Standing Ovations für „ars musica“ beim Passionskonzert
Eine packende musikalische Reise

Saerbeck -

Wie ist es möglich, Passion erlebbar zu machen? Das „ars musica ensemble“ unter der Leitung von Alexandros Tsihlis hat es am Sonntagabend in der gut besuchten Saerbecker St. Georg-Kirche ganz beeindruckend vorgemacht.

Dienstag, 16.04.2019, 09:30 Uhr
Das „ars musica ensemble“ unter der Leitung von Alexandros Tsihlis trat am Sonntagabend in der St. Georg-Kirche auf.
Das „ars musica ensemble“ unter der Leitung von Alexandros Tsihlis trat am Sonntagabend in der St. Georg-Kirche auf. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Es hat den Zuhörer auf eine packende musikalische Reise entlang der Passionsgeschichte mitgenommen, die quasi als zweite Erzählebene in folgender Frage mündete: Wieso ist jemand bereit, für seine innere Überzeugung den höchstmöglichen Preis zu bezahlen?

„Ecce quomodo moritur iustus“ („Seht wie der Gerechte stirbt, und niemand nimmt es zu Herzen“) aus Jesaja 57, 1-2, lautete das Motto des Konzertes. Oder etwa doch? Anhand der Musik konnte jeder selbst reflektierend dieser Spur folgen. „Am Anfang war das „Vater Unser“, wie Jesus es in seiner Bergpredigt schlicht formulierte“, erläuterte Barbara Tsihlis , erste Vorsitzende, die nicht nur kompentent durch das Programm führte, sondern immer die deutsche Übersetzung zu den vorwiegend lateinischen Liedtexten parat hatte. Auf das blitzsauber intonierte „Notre Pére“ von Maurice Duruflé folgte Johannes Brahms‘ „In stiller Nacht“, dessen Leichtigkeit wie unausweichlich zum Ölberg führte. „In monte Oliveti“ von Franz Schubert gelang als eindringlicher Appell, wobei jede kleinste dynamische Feinheit getroffen wurde.

Über Tommaso Luigi da Vittorias „Popule meus“ und Tommaso Bais „O bone Jesu“, beides einfühlsam interpretiert, landete das Publikum bei der Kreuzigung. Mit fiel Tiefgang und Feingespür zugleich erklang Michael Haydns „Tenebrae factae sunt“. Großartig gelang „Eli, Eli!“ Jesus letzte Worte am Kreuz, von Georgius Bardos. Die durch Dissonanzen ge-prägten Schmerzensschreie sorgten für manchen Schauer. An dieser Stelle muss konstatiert werden, nicht umsonst wurde dem Ensemble dreimal in Folge der Titel „Meisterchor“ verliehen. Alexandros Tsihlis hat seine Sängerinnen und Sänger zu einem differenzierten, homogenen Klangkörper geformt, der bei größtmöglicher Musikalität mit den schwierigsten technischen Anforderungen fertig wird.

„Wie lange ich nun hier warte, ob und wann ich getötet werde, weiß ich nicht.“ Mit diesen Worten aus Alfred Delps Abschiedsbrief vom 2. Februar 1945 begann der zweite Teil des Abends. Delp, Jesuitenpater und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten wurde am gleichen Tag hingerichtet. Warum opfert sich jemand für seine Ideale? Auch das ist Passion, verankert im Glauben. Passend dazu, hat „ars musica“ eine Reihe von anspruchsvollen Passions-werken der Musikgeschichte ausgewählt, wie etwa die Bach-Choräle „Ich will hier bei dir stehen“ und „Erkenne mich mein Hüter“ aus der Matthäus-Passion, oder „Ecce, quomodo moritur“ von Jacobus Gallus, Quirino Gasparinis „Adoramos Te“ sowie „Tebe poem“ von Quirini Bortnjanski.

Reichlich Applaus gab es für die sängerische Leistung.

Reichlich Applaus gab es für die sängerische Leistung. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Besonders beeindruckten die Sängerinnen und Sänger mit Alexandros Tsihlis‘ Komposition „Se hymnoumen“ („Wir loben und preisen dich“) und „Hilf o Herr Christ, dem Schwachen!“ aus der Feder seines Freundes und Konservatoriumsdirektors in Kalamata, Stathis Gifthakis, in der sich nach Ligeti-Manier aus reibungsvollen Klangteppichen ein cantus firmus herausschälte. Eine herausragende sängerische Leistung. Standing Ovations und reichlich Applaus gab es zur Belohnung.

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