University of Minnesota erhält US-Fernsehpreis für Doku
Ein Emmy – auch für Saerbeck

Saerbeck -

„23 plus 1“, so kann man die weit gereisten Gäste beziffern, die jetzt zwei Tage lang auf Erkundungstour in der Klimakommune Saerbeck unterwegs waren: 23 Studenten der University of Minnesota und ein Emmy. Okay, es war nicht der große, Oscar-gleiche Emmy, den im September zum Beispiel die Dramaserie „Game of Thrones“ bekommen hat.

Samstag, 19.01.2019, 13:10 Uhr aktualisiert: 19.01.2019, 13:40 Uhr
Den (echten) TV-Emmy für die Fernseh-Dokumentation über die Zusammenarbeit von sechs Klimakommunen in Minnesota und Nordrhein-Westfalen präsentieren in der Bürgerscheine (v.l.) Klimakommune-Projektmanager Guido Wallraven, Andrew Lea und Rachel Linzbach (Studenten der University of Minnesota), Prof. Christof Wetter (FH Münster), Sabine Engel (Umweltinstitut der University of Minnesota) und Bürgermeister Wilfried Roos als einer der Hauptdarsteller des Films.
Den (echten) TV-Emmy für die Fernseh-Dokumentation über die Zusammenarbeit von sechs Klimakommunen in Minnesota und Nordrhein-Westfalen präsentieren in der Bürgerscheine (v.l.) Klimakommune-Projektmanager Guido Wallraven, Andrew Lea und Rachel Linzbach (Studenten der University of Minnesota), Prof. Christof Wetter (FH Münster), Sabine Engel (Umweltinstitut der University of Minnesota) und Bürgermeister Wilfried Roos als einer der Hauptdarsteller des Films. Foto: Alfred Riese

Dieser Fernsehpreis der amerikanischen Television Academy gilt für den nördlichen mittleren Westen der USA und die Kategorie Natur- und Umweltwissenschaften. Er ging im Oktober an die Universität für eine Dokumentation über die Zusammenarbeit von jeweils sechs Klimakommune in Minnesota und Nordrhein-Westfalen. Eine davon ist Saerbeck, zwei der Hauptdarsteller der Doku sind Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos und Klimakommune-Manager Guido Wallraven. „Das ist zur Hälfte ihr Emmy“, hörten die Beiden von Dr. Sabine Engel.

Die Lehrende am Umwelt-Institut leitet die internationalen Partnerschaften der US-Uni. Unterm Eichengebälk des Bürgerhauses, nach dem Grünkohl-Abendessen und mit dem goldenen Fernsehpreis in der Hand stellte sie fest: „Deutschland ist führend bei der Energiewende und im Klimaschutz, und hier bei ihnen in Saerbeck funktioniert das alles schon – wir brauchen auch unser Saerbeck in Minnesota.“

Die beiden Studenten Rachel Linzbach und Andrew Lea sahen das schon am Ende des ersten von zwei Tagen in Saerbeck ähnlich.

Rachel Linzbach (20 Jahre) ist während der zwei Wochen in NRW mit Stationen unter anderem im Landesumweltministerium, an der Fachhochschule Münster und bei der Stadt Münster besonders interessiert an der politischen und gesellschaftlichen der Energiewende. Sie studiert Politikwissenschaft, kommt aus der sehr kleinen Gemeinde Buffalo und sieht „die Energiewende auf dem Land als politische Aufgabe, die in den Köpfen anfängt“. Diesen Ansatz fand sie bei dem Landtagsmitglied Claudia Schlottmann wieder. Mit deren Partei, der CDU, „sympathisiere ich nicht gerade“, sagte Rachel Linzberg, „aber ich stimme ihr voll zu, wenn sie sagt, dass die Energiewende eine Aufgabe für alle Parteien und ein Diskussionsthema für alle Menschen ist“. Die Bereitschaft konkurrierender Parteien zur Zusammenarbeit sei „bemerkenswert und beeindruckend“. In Minnesota wird die Klima-Zusammenarbeit allerdings auch von Demokraten und Republikanern unterstützt.

Andrew Lea (21) studiert Genetik und ärgert sich über fehlende Nachhaltigkeit unter anderem in Uni-Laboren. Hoher Energiebedarf für Heizen und Kühlen, viel nicht recyclter Müll – „eine Ressourcenverschwendung, die sich die USA nicht leisten können“. Er schaute besonders auf Strategien zur Müllvermeidung und -wiederverwertung und wurde unter anderem im Bioenergiepark fündig.

„Wie viel smarter können wir sein, wenn wir zusammenarbeiten“, diese Frage formulierte Beth Mercer-Taylor, Koordinatorin für Umweltbildung am Institut der Uni of Minnesota, in der von Prof. Christof Wetter moderierten Podiumsdiskussion deutlich als Aufforderung und die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA, zwischen Saerbeck und seiner Klima-Partnergemeinde Morris in Minnesota als sehr wichtig dafür. Als etwas, das man sich aus den USA abgucken kann, schlug ein Deutscher Teilnehmer die zupackende Art des Handelns vor, zum Beispiel beim Kohleausstieg: „Wir wollen das – wir machen das!“

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