Wilfried Roos und Geschäftsführer Jürgen Schmidt am Beratungsstand im Rathausfoyer. Foto: Alfred Riese

Das hat bereits per Post alle Haushalte in Saerbeck als Wasserkunden der Stadtwerke erreicht. Im Rathausfoyer berät das außerdem mit Gas und Strom bereits in Saerbeck tätige Versorgungsunternehmen vor Ort.

Roos als Bürgermeister unterstützt das ausdrücklich, unter anderem mit seinem Gesicht auf den Werbeanschreiben. Seine Argumente: Umwelt- und Klimaschutz und regionale Wertschöpfung. Er privat will zu „Unser Landstrom“ wechseln, kündigte Roos am Dienstag an. Die Gemeinde hole zurzeit ein Angebot dazu ein, um weiterhin erneuerbar produzierten Strom zu beziehen.

Mit dem neuen Tarif erhalten Saerbecker Haushalte „die Möglichkeit, mit nachhaltiger Energie aus der Region versorgt zu werden“, heißt es in einer Erklärung der Stadtwerke. Dafür setzen diese auf regionale und erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Solarstromanlagen, alle im Kreis Steinfurt, versicherte Urs Hankemann , Vertriebsleiter der Stadtwerke. Auch aus Produktion in Saerbeck fließe Strom in dieses System“, erklärte Bürgermeister Roos, der das Angebot und seinen Preis „fair“ nannte.

„Unser Landstrom“ ist die Marke einer Kooperation der Stadtwerke Greven, Ochtrup, Rheine, Steinfurt, der die Stadtwerke Emsdetten im September beigetreten sind, um das Angebot zunächst in Saerbeck zu vermarkten, sagte Urs Hankemann. Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Stärkung des Kreises Steinfurt seien Ziele, so die Stadtwerke in ihrer Erklärung. Man wolle „die Vision im Blick behalten, dem Klimawandel die Stirn zu bieten“.

Mehr Ökostrom bedeutet weniger konventionell erzeugten Strom, machte Jürgen Schmidt, Geschäftsführer der Stadtwerke Emsdetten, eine einfache Gleichung auf. Je mehr Ökostrom abgenommen werde, desto mehr würde im Kreis Steinfurt produziert. „Erzeugung, Vermarktung: Alles, was in der Region bleibt, stärkte die Region“ und entlaste auch die Stromnetze, argumentierte Vertriebsleiter Hankemann. Lieferengpässe seien gerade im Kreis Steinfurt nicht zu befürchten. Fürs Erste hätten die Stadtwerke für zukünftige Saerbecker Kunden von „Unser Landstrom“ vier Millionen Kilowattstunden reserviert, genug für etwa 1000 Haushalte. Etwa 2200 Haushalte gibt es in Saerbeck. Im Hintergrund steht auch die Aufgabe, neue Vertriebswege für Ökostrom aus Anlagen zu finden, die demnächst aus den Garantie-Abnahmepreisen des Erneuerbare-Energien-Gesetztes (EEG) fallen würden, so Hankemann.

SaerGas übergibt Strom-Direktvermarktung nach Lengerich :Die SaerGas GmbH & Co. KG mit ihrer Biogasanlage im Bioenergiepark gibt zum Jahreswechsel die Strom-Direktvermarktung unter der Marke „SaerVE – unser Strom“ auf und übergibt diesen Geschäftsbereich und die Verträge mit Kunden in Saerbeck an die Stadtwerke Lengerich. Das bestätigte Geschäftsführer Hendrik Uhlenbrock am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung. In den nächsten Tagen sollen SaerGas-Bestandskunden ein schriftliches Angebot der Stadtwerke Lengerich in der Post haben. Die Stadtwerke Lengerich sind an der Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft (SaerVE) als örtlichem Stromnetzbetreiber beteiligt, neben der Gemeinde Saerbeck als Hauptgesellschafter.

Den Ausschlag für diese Entscheidung hätten Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) Anfang 2017 gegeben, die die regionale Direktvermarktung für kleine Produzenten wesentlich aufwendiger gemacht hätten, begründete Uhlenbrock diesen Schritt. Die SaerGas will in Zukunft auf flexible Stromproduktion entlang der Bedarfsschwankungen an der Leipziger Strombörse setzen und investiert aktuell in Technik dafür, sagte Uhlenbrock.

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