New Yorker Maler-Größe Jörg Madlener mit Veranstaltungsreihe im Bioenergiepark
Kriegs-Bilder im Ex-Bunker

Saerbeck -

Die New Yorker Maler-Größe Jörg Madlener geht mit einer Ausstellung und Veranstaltungsreihe in das frühere Bundeswehrdepot, das heute als Bioenergiepark in Saerbeck Ort erneuerbare Energien und Ideen ist. Die Vernissage ist am Samstag um 18 Uhr im Bunker.

Donnerstag, 05.09.2019, 16:22 Uhr

Unter dem Thema „Sandstorm & Kassandra – The 1st five days of the War 2003“ stellt der Maler und Philosoph Jörg Madlener (New York) Werke über den Krieg im Irak vor 16 Jahren aus – an einem Ort, der ihm dafür wie geschaffen erscheint: einem ehemaligen Munitionsbunker im Bioenergiepark (BEP) in Saerbeck. Ins Deutsche übersetzt heißt das Thema „Sandsturm und Kassandra – Die ersten fünf Tage des Kriegs 2003“. Seiner Ausstellung hat Jörg Madlener zusätzlich ein Zitat von Paul Celan als Titel gegeben: „Es ist Zeit, dass es Zeit wird“.

Daneben laden Madlener und ein Saerbecker Unterstützerkreis zu weiteren Veranstaltungen im Rahmen von Titel und Thema ein. Alle Angebote finden in Bunkern des ehemaligen Bundeswehrdepots an der Riesenbecker Straße statt, heute weltweit bekannt als Ort nachhaltiger Energien und zukunftsweisender Ideen. Darin sieht der Künstler eine „Umpolung von Kriegs- in Wind- und Sonnenenergie“.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des BEP sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr besucht werden.

Die Termine der Veranstaltungsreihe:

► Samstag, 7. September, 18 Uhr: Vernissage;

► Sonntag, 8. September, 11 Uhr: Führung mit Dr. Olaf Mückain;

► Samstag, 14. September, 19 Uhr: Lesung mit Anna Stern, dazu „Lux Aeterna“, die Vertonung des letzten Teils der lateinischen Totenmesse von György Ligeti;

► Samstag, 21. September, 19 Uhr: Der Fall des Ikarus, Vortrag von Jörg Madlener;

► Freitag, 27. September, 19 Uhr: „Dialog“, Vernissage der Ausstellung mit Bildern von Alaa Nasser, in Saerbeck lebender Maler und Kriegsflüchtling aus Syrien, und Jörg Madlener;

► Samstag, 5. Oktober, 19 Uhr: Finissage.

Alle Veranstaltungen sind eintrittsfrei. Ab der Hauptzufahrt zum Bioenergiepark ist der Weg zum Ausstellungs- und Veranstaltungsbunker ausgeschildert.

Madlener-Bild "Sandstorm 6“

Madlener-Bild "Sandstorm 6“

Auslöser für die Gestaltung der ab Samstag ausgestellten, zuvor lange eingelagerten Bildserie waren zwei Fotografen in der New York Times im April 2003, dem Beginn des Irakkrieges, sowie die Lektüre der Erzählung von Christa Wolfs „Kassandra“. Auch von der Umwandlung eines Munitionsdepots in einen friedlichen zukunftsweisenden Ort im westfälischen Dorf erfuhr der Künstler in der Zeitung an seinem New Yorker Wohnort, verrät die Einladung zur Vernissage. Die Bilder aus der Zeit des Irak-Kriegs 2003 jetzt auszustellen, stellt die Frage, die auch in der Einladung zur Vernissage formuliert: Sind sie noch relevant, wenn das Ereignis vergessen oder von Neuem überwachsen und durch andere ähnliche Ereignisse überlagert und ersetzt wurde? Man darf damit rechnen, dass im Bunker „Ja“ geantwortet wird.

Jörg Madlener studierte Architektur, Kunst und Philosophie, unter anderem bei Adorno und Horkheimer, und war Schüler von Otto Dix. Seine Werke finden sich unter anderem in Guggenheim-Museum in New York.

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