Hauptausschuss spricht Empfehlung aus
Abfallgebühren sinken deutlich

Saerbeck -

Die Gemeinde Saerbeck will die Abfallgebühren senken, um zwar kräftig. Für die Biotonne und für die Restmüllgefäße jeder Größe sollen Saerbecker ab kommendem Jahr rund ein Drittel weniger zahlen. Die Altpapierabfuhr bleibt kostenfrei. Wie viel Geld bleibt im Portemonnaie und woher kamen die Rücklagen?

Samstag, 29.06.2019, 06:00 Uhr
Der niedrige Anteil an Störstoffen im Biomüll spart die Saerbecker bares Geld. Hier eine Kontrolluntersuchung im Kompostwerk.
Der niedrige Anteil an Störstoffen im Biomüll spart die Saerbecker bares Geld. Hier eine Kontrolluntersuchung im Kompostwerk. Foto: Alfred Riese

Die Gemeinde Saerbeck will die Abfallgebühren senken, um zwar kräftig. Für die Biotonne und für die Restmüllgefäße jeder Größe sollen Saerbecker ab kommendem Jahr rund ein Drittel weniger zahlen. Die Altpapierabfuhr bleibt kostenfrei.

Für die kleinste Restmülltonne (60 Liter, Abfuhr alle vier Woche) sinkt die jährliche Gebührt um 25 auf 54 Euro. Die gebräuchlichste 80-Liter-Tonne kostet 66 statt 97 Euro. Für die Biotonne stehen ab Januar 36 statt 54 Euro auf dem Bescheid. Eine entsprechende Änderung der Gebührensatzung hat der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig dem Gemeinderat zum Beschluss empfohlen.

Diese Gebührensenkung ist keine Wohltat, sondern gesetzlich notwendig. Die Gemeinde darf nur so viel als Gebühren einziehen, wie die Abfallentsorgung auch tatsächlich kostet. „Kostenrechnende Einrichtung“ nennt sich das. Der Ausgleich darf aber auf drei Jahre kalkuliert werden, die Abweichungen dann innerhalb von vier Jahren ausgeglichen.

Kassensturz

Die letzten beiden Kassenstürze hatten schon beträchtliche Rücklagen festgestellt und zu Gebührensenkungen geführt, denen nun die dritte folgt. Sie kommt etwas später, weil zuletzt der Wechsel des Entsorgungsunternehmens und die Verlagerung des Wertstoffhofs zur Entsorgungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (EGSt) im Bioenergiepark Unsicherheitsfaktoren waren.

„Mittlerweile wissen wir, wo wir stehen“, erklärte Gemeindekämmerer Guido Attermeier im Hauptausschuss. Trotz der zweifachen Gebührensenkung in den letzten Jahren ist die Rücklage, das zu viel Bezahlte der Bürger, insgesamt um gut 90 000 auf 412 000 Euro angewachsen. Diese Summe, verteilt auf vier Jahre, macht die Gebührensenkung aus.

Darin liegt´s

Warum hat die Gemeinde für die Abfallentsorgung weniger ausgegeben als an Gebühren eingenommen? Das betrifft zum größten Teil den Restmüll, bei dem die Rücklage um 90 000 Euro anstieg. Kämmerer Attermeier sieht zwei Gründe: die kostengünstigere Neuvergabe der Müllabfuhr und die Aufgabe des eigenen Wertstoffhofs. Während beim Altpapier die Rücklage abschmolz, wuchs sie beim Biomüll in gleicher Höhe von etwa 30 000 Euro. Bürgermeister Wilfried Roos erklärte das einerseits mit den kurzen Transportwegen für Biomüll in das Kompostwerk im Bioenergiepark. Gleichzeitig würden die Saerbecker sehr wenig Störstoffe und Fehleinwürfe in die Biotonne packen (1,6 Prozent) und so die Gemeinde vor Strafzahlungen an die EGSt bewahren. „Diese Gebührensenkung haben sich die Bürger zum Teil selbst verdient“, stellte Roos fest.

Wenn die Rücklagen in vier Jahren aufgezehrt sind, rechnet Kämmerer Attermeier mit wieder steigenden Gebühren. Bis dahin zählt die Entwicklung der Altpapierpreise zu den Kalkulationsrisiken. Im Ranking der Abfallgebühren im Kreis Steinfurt dürfte Saerbeck im nächsten Jahr seinen ohnehin schon guten Platz weiter verbessern.

Die gelbe Tonne kostet weiterhin auch keine Gebühren. Für sie ist allerdings nicht die Gemeinde zuständig, sondern das Duale System Deutschland.

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