Umbaupläne für St. Georg
„Unsere Kirche für die Zukunft gut aufstellen“

Saerbeck -

Ab Juni macht die St.-Georg-Pfarrgemeinde im Wortsinn Ernst mit ihrem Jahresmotto „Vertraut den neuen Wegen“. Bis zur voraussichtlichen Fertigstellung des Innenumbaus Ostern 2020 sollen zum Beispiel Gottesdienste in der Gesamtschule stattfinden oder Kirchen-Café und Altengemeinschaft ins evangelische Gemeindehaus umziehen. Den Stand der Pläne erläuterte Pfarrer Ceglarek am Sonntag.

Montag, 25.03.2019, 09:00 Uhr
Das Innere der St.-Georg-Pfarrkirche vom Hochaltar aus gesehen: Wichtige Teile des geplanten Umbaus wie die vorgezogene Altarinsel mit Bänken zu beiden Seiten sind bereits provisorisch umgesetzt.
Das Innere der St.-Georg-Pfarrkirche vom Hochaltar aus gesehen: Wichtige Teile des geplanten Umbaus wie die vorgezogene Altarinsel mit Bänken zu beiden Seiten sind bereits provisorisch umgesetzt. Foto: Alfred Riese

Anderthalb Jahre nach dem provisorischen Umbau des Inneren der St.-Georg-Pfarrkirche biegt die Um- und Neugestaltung auf die Zielgerade. Bei einer Infoveranstaltung am Sonntag im Anschluss an den Zehn-Uhr-Gottesdienst erklärte Pfarrer Peter Ceglarek rund 40 interessierten Gemeindemitgliedern, dass für die Zuschüsse vom Bistum nur noch die schriftliche Bestätigung fehlt.

Auf „mehrere hunderttausend Euro für die gesamte Maßnahme“ grenzte Georg Teigeler , stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, die Kosten ein. Konkretere Zahlen wolle die Gemeinde nennen, sobald schriftliche Bestätigungen und erste Ausschreibungsergebnisse vorliegen. „Das Bistum ist uns entgegengekommen“, sagte Pfarrer Ceglarek, finanziere aber nicht alles. Er wies zudem auf Unwägbarkeiten hin, den Denkmalschutz oder mögliche zusätzliche Kosten für die Säuberung von Figuren oder des Hochaltars.

Nach dem 10-Uhr-Gottesdienst berichteten Pfarrer Peter Ceglarek und Georg Teigeler vom Kirchenvorstand über den aktuellen Stand der Umbaupläne für St. Georg.

Nach dem 10-Uhr-Gottesdienst berichteten Pfarrer Peter Ceglarek und Georg Teigeler vom Kirchenvorstand über den aktuellen Stand der Umbaupläne für St. Georg. Foto: Alfred Riese

Die Kernpunkte des Umbaus sind unverändert, listete Georg Teigeler auf: die mittige Altarinsel auf Höhe einer Treppenstufe wie jetzt beim Provisorium; Altar, Predigtpult und Priestersitz neu aus Sandstein, wie vom Bistum wegen der Stimmigkeit der Materialien mit Taufbecken und Hochaltar-Mensa vorgeben; Absenkung der Bänke entlang des Mittelgangs auf eine Holzfläche auf Niveau der jetzigen Bodenplatten; Reinigung von Wänden und Decke; Erneuerung der elektrischen Anlagen inklusive automatischem Türöffner; unverändert Beichtstühle; auch das Chorgestühl könne an Ort und Stelle verbleiben.

In den Finanzierungsgesprächen mit dem Bistum habe sich gezeigt, dass man in Münster statt einzelner Teile die große Gesamtlösung bevorzuge und auch bezuschusse, sagte Pfarrer Ceglarek. Deshalb verschwindet auch das Fragezeichen, das noch hinter der Anschaffung von Stühlen für die später freien Seitenflächen stand. Nach den Plänen des Architekten Holtfrerich hat St. Georg nach dem Umbau 190 Sitzplätze in den Bänken am Mittelgang und seitlich des Altars und bei Bedarf zusätzlich 110 Stühle – weniger als vorher.

Pfarrer Peter Ceglarek.

Pfarrer Peter Ceglarek. Foto: Alfred Riese

Pfarrer Ceglarek rechnet mit dem voraussichtlichen Beginn der Bauarbeiten bis Mitte Juni. Die Erstkommunionfeiern werden ihm zufolge auf jeden Fall noch in der Kirche stattfinden. Ebenfalls voraussichtlich nannte er Ostern 2020 als Datum für die Fertigstellung.

Pfarrer Ceglarek wies darauf hin, dass die aktuellen Pläne einerseits Vorgaben des Bistums als Geldgeber enthalten, andererseits zum Beispiel bei der Gestaltung des neuen Altars und Ambos auch Beschlüsse von Kirchenvorstand, Pfarreirat und erweitertem Bauausschuss dahinterstehen.

Georg Teigeler, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands.

Georg Teigeler, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. Foto: Alfred Riese

Für die große Lösung argumentierte Teigeler pragmatisch: „Wenn wir das jetzt nicht machen, wird es später vom Bistum solche Zuschüsse nicht mehr geben.“ Die Kirche müsse neue Wege gehen. Inhaltlich der Appell von Pfarrer Ceglarek: „Wenn wir die Kirche erhalten wollen, müssen wir sie so gestalten, dass sie auch von unseren Kindern und Kindeskindern gut genutzt werden kann.“ Er dankte der Gemeinde für die bisherige Beteiligung an den Umbauplänen und rief, auch mit Blick aufs Geld, auf: „Wir brauchen weiter Ideen, um unsere wunderschöne Kirche zu erhalten und für die Zukunft gut aufzustellen.“

Ausweichquartiere für die Bauphase

In der Umbauphase der Kirche soll eine feste Kapelle im großen Saal des Pfarrheims eingerichtet werden, unter anderem für Werktags-Gottesdienste und Tauffeiern. Für Beerdigungs-Gottesdienste steht mit 100 Sitzplätzen die Friedhofskapelle zur Verfügung, für Hochzeiten und Ehejubiläen kann St. Georg die Kirche in Hembergen oder Herz Jesu in Emsdetten anbieten. Die Gottesdienste am Wochenende sollen im großen Forum der Gesamtschule stattfinden. Die evangelische Arche hat ihr Gemeindehaus zum Beispiel für die Altengemeinschaft oder das Kirchen-Café angeboten.

Kritik und Sorgen

Die Umbaupläne für St. Georg stoßen weiterhin auch auf Kritik und Sorgen. Das zeigte die Infoveranstaltung am Sonntag, bei der sich mehrere Stimmen meldeten.

Beklagt wurden insgesamt fehlende Einflussmöglichkeiten von Gemeindemitgliedern. Wenig begeistert zeigten sich einige von der niedrigeren Altarinsel. Das Abarbeiten an „Luxusproblemen“ war ein allgemeiner Vorwurf. Auch wurden die Kosten für zu hoch gehalten. „Ich fühle mich in dieser Kirche sehr wohl und befürchte, dass sie bald nicht mehr so ist, wie sie war“, formulierte ein Teilnehmer seine Sorge und nannte die geplante Entfernung der Seitenbänke als Beispiel. Eine weitere Sorge: Die Friedhofskapelle könne für große Beerdigungsgottesdienste zu klein sein. Ein Teilnehmer mahnte mit Blick auf die Kosten: „Bleibt auf dem Teppich!“ Er schlug vor, Spendenaktionen für konkrete, einzelne und überschaubare Einzelmaßnahmen durchzuführen, dann sei die Spendenbereitschaft höher.

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