„Kettenträgerempfang“ im Rathaus
„Schützenvereine sind ein Eckpfeiler“

Saerbeck -

„Die Idee des Schützenwesens hat die Jahrhunderte überstanden und immer die Bewahrung von Grundwerten und den Glauben an Tradition hochgehalten.“ Dieser Aussage von Bürgermeister Wilfried Roos widersprach niemand am Freitagabend beim „Kettenträgerempfang“.

Sonntag, 13.10.2019, 20:00 Uhr
Ein Foto, das es nur ein Mal im Jahr gibt: Zum Empfang waren alle Majestäten der vier Saerbecker Schützenvereine ins Rathaus gekommen.
Ein Foto, das es nur ein Mal im Jahr gibt: Zum Empfang waren alle Majestäten der vier Saerbecker Schützenvereine ins Rathaus gekommen. Foto: Alfred Riese

Im Rathaus kamen – ebenfalls traditionell – kurz nach Kirmes die Majestäten der vier Saerbecker Schützenvereine, deren Vorstände und Ratsmitglieder zusammen. Neben der Gelegenheit zum Gespräch lockten wie üblich 50 Liter Freibier auf Kosten der Gemeinde.

Bürgermeister Roos schlug den Bogen über die Jahrhunderte. Von den ursprünglichen bürgerlichen Schutzgruppen und auch gegenseitiger Hilfe zwischen Nachbardörfern im 17. Jahrhundert zeugt heute die Friedenseiche zwischen Emsdetten und Saerbeck an der Sinninger Mühle.

„Saerbeck war immer ein Dorf mit Bewusstsein für Traditionen und zugleich offen für Neues“, stellte Roos fest. Für dieses Denken seien die Schützenvereine „ein Eckpfeiler“. Bei der Frage, wie man Traditionen weiterentwickeln könnte, fielen dem Bürgermeister ein muslimischer oder homosexueller Schützenkönig ein – dieser Gedanke blieb erst einmal im Raum stehen. „Man lebt zusammen und man feiert zusammen“, so beschrieb Roos eine Leistung des Schützenwesens im Dorf als „Pfund zum Wuchern“. Auch in Saerbeck lebende Migranten würde das als Tradition wahrnehmen. Er erwarte mit zunehmender Integration auch Interesse von Migranten am Mitfeiern, sagte Roos.

Zur Vergabe des ersten Heimatpreises stellte der Bürgermeister klar, dass „die schwierige Entscheidung im Gemeinderat keine gegen die Schützenvereine, sondern eine für den Heimatverein“ gewesen sei. Er ermunterte die Schützenvereine, sich ab 2020 erneut um den mit 5000 Euro ausgestatteten Preis zu bewerben.

Den in dieser Vollzähligkeit wohl nur einmal im Jahr versammelten, weit mehr als 20 Majestäten der Vereine gratulierte Bürgermeister zu ihren Ketten und Titeln. Mit dem Empfang im Rathaus wolle die Gemeinde den Vereinen auch „den Dank aussprechen für die Pflege des Brauchtums in Saerbeck“. Gedankt haben dürfte mancher König oder Kaiser zuvor den Vorstandsmitgliedern, die die sicher zwischengelagerten Ketten entwirrt hatten.

Die Anwesenheit beider stellvertretender Bürgermeister, Florian Bücker und Anne Raffel, und einiger Ratsmitglieder dürfte den Stellenwert zeigen, den die politische Gemeinde dem Kettenträgerempfang beimisst. Für Suppe, Getränke nach dem Freibier und den Service sorgte in diesem Jahr der Bürgerschützenverein Dorfbauerschaft-Middendorf.

Als Letzter die Tür zumachen sollte Florian Bücker, der selbst Schütze ist und außerdem Ratsmitglied und nominierter CDU-Bürgermeisterkandidat. „Den Rathausschlüssel hat er also schon“, scherzte man unter den Schützen.

Laut der jüngsten Basiszahlen der Gemeinde für die Vereinszuschüsse hatten die Schützenvereine Saerbeck-Dorf, Dorfbauerschaft-Middendorf, Sinningen und Westladbergen zuletzt zusammen rund 740 Mitglieder.

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