Agenturberater kommen in die MKG
Mit dem Tablet auf der Suche nach dem Beruf

Saerbeck -

Neue, digitale Wege beschreitet die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule zusammen mit der Agentur für Arbeit. Wurden früher Achtklässler aufwendig mit Bussen zur Berufsinformation gefahren, kam nun erstmalig die Berufsberaterin mit einem Klassensatz Tablets in die Schule. Das spart die Fahrerei, und nebenbei fühlten sich die Schüler mit den modernen Geräten sichtlich wohler als mit PCs.

Mittwoch, 19.06.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 10:20 Uhr
Achtklässerin Sophia wühlt sich am Tablet durch die Fragen zur Berufsorientierung, ahnt aber schon, das „etwas mit Menschen“ herauskommen könnte.
Achtklässerin Sophia wühlt sich am Tablet durch die Fragen zur Berufsorientierung, ahnt aber schon, das „etwas mit Menschen“ herauskommen könnte. Foto: Alfred Riese

Die ganze Welt des Arbeitslebens hatten die Achtklässler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) in diesen Tagen in einem kleinen Rechteck vor sich auf dem Tisch. Mit einem Klassensatz Tablets war die Agentur für Arbeit herausgekommen an die Schule. Den Test „Planet Universum“, der berufliche Neigungen und Interessen finden soll, kann zwar jeder im Webbrowser auch zu Hause machen. Tut aber kaum einer, so die Erfahrung. Und die Schülerinnen und Schüler wie bisher mit Bussen zur Agentur für Arbeit fahren, war stets aufwendig und auch teuer. Also: Premiere an der MKG für Berufsberaterin Marina Reifferscheid und die Tablets als digitales Berufsinformationszentrum , etwas kürzer Digi-BIZ-Mobil.

An dem Test ändert sich durch die neue Darreichungsform nichts. Achtklässerin Sophia schätzt gerade ihr handwerkliches Geschick auf einer Skala ein: Modelle bauen bekommt eine vier, der Werkzeuggebrauch eine sechs. „Hast du zwei linke Hände?“ Diese Frage auf dem Tabletbildschirm bleibt erstmal offen. Bei einigen Selbsteinschätzungen testet das Programm fieserweise mit Probeaufgaben, gerne Mathe. Die Fragen drehen sich um die Kommunikationsfähigkeit, räumliches Denken oder Verantwortungsbewusstsein. Sophia findet die Handhabung gut, die Fragen passend. Es sieht so aus, als wäre ihr dabei die Arbeit mit einem Tablet vertrauter als mit einem Schreibtisch-PC. Die Fragen beantwortet sie gewissenhaft. Aber sie glaubt, dass am Ende ein Beruf mit Menschen als Empfehlung herauskommt, in der Pflege vielleicht.

Achtklässler Resul mit dem Berufsorientierungs-Tablet und (von links) Christina Strotmeier, Franziska Hein, Marina Reifferscheid und dem kommissarischen Schulleiter Maarten Willenbrink.

Achtklässler Resul mit dem Berufsorientierungs-Tablet und (von links) Christina Strotmeier, Franziska Hein, Marina Reifferscheid und dem kommissarischen Schulleiter Maarten Willenbrink. Foto: Alfred Riese

Die Tablets finden die Schüler cooler als PCs, ist auch die Beobachtung von Franziska Hein . Die Lehrerin koordiniert die Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe eins der MKG. Den Versuch mit Tablets statt Bus sieht Hein als erfolgreich an, die Berufsberaterin und die Geräte mitsamt Medienassistenten sind schon für das kommende Jahr wieder gebucht. Was anderes als „Planet Universum“ läuft auf den Geräten an diesem Tag übrigens nicht, dafür sorgen die Einstellungen auf dem Master-Tablet. Berufsberaterin Reifferscheid sieht die Stunden in den Schulklassen auch als Möglichkeit, damit die Schüler die Agentur für Arbeit und ihr Angebot kennenlernen. Dazu gehört an der MKG unter anderem eine wöchentliche Vor-Ort-Sprechstunde.

In der hinteren Tischreihe arbeitet sich Resul durch die Fragen- und Aufgabenliste. Er denkt seit einem halben Jahr nach, welche Ausbildung er wohl machen möchte, sagt er – seit die Berufsorientierung Thema im Unterricht ist, das sei der Schubs gewesen. „Bei mir ist Kfz-Mechatroniker herausgekommen“, verrät Resul. Und das passt: Der Achtklässler hat nämlich für diesen Beruf schon einen Praktikumsplatz für die neunte Klasse klargemacht.

„Digi-BIZ-Mobil“ und die Berufsorientierung an der MKG

Das „digi-BiZ“ ist in der Sekundarstufe eins der MKG eingebettet in die Berufsorientierung, die von Jahrgang acht bis zehn reicht, erklärt die Wirtschaftslehrerin Christina Strotmeier. Dazu gehören im Rahmen des verpflichtenden Kein-Abschluss-ohne-Anschluss-Programms (KAOA) der Landesregierung unter anderem eine individuelle Potenzialanalyse und eine Berufsfelderkundung für einzelne Tage. Das „digi-BiZ“ nimmt die MKG freiwillig dazu, erklärt Koordinatorin Hein. Für das Drei-Wochen-Praktikum in Klasse neun sei der Test noch einmal hilfreich, um die Richtung zu bestimmen. „Spätestens Anfang der Klasse zehn sollte dann die Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnen“, meint Berufsberaterin Reifferscheid.

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