Leckendes Nahwärmenetz im Bioenergiepark
Neubau wird vorangetrieben

Saerbeck -

Die Fernwärmeleitung im Bioenergiepark leckt. Und muss dringend erneuert werden, so Bürgermeister Wilfried Roos. Den großen Brocken, den Neubau für rund 700 000 Euro, hat der Rat am Donnerstagabend zwar noch nicht beschlossen, aber die Bereitstellung von 60 000 Euro Planungskosten. Große Kritik kam von der UWG.

Samstag, 28.09.2019, 10:00 Uhr
Zu Testzwecken freigelegte Leitungsabschnitte des Nahwärmenetzes im Bioenergiepark.
Zu Testzwecken freigelegte Leitungsabschnitte des Nahwärmenetzes im Bioenergiepark. Foto: Alfred Riese

Der Bürgermeister erklärte in der Ratssitzung, dass die Leckage nicht geortet werden könne. Eine Fachfirma habe die Erneuerungsbedürftigkeit festgestellt. Die Verwaltung will das Projekt schnell voranbringen, da im kommenden Winter 20 000 Euro notwendig wären, um die Leitung in Betrieb zu halten. Roos warb darum, 60 000 Euro für die weitere Planung bereitzustellen, um im Dezember entscheiden zu können. Er wolle nicht die Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 abwarten. Einen möglichen Baubeginn visierte er schon im Winter an.

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Willebrandt sah ebenfalls die Notwendigkeit der Maßnahme und sprach sich für eine außerplanmäßige Bereitstellung der Planungskosten aus. Dem schlossen sich SPD und Grüne an, wobei sich der Grünen-Fraktionschef Joost Sträter für eine schnelle Entscheidung stark machte, um günstigere Preise bei den entsprechenden Firmen erzielen zu können. Darauf hatte Bauamtsleiter Andreas Fischer in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses hingewiesen.

Für die UWG dagegen gehört das Thema in die Haushaltsplanungen für das Jahr 2020. Mechthild Lüggert , Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wähler, betonte, dass man vor den Beratungen noch keine Fakten schaffen wolle. Eine Dringlichkeit verneinte sie, was auf Kritik von Bürgermeister Roos stieß. Er verwies noch einmal auf die drohenden 20 000 Euro im Winter zur Instandhaltung.

Mechthild Lüggert ging noch einen Schritt weiter und sagte auch Nein zu den Planungskosten. „Dann gehen Sie volles Risiko“, wurde Roos deutlich. Bei einer größer werdenden Leckage würden die Kosten „eklatant nach oben schnellen“. Zudem drohten durch die Rückspülung der wöchentlich 2000 Liter auslaufenden Heizflüssigkeit umweltschädliche Chemikalien auszutreten. „Warum steht das nicht in der Vorlage?“, fragte Lüggert. Der Bürgermeister verwies darauf, das die Erkenntnisse neu seien.

Der Rat entschied die außerplanmäßige Bereitstellung von 60 000 Euro für die Planungskosten (drei Gegenstimmen der UWG). Das Thema kommt dann im Dezember wieder auf die Tagesordnung.

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