Delegation aus Jordanien sucht in Saerbeck nach Klimaschutz-Ideen
Arabisch im Goldenen Buch

Saerbeck -

Die georgische Ringelschwänzchen-Schrift fehlt auf den ersten Blick noch im Goldenen Buch der Gemeinde Saerbeck. Dort trugen sich am Mittwoch nach, unter anderem, Japanern und Amerikanern drei Bürgermeister aus Jordanien in arabischer Schrift ein. Sie waren auf Einladung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in der weltweiten Vorzeige-Klimakommune auf der Suche nach Ideen und Projekten.

Donnerstag, 20.06.2019, 17:00 Uhr
Sieht nach Arbeit aus: Mitglieder der jordanischen Besuchergruppe bei der Abschlussbesprechung in der Klimakommune Saerbeck mit den Kopfhörern für die arabisch-deutsche Übersetzung. Zweite von rechts ist Renate Schindlbeck von der GIZ.
Sieht nach Arbeit aus: Mitglieder der jordanischen Besuchergruppe bei der Abschlussbesprechung in der Klimakommune Saerbeck mit den Kopfhörern für die arabisch-deutsche Übersetzung. Zweite von rechts ist Renate Schindlbeck von der GIZ. Foto: Alfred Riese

Der frühere Umweltminister der Vereinigten arabischen Emirate steht schon drin, der Gouverneur der japanischen Präfektur Fukushima ebenfalls und US-amerikanische Offizielle. Die neuesten internationalen Einträge im Goldenen Buch der Gemeinde Saerbeck stammen von drei Bürgermeistern aus Jordanien und zeigen arabische Schriftzeichen.

Saleh Salman aus Busira, Mustafa Alshatti aus Dier Alla und Ahmad Eneizat aus Al Oyoun waren Teil einer 14-köpfigen Delegation aus dem arabischen Staat, der in Vorderasien an Israel, Syrien, den Irak und Saudi-Arabien grenzt. Die Berater, Firmenvertreter, Mitglieder des Umwelt- und des Finanzministeriums und die Bürgermeister sind auf der Suche nach Ideen, Projekten und Praxisbeispielen in Sachen Klimaschutz und Energiewende. Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), getragen von mehreren Bundesministerien, hatte die Gruppe für mehrere Tage nach Saerbeck eingeladen, als eine der Vorzeige-Klimakommunen in NRW und Deutschland mit internationalem Renomee. Später ging es weiter nach Berlin. Mit dabei war auch die Firma Energielenker mit Sitz am FMO (vormals Infas enermetric), mit der Saerbeck in Klimaangelegenheiten zusammenarbeitet und die auch in Jordanien tätig ist.

Bürgermeister Wilfried Roos (2. von links) mit dem Goldenen Buch der Gemeinde Saerbeck, in das sich gerade die Bürgermeister von drei Orten in Jordanien eingetragen haben (von links): Ahmad Eneizat (Al Oyoun), Saleh Salman (Busira) und Mustafa Alshatti (Dier Alla).

Bürgermeister Wilfried Roos (2. von links) mit dem Goldenen Buch der Gemeinde Saerbeck, in das sich gerade die Bürgermeister von drei Orten in Jordanien eingetragen haben (von links): Ahmad Eneizat (Al Oyoun), Saleh Salman (Busira) und Mustafa Alshatti (Dier Alla).

Die GIZ zielt darauf, kommunale Partnerschaften zu gründen. Sie sollen den drei jordanischen Pilotkommunen helfen, Klimaschutzkonzepte voranzubringen. In der Klimakommune Saerbeck hatte die GIZ für ihre Gäste das Besucherprogramm „Saerbeck professionell“ gebucht. Dabei stellt die Gemeinde für die Betreuung, Vorträge und Begleitung von Gruppen kostendeckende Tagessätze in Rechnung.

„Wir hoffen auf eine Wiederholung unserer Begegnung und dass wir von den deutschen Erfahrungen lernen können, besonders von denen, die Saerbeck gemacht hat“, bedankte sich bei der Abschlussbesprechung Saleh Salman aus Busira. Ahmad Eneizat aus Al Oyoun wünschte, dass „die Völker in Deutschland und Jordanien gute Fortschritte beim Klimaschutz und der Energiewende machen“. Von „guten Einblicken in Umweltschutzprojekte“ sprach Mustafa Alshatti aus Dier Alla.

Auf der To-do-Liste der Jordanier weit oben standen am Mittwoch Öffentlichkeitsarbeit, um die Bürger mitzunehmen, und Engagement für das Thema Umweltschutz an Schulen. Neben den technischen Projekten der Energieerzeugung und des Recyclings waren die Besucher beeindruckt von der Umnutzung einer früheren Militäranlage in einen Bioenergiepark.

„Die Öffentlichkeitsarbeit ist eines der wichtigsten Themen, damit die Bevölkerung versteht, was gemacht wird“, war sich Renate Schindlbeck von der GIZ sicher. Das Bewusstsein für Klimaschutz zu fördern, riet Dr. Gabi Zink-Ehlert, Leiterin des Berliner Büros der Energielenkern. Sie hatte im Auftrag der GIZ zusammen mit Bürgermeister Wilfried Roos den Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman vorbereitet.

Roos nutzte die Abschlussbesprechung für einen Appell, für den es in der Fridays-for-Future-Bewegung den Daumen hoch geben dürfte: „Ich hoffe, dass wir uns weiter begegnen und voneinander lernen können. Wir haben alle zusammen nur diese eine Welt und sollten sie schützen für unsere Kinder und Enkel.“

Allmählich macht es den Eindruck, als würde sich diese eine Welt im Goldenen Buch der Gemeinde Saerbeck versammeln.

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