Kritische Blicke in Richtung Wölfe
Nachwuchs im Wildfreigehege

Saerbeck -

Noch etwas scheu schaut Kalb Annika teilweise die Besucher des Wildfreigeheges Nöttler Berg an. Zwei Monate ist das junge Waldbison nun alt. Im Mai kam es im Wildfreigehege auf die Welt. Dort lebt es jetzt gemeinsam mit seinen beiden Eltern – ausgewachsene Waldbisons.

Montag, 29.07.2019, 09:35 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 09:40 Uhr
Da kann man als Kind schon einmal überfordert sein, wenn so viele Tiere um das Futter in der Hand betteln. Bei Kindern sind im Moment vor allem die Baby-Ziegen beliebt.
Da kann man als Kind schon einmal überfordert sein, wenn so viele Tiere um das Futter in der Hand betteln. Bei Kindern sind im Moment vor allem die Baby-Ziegen beliebt. Foto: Stefanie Behring

Das Waldbison ist eine Unterart der Amerikanischen Bisons, die – wie der Name bereits sagt – aus Amerika stammen. Ausgewachsen kann so ein männliches Tier bis zu einer Tonne wiegen, Weibchen werden halb so schwer. Ein bisschen dauert es aber noch, bis auch Kalb Annika eines Tages dieses Gewicht erreichen wird. Bis dahin tollt es noch einige Monate in ihrem Gehege zwischen Mama und Papa herum.

Im Wildfreigehege gibt es fast in jedem Jahr Nachwuchs bei den Bisons. Erst vor kurzem wurden zwei Kälber aus den Jahren 2017 und 2018 in einen Park nach Berlin übergeben. „Wir gucken immer, wo gerade Bedarf ist und in welche guten Hände wir die Tiere abgeben können“, erklärt Betreiber Christoph Behring das Vorgehen. Je nachdem, ob Bedarf und Platz für die Tiere vorhanden ist, müsse man teilweise schon vorher überlegen, ob Nachwuchs sinnvoll sei. „Natürlich freuen sich alle Besucher, wenn sie Jungtiere sehen können, aber manchmal haben wir nicht genug Platz oder wissen, dass wir die Tiere später nicht abgeben können“, erklärt Behring weiter. Dann müsse man Abstriche zum Wohle der Tiere machen und eben auf Nachwuchs bei einigen Tierarten verzichten.

Ein Besuch im Wildfreigehege

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  • Wildschweine

    Foto: Stefanie Behring
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  • Wolf

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  • Ziegen

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  • kühe

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  • Böse Blicke gibt es von Luchsen-Mama Luna, die fürsorglich ihre drei Kinder beschützt. Die Jungtiere tollen täglich verspielt in ihrem Gehege herum.

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  • Bison-Kalb Annika kam im Mai im Wildfreigehege Nöttler Berg zur Welt und ist nur eines von vielen Tierbabys. Auch bei den Auerochsen, den Luchsen, Frettchen, Rotwild und anderen Tierarten gibt es Nachwuchs.

    Foto: Stefanie Behring

In diesem Jahr gibt es wieder einige Tierbabys im Wildfreigehege Nöttler Berg zu bestaunen. Ebenfalls im Mai kamen beispielsweise drei Luchs-Babys auf die Welt. Mutter Luna kümmert sich seither fürsorglich um ihren verspielten Nachwuchs. Die drei Katzen – oder Kater, da das Geschlecht noch nicht bestimmt werden konnte – tollen in ihrem weitläufigen Gehege herum, klettern auf halb liegende Bäume oder springen sich gegenseitig an: Wie das eben bei kleinen Kindern so ist. Angst scheinen die Kleinen dabei überhaupt nicht zu haben. Während Mutter Luna am Zaun böse Blicke von sich gibt und sich schützend vor ihren Nachwuchs stellt, sind die Katzen eher neugierig und wagen sich – wenn man Glück hat – bis ganz in die Nähe des Zauns vor. Die kleinen Spielkinder werden noch ungefähr anderthalb Jahre im Wildfreigehege bleiben, bis es auch für sie Zeit wird, umzuziehen, da sonst Streitigkeiten unter den eigentlichen Einzelgängern ausbrechen würden.

Nachwuchs gibt es ebenso beim Rotwild, bei den Frettchen, bei den Auerochsen, beim Damwild, bei den Hängebauchschweinen, den Rehen und vielen anderen Tierarten. Beispielsweise sieht man viele Küken in den Gehegen oder auch frei. Darunter Pfauenkinder, die aber leider noch kein schönes Pfauen-Rad in Mini-Format werfen können. „Das dauert drei bis vier Jahre, bis auch die Kleinen das richtige Gefieder dafür haben“, berichten die Betreiber Thomas und Christoph Behring. Keinen Nachwuchs gibt es in diesem Jahr bei den Wölfen. Die beiden Brüder bemerkten allerdings, dass der aktuelle Medien-Hype rund um Wölfe für mehr kritische Blicke in das Gehege sorgt. Dafür sind die kleinen Ziegen wieder mal eine echte Attraktion für Kinder. Thomas Behring lacht: „Jedes Kind möchte selbstverständlich wieder ausschließlich die Babys füttern.“

Während der jetzigen Sommerferien hat das Wildfreigehege jeden Tag – auch montags – ab 9 Uhr geöffnet. Aufgrund der vielen Bäume bleibe es auch an heißen Tagen verhältnismäßig kühl und vor allem schattig im Wildfreigehege.

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