Volles Haus in der Festhalle Hövel bei Vortrag von Manfred Lütz
Mit dem Anti-Ratgeber zum Glück?

Saerbeck -

„Ich bin technisch unbegabt, ich bin Theologe“, sagte Manfred Lütz nach einigem hin und her mit dem Mikrofon zum Einstieg in seinen kabarettistischen Vortrag. Damit sorgte er am Donnerstag in der voll besetzten Festhalle Hövel beim Publikum für schallendes Gelächter.

Samstag, 12.10.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 12.10.2019, 10:20 Uhr
Manfred Lütz sorgte während seines Vortrags beim Publikum für so manchen Lacher.
Manfred Lütz sorgte während seines Vortrags beim Publikum für so manchen Lacher. Foto: Sina-Marie Hofmann

Nicht das einzige Mal an diesem Abend, an dem es um seinen neuen Anti-Ratgeber „Wie sie unvermeidlich glücklich werden“ ging.

Der Psychiater, Psychotherapeut und Theologe Manfred Lütz startete mit einigen Anekdoten über Westfalen und über seine Heimat, das Rheinland, und brachte die Zuhörer immer wieder zum Lachen. „Diese ganze Glücks-Industrie funktioniert ja nur, weil sie nicht funktioniert“, kam er dann auf sein Buch zu sprechen. Die Glücksratgeber suggerierten, dass diese kompetenter seien als jemand selbst. Er erklärte: „Es gibt sieben Milliarden unterschiedliche Glücksdefinitionen unter sieben Milliarden Menschen.“ Ebenso könne man nicht immer glücklich sein.

Als Lütz darüber redete, dass jedem Schmerz und Leid passieren könne, wechselte die Atmosphäre im Raum. Das Lachen wich einem besonnenen Stillschweigen. Aussagen wie „Jemand der dauernd über das Glück redet, ist es meistens nicht“ und „Die wichtigen Dinge des Lebens sind nicht definierbar“ regten zum Nachdenken an.

Voll waren die Stuhlreihen am Donnerstagabend in der Festhalle Hövel.

Voll waren die Stuhlreihen am Donnerstagabend in der Festhalle Hövel. Foto: Sina-Marie Hofmann

Im Laufe des Abends kam Lütz ebenso auf Erfolg zu sprechen. Es sei ein Synonym für Glück. Er erwähnte in diesem Zusammenhang: „Glück ist unmachbar.“

Ein Wechsel zwischen den sinnigen Aussagen Lütz’ und Anekdoten aus seinem Leben – ob Beziehungsprobleme, jugendliche Töchter, Talkshowbesuche oder der Alltag in der Psychiatrie – lockerten die Stimmung immer wieder auf. Lütz sprach ebenso vom Tod und stellte fest: „Wenn ich jedem hier im Raum das genaue Datum seines Todes nenne, dann wird jeder ab morgen anders leben.“

Zum Ende hin kam Lütz auf den Glauben zu sprechen. „Die Krise des Christentums liegt an zwei Dingen. Erstens: Die Menschen glauben nicht mehr an Gott. Und zweitens stehen die Christen nicht mehr zu ihrem Glauben.“ Abschließend las Lütz eine der letzten Seiten seines Buches vor und betonte die Schönheit und Wahrheit der Welt, die das Leben erfüllten. Und erinnerte an die kleinen Dinge des Lebens, die einen glücklich machten. Dafür gab es lang anhaltenden Applaus.

Der Vortrag mit Manfred Lütz war Teil des Jahresprogramms des Arbeitskreises Kunst-Kultur-Kirche der St. Georg-Pfarrgemeinde und des katholischen Bildungswerks.

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