Windkraft-Kunst von Schülern im BEP
Alles dreht sich um Gestalten-Wollen

Saerbeck -

31 kleine, künstlerisch gestaltete Windräder drehen sich zurzeit unter dem einen ganz großen am Eingang zum Bioenergiepark. Die Schau zeigt Ergebnisse aus einem Länder übergreifenden Schülerwettbewerb des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld zusammen mit dem Außerschulischen Lernstandort Saerbecker Energiewelten. Es sind kuriose Sachen dabei, aber die Motivation ist handfest

Sonntag, 08.09.2019, 19:00 Uhr
Herbert Thesing (links), Lehrer am Pictorius-Berufskoleg Coesfeld, und Peter Engler, Mitarbeiter im Lernstandort Saerbecker Energiewelten im Bioenergiepark, zwischen Windkraft-Kunstwerken.
Herbert Thesing (links), Lehrer am Pictorius-Berufskoleg Coesfeld, und Peter Engler, Mitarbeiter im Lernstandort Saerbecker Energiewelten im Bioenergiepark, zwischen Windkraft-Kunstwerken. Foto: Alfred Riese

Was man doch nicht alles zum Drehen bringen kann. Ein senkrecht aufgeschnittenes Bierfässchen, die Hälften versetzt zwischen zwei runde Platten montiert, zum Beispiel. Gelb-schwarz angemalt, ein lachender Kopf mit zwei Fühlern oben drauf: So dreht sich die emsige Biene seit Kurzem im Bioenergiepark (BEP). Sie ist das Gewinner-Werkstück aus dem Landkunst-Projekt des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld und stammt vom privaten Gymnasium Buldern.

30 weitere, technisch und künstlerisch gestaltete Windräder bilden zwischen der Hauptzufahrt und dem großen Windrad der Gemeinde Saerbeck die Abschlussausstellung des Projekts „Windkraftkunst auf dem Weitblick“. 14 Bildungseinrichtungen aus Deutschland und den Niederlanden mit 300 Schülerinnen und Schülern in 100 Arbeitsgruppen hatten sich an der zweiten Auflage dieses Wettbewerbs des Pictorius-Berufskollegs beteiligt. Mit im Boot dabei der Außerschulischen Lernstandort (ASL) Saerbecker Energiewelten des Fördervereins Klimakommune Saerbeck als Partner und Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) in Saerbeck als Teilnehmer.

Wir wollen junge Menschen früh für erneuerbare Energien interessieren.

Herbert Thesing

Vor den Sommerferien verbauten die jungen Menschen von der Grundschule bis zum Studiengang Erziehung Plastik, Holz, Metall und setzten dabei auf Recycling wie bei dem Bierfässchen. Bei einer Ausstellung der Werke vor dem Billerbecker Dom im Rahmen eines Wind-Festes entschied das Publikum, was am besten gefiel.

„Wir wollen junge Menschen früh für erneuerbare Energien interessieren“, erklärte vor Ort im BEP Herbert Thesing . Junge Menschen, so der Projekt-Initiator und Fachlehrer für Bau-, Holz- und Gestaltungstechnik am Pictorius-Berufskolleg, „sollten sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und merken: Ich kann etwas gestalten“. Da sein Kolleg eine technische Berufsschule ist, funktioniert der Zugang über technisches Verständnis und Handarbeit.

Das kommt auch bei Besuchern des Bioenergieparks an. Nicht wenige bleiben am Eingang stehen, sehen sich das gelbe Windradmeer an, diskutieren darüber, warum sich die eine Konstruktion dreht, eine andere gerade nicht. „Und wenn es sich auch nicht dreht, kann man doch etwas daraus lernen“, begründet Herbert Thesing, warum jedes Windrad ein Gewinn ist.

Dieses emsige Bienchen vom Privaten Gymnasium Buldern hat den Windrad-Wettbewerb gewonnen und ist Teil der Ausstellung.

Dieses emsige Bienchen vom Privaten Gymnasium Buldern hat den Windrad-Wettbewerb gewonnen und ist Teil der Ausstellung. Foto: Alfred Riese

Den Grundbausatz haben die Schulen vom Berufskolleg bekommen, hauptsächlich ein Wasserrohr-T-Stück, das mit einem Kugellager und Anschlussstellen aufgemotzt wurde. „Ein Windrad bauen ist schon ziemlich schwierig“, meint der Fachlehrer, „so haben es die Schüler etwas leichter“. Zusätzlich gibt es inzwischen den Experimentierkoffer Windkraft, mit dem sich verschiedene Rotor-Typen testen lassen.

Ein breites Spektrum dieser Typen lässt sich noch bis zum Beginn der Herbstferien (13. Oktober) im BEP besichtigen: eingeschnittene und aufgefächerte Flaschenhälse, schräg eingesetzte Deckel von Lackdosen, recycelte Plastiklöffel, handwerklich geformtes Holz oder der Klassiker: Trapezblech im Fahrradreifen wie ein Western-Windrad auf einer Farm. Blumen, Schmetterlinge, Fidget-Spinner oder holländische Windmühlen sind künstlerische Motive.

Die nächste Runde des Projekts soll auch Schüler aus Frankreich und den USA einladen, kündigen Herbert Thesing und Peter Engler, Bildungsassistent im ASL, an. Im Februar gibt es dazu ein Startseminar für Lehrer.

Zum Thema

Kontakt: Außerschulischer Lernstandort Saerbecker Energiewelten, Peter Engler, E-Mail info@saerbecker-energiewelten.de

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