Florian Bücker im Interview
Verwurzelung und vermeintlicher Downgrade

Saerbeck -

Florian Bücker ist gerade rechtzeitig aus dem Urlaub zurückgekommen, um sich vom CDU-Vorstand als Bürgermeisterkandidat öffentlich nominieren zu lassen – und um Fragen unseres Mitarbeiters Alfred Riese zu beantworten.

Samstag, 05.10.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 05.10.2019, 20:00 Uhr
Florian Bücker bei der Mitgliederversammlung der Saerbecker CDU mit Informationen zum Gemeindehaushalt.
Florian Bücker bei der Mitgliederversammlung der Saerbecker CDU mit Informationen zum Gemeindehaushalt. Foto: Alfred Riese

Ihr Vater, Alfons Bücker , Vorsitzender der Kolpingsfamilie, hat bei der ersten Bürgermeister-Direktwahl 1999 gegen den damaligen Gemeindedirektor und heutigen Dauer-Bürgermeister Wilfried Roos kandidiert. Liegt diese Ambition in der Familie?

Bücker: Das politische Interesse und die Freude an der Mitgestaltung liegen auf jeden Fall in der Familie. Meine Mutter war von 1994 bis 1999 für die CDU im Gemeinderat, so dass ich früh mit der Kommunalpolitik in Verbindung gekommen bin.

Sie haben mal gesagt: Die Kindergartenzeit in Saerbeck ist sehr wichtig für die sozialen Kontakte im Dorf. Wo sehen Sie durch ihre tiefe Verwurzelung in Saerbeck Vorteile gegenüber einem auswärtigen Bewerber?

Bücker: Ich kenne viele Saerbecker persönlich und viele Saerbecker kennen mich. Sei es durch die Vereine, durch die gemeinsame Jugendzeit oder durch die Politik. Dadurch ist aus meiner Sicht der Kontakt zu einander einfacher, und es gibt keine Hemmschwelle zur direkten Kontaktaufnahme.

Ihre Kandidaten-Kür durch den Ortsverein vorausgesetzt: Wie wollen Sie danach Ihre aktuellen politischen Ämter (stellvertretender Bürgermeister, Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses) von Ihrer Bürgermeister-Kandidatur trennen? Ist das überhaupt nötig?

Bücker: Insbesondere das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ist ganz klar überparteilich, in dieser Funktion repräsentiere ich die Gemeinde Saerbeck. Auch aktuell trenne ich ganz klar zwischen den öffentlichen Ämtern und den Interessen als CDU-Mitglied, wie ich sie als Ratsmitglied vertreten kann.

Der auswärtige Quereinsteiger mit drei unterstützenden Parteien hinter sich auf der einen Seite, das Saerbecker Urgestein für die CDU auf der anderen Seite: Auf die Saerbecker kommt ein Wettbewerb völlig unterschiedlicher Ansätze zu. Was zeichnet den Ansatz der CDU und von Ihnen aus?

Bücker: Als Saerbecker Bürger liegt mir die Gemeinde sehr am Herzen, daher bin ich seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. Ich möchte die weitere Entwicklung gerne in verantwortungsvoller Position mitgestalten. Mir sind die Eigenarten und Besonderheiten von Saerbeck bekannt und ich kenne Land und Leute. Daher hoffe ich hier, gemeinsam mit den anderen Vertretern der CDU, gute Lösungen zu finden.

Wenn man Ihre Vita liest, dann wirkt das Bürgermeisteramt in einer 7200-Einwohner-Gemeinde fast schon wie ein Downgrade. Andererseits haben der Terminkalender, das Arbeitspensum und das Themenspektrum des Amtsinhabers einen enormen Umfang. Dazu die Belastung durch den Wahlkampf. Was motiviert Sie dazu anzutreten?

Bücker: Ich freue mich auf die bevorstehende Zeit! Ich habe mich schon immer gern in verschiedenen Funktionen in das öffentliche Leben in Saerbeck eingebracht. Sei es als Jugendgruppenleiter, in den Vorständen diverser Vereine oder in der Politik. Ehrenamt wird hier sehr groß geschrieben und das möchte ich weiter pflegen. Die weitere Entwicklung und das Miteinander in Saerbeck sind für mich wichtig. Als Bürgermeister könnte ich an wesentlicher Stelle daran mitarbeiten, dass die positive Entwicklung von Saerbeck weiter geht.

Weil ich auch bei Herrn Lehberg nach dieser einen politischen Positionierung gebohrt habe: Wie stehen Sie zum Projekt Klimakommune?

Bücker: Die Klimakommune ist das Aushängeschild der Gemeinde Saerbeck. Rat und Verwaltung haben hier vor Jahren die Zukunftsthemen richtig erkannt und die richtigen Pflöcke gesetzt. Gerade in der aktuellen Diskussion rund um das große Thema „Klima“ können wir hier weiterhin als Vorbild dienen. Die Entwicklung der Klimakommune sollte sinnvoll weiterverfolgt werden. Aktuell werden ja bereits erste Überlegungen unter der Überschrift „Klimakommune 2.0“ angestellt.

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