Jörg Madlener und Alaa Nasser beenden ihre Ausstellung im Bioenergiepark
Zur Finissage reiste ein Modell extra aus Dubai an

Saerbeck -

Die Innenwände des ehemaligen Bunkers wirken grau und kalt. Als einzige Farbflecken an den sonst kahlen Wänden stechen die Werke der Künstler Jörg Madlener und Alaa Nasser hervor. Diese zeigten am Samstagabend zum letzten Mal ihre Ausstellung „Dialog“ im ehemaligen Munitionsdepot, in dem Holzschnitte, Druckgrafiken, Malereien und Zeichnungen ausgestellt waren.

Dienstag, 08.10.2019, 09:24 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 16:24 Uhr
Alaa Nasser (v.l.), Modell Diana Al Khalil und Jörg Madlener bei der Finissage.
Alaa Nasser (v.l.), Modell Diana Al Khalil und Jörg Madlener bei der Finissage. Foto: Sina-Marie Hofmann

Prädestinierter hätte der Ort nicht sein können: „Was hier ist, thematisiert eindeutig den Krieg“, erklärte Madlener bei der Finissage: „Aber man kann Krieg auch anders angehen, als zerstückelte Körper zu zeigen.“

Für Nasser sei es das erste Mal gewesen, dass er nicht direkt über den Krieg gemalt hat. Weibliche Gesichter waren auf allen Bildern zu erkennen. Nach genauem Hinschauen fiel auf: Das könnte dieselbe Frau sein. Doch nach Betrachten der Bildbezeichnung war klar, dass durchgehend zwei Frauen dargestellt wurden. Zum einen das Modell Madleners, die Jordanierin Suhair, zum anderen die gebürtige Syrerin Diana , die Nassers Modell war.

Zur Finissage reiste Diana Al Khalil extra aus Dubai an. Als die beiden Künstler entschieden, einen Dialog zu gestalten, dachte sie sich: „Wir tauschen unsere Frauen.“ Wieso die Ausstellung in Saerbeck stattgefunden hat, konnte Madlener schnell erklären: „Weil ich von Saerbeck in der New York Times gelesen habe.“ Ebenso fand er mit dem in Saerbeck ansässigen Nasser einen ambitionierten Künstler. Zunächst tauschten sich die Künstler über E-Mail und Telefon aus. „Dann ist Jörg Madlener nach Deutschland gekommen, und wir haben angefangen, zu malen“, erklärte Nasser. Zur Zusammenarbeit meinte er: „Ich bin 35, er ist 80 Jahre alt. Er ist gebürtiger Deutscher und wohnt in Amerika, ich bin gebürtiger Syrer und wohne in Deutschland. Das war schon sehr interessant.“

Madlener verbrachte nun drei Monate in Saerbeck und Umgebung. „Ich finde Saerbeck schon ausnehmend“, meinte der New Yorker zur 7000 Einwohner Gemeinde. „Wir haben unsere Zeit genossen“, erwiderte Nasser. Für Madlener geht es weiter mit der Ausstellung „Elegy for Syria“, die in der Königlichen Akademie Wissenschaft, Literatur und Schöne Künste in Brüssel am 18. Oktober eröffnen wird. Auf einem Tisch mit Holzschnitten lag ein einzelner Cent. Nasser erklärte: „Der Cent soll Glück bringen.“

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