Beim Bildhauerworkshop sprechen die Teilnehmer mit den Steinen
Von Frauen, die Bäume umarmen

Saerbeck -

Die Teilnehmer des Bildhauerworkshops, der am vergangenen Wochenende zu Ende ging, mussten neben Kreativität auch eine gehörige Portion Geduld mitbringen.

Mittwoch, 09.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 16:24 Uhr
Wie die Steine richtig bearbeitet werden, erfuhren die Teilnehmer des Workshops unter fachkundiger Anleitung.
Wie die Steine richtig bearbeitet werden, erfuhren die Teilnehmer des Workshops unter fachkundiger Anleitung. Foto: Luca Pals

Die Werkbank liegt voll: Hammer, Meißel, Rundeisen, Feilen oder Schleifkolben – das sieht richtig nach Arbeit aus. Und immer wieder wird Staub aufgewühlt: Bei der Bearbeitung von Stein kommt eben so einiges zusammen. Die Teilnehmer des Bildhauerworkshops, der am vergangenen Wochenende zu Ende ging, mussten neben Kreativität auch eine gehörige Portion Geduld mitbringen. Herausgekommen sind tolle Ergebnisse, die der Kunstverein im Bürgerhaus ausstellen wird.

An zwei Wochenenden – jeweils Samstag und Sonntag – trafen sich die interessierten Bildhauer in einer Werkstatt der Saerbeckerin Ulla Liesenkötter. Ob bereits erfahren oder noch ganz frisch in der Materie – das war hierbei egal. Unter der Anleitung von Kurt Kösters und Dr. Kai Dormann vom Kunstverein Saerbeck wurden etliche Techniken vermittelt. Kösters, der die Kunst einst von Künstlern aus Simbabwe, die in Saerbeck einen Bildhauerverein etabliert hatten, erlernte, sagt: „Die Bearbeitung von Steinen nötigt neben Kreativität auch Geduld ab. Für mich ist das immer auch wie eine Meditation.“

Anfänger sollten für gewöhnlich mit weichen Steinen beginnen. Es empfehlen sich Opal und Speckstein. Ganz hart und für die Fortgeschrittenen ist der Springstone. Die Steine bekommt der Kunstverein von Firmen aus dem Umkreis sowie direkt aus Simbabwe. Auch an Werkzeug mangelt es nicht. Kösters: „Da sind wir als Kunstverein wirklich gut aufgestellt.“ Sein Kollege Dormann, der lange Zeit Vorsitzender des Malkreises Grüne Erde aus Tecklenburg war, gibt das Stichwort: „Talking with the Stone.“ Auf Deutsch: Mit den Steinen sprechen. Er beschreibt: „Zuerst muss man die Form in einem Stein sehen. Sie haben alle verschiedene Ecken und Kanten. Daraus kann man bereits eine Figur ablesen.“

Gesagt, getan – Teilnehmer Andreas Nirmann aus Ibbenbüren sammelt seit zehn Jahren Erfahrung in der Branche und entwarf das Bild einer Frau, welche einen Baum umarmt: „Auf dem blanken Stein schaute eine Ecke heraus, die ich nutzen konnte. Da hat sich das einfach angeboten.“ Er war bereits in den vergangenen Jahren in Saerbeck dabei, für ihn bedeutet die Kunst „Entspannung und Ausgleich zur Arbeit“.

Neben Bäume umarmende Frauen entstand aber noch mehr: Zu sehen sind Eidechsen, Kerzen und vieles mehr – alles bald im Saerbecker Bürgerhaus. Der Kunstverein wird dort am 23. und 24. November die Kunstwerke ausstellen.

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