Zuschüsse für kulturell tätige Vereine
Mehr Geld für (fast) alle

Saerbeck -

Der im Dezember ungelöste Streit um die Förderrichtlinien für kulturell tätige Vereine hat ein Gutes: Die Zuschüsse steigen für dieses Jahr kräftig an. Nur die Kolpingsfamilie guckt bei den Investitionsförderungen teilweise in die Röhre.

Donnerstag, 27.06.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 16:40 Uhr
Als kulturell tätig anerkannt und damit zuschussfähig ist unter anderem der Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf, der als Brauchtum das Maibaumaufstellen organisiert.
Als kulturell tätig anerkannt und damit zuschussfähig ist unter anderem der Bürgerschützenverein Saerbeck-Dorf, der als Brauchtum das Maibaumaufstellen organisiert. Foto: Alfred Riese

Keine Einigung ist eine gute Einigung. Dieser Satz gilt zumindest für die meisten kulturell tätigen Vereine, Verbände und die Bücherei. Ihre Zuschüsse für das laufende Jahr standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Die mangels Mehrheit am Ende unvollendet gebliebene politische Auseinandersetzung über die Förderrichtlinien im vergangenen Jahr sorgt für kräftig steigende Summen.

Als im Dezember nach fast einem Jahr Diskussion die komplette Neufassung der Richtlinien scheiterte, blieb dies: Eine Mehrheit fand sich für die Verdopplung der Mitglieder-Kopfpauschalen und die Vervierfachung des Fördersockels für jeden Verein auf 200 Euro. Keine Mehrheit fand sich für Änderungen bei den einzelnen Investitionszuschüssen – sie blieben. Den aktuellen Stand in Sachen Richtlinien-Diskussion fasste Bürgermeister Wilfried Roos so zusammen: „Der Verwaltung ist inhaltlich auch noch nichts Neues eingefallen.“

Die Summe, die an die Vereine ausgeschüttet wird, verdoppelt sich knapp auf 20 100 Euro. Davon entfallen 11 141 Euro auf die Pro-Kopf-Zuschüsse, bei denen keine Gruppe schlechter gestellt wird, etliche aber ordentlich zulegen. Die Investitionszuschüsse summieren sich auf 4320 Euro, auch hier eine deutliche Steigerung. Hinzu kommen einzeln vom Rat beschlossene Zuschüsse für den Karnevalsumzug, das Kolping-Blasorchester für offizielle Auftritte im Dienst der Gemeinde, den Partnerschaftsverein Ferrieres für die anstehenden Jubiläumsfeiern und den Schützenverein Westladbergen für dessen Jubiläum – zusammen 4600 Euro.

Nicht so gut läuft es für die Kolpingsfamilie. Deren Einzelgruppen bekamen bislang teilweise einzelne Investitionszuschüsse. Beschlussstand seit Dezember ist aber: Die Kolpingsfamilie ist ein Verein und bekommt einmal höchstens 1000 Euro aus diesem Topf statt zuvor bis zu der dreifachen Summe. Das betrifft Anschaffungen des Kolping-Blasorchesters und des Gospelchors. Auf den Hinweis von Gemeindekämmerer Guido Attermeier, dass der Beschluss aus dem Dezember noch geändert werden und alle drei Gruppen wie früher einzeln für die Förderung anerkannt werden könnten, stieg am Dienstag kein Mitglied des Kulturausschusses so richtig ein. Die Empfehlung an den Rat für die Vereinszuschüsse für 2019 erging einstimmig.

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