Verein deutscher Sprache hatte ins Bürgerhaus eingeladen
Allen saß der Schalk im Nacken

Saerbeck -

Schildkröten-Ballette, die Erlebnisse ganzer Hamstergenerationen – literarische Humoresken gab es am Samstagnachmittag im Saerbecker Bürgerhaus. „Schabernack und Geistesblitze“ – zu dieser Lesung hatte der Verein Deutsche Sprache (VDS) eingeladen. Und die Resonanz war so riesig, dass die vorgesehenen 120 Plätze nicht ausreichten, zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt werden mussten. „Freche Verse und flotte Gedanken“, so der Untertitel, wollte sich anscheinend niemand entgehen lassen.

Montag, 04.11.2019, 06:25 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 14:02 Uhr
Alle Aktiven, die für gute Laune sorgten, neben der Skulptur von Til Eulenspiegel.
Alle Aktiven, die für gute Laune sorgten, neben der Skulptur von Til Eulenspiegel. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Quasi programmatisch hockte ein riesiger Till Eulenspiegel aus Holz auf einem Bücherberg auf der Bühne. „Hier vorne neben mir ist einer der größten Narren der Literatur zu sehen. Heute sitzen die echten Narren woanders, wie zum Beispiel Herr Trump und ähnliche“, frotzelte Vorsitzender Günter W. Denz .

Politisch wurde es aber doch nicht, sondern heiter, besinnlich und witzig. Dafür sorgten bekannte und neue Gesichter des VDS , sowie der begnadete Musiker Franz Twickler am Klavier, denen allen der Schalk im Nacken saß.

So erzählte Günter W. Denz mit Worten von Erich Kästner, was passiert, wenn man sich aus lauter Prahlerei und um eine Wette zu gewinnen mit Klößen vollstopft. Ludger Kordt (2. Vorsitzender) amüsierte das Publikum mit Till Eulenspiegels lustiger Aktion, wie er Eulen und Meerkatzen buk und einen enormen Profit damit erzielte.

Peter Beutgen, „quirliger Mitarbeiter aus dem Vorstand“, so Denz, versetzte sich mit den Worten „Stellen Sie sich vor ich bin ein Pferd“ in einen Droschkengaul, Heiterkeitsgarantie inklusive. Das Urgestein der niederdeutschen Sprache Tönne Stein durfte auch nicht fehlen. In seinem „Winterver­gnoigen“ ging es um „dat Benetzken“ (Bernhard), das den Namen seiner Lehrerin in den Schnee pinkelte, sogar mit Bindestrich. Das Urinieren gab er zu, geschrieben habe es ein Mädchen.

Auch Ricarda Cronemeyer, Dagmar Dahmen, Günter P.J. Schliemann, Lilo Menzel und Gisela Strickmann ließen so manche Schabernacke und Geistesblitze durch den Saal huschen. Für den musikalischen Spaß war Franz Twickler zuständig, der sich einiges hat einfallen lassen, beispielsweise den zweiten Satz aus Joseph Haydns Symphonie Nr. 94 G-Dur. Damit die Zuhörer aus ihrem Nickerchen geweckt werden, baute Haydn den be-kannten „Paukenschlag“ mit ein. Wirkte auch auf dem Klavier und führte zu Lachern. Höchst amüsant war auch das Pariser Schildkrötenballett mit Jacques Offenbachs Zeitlupen-Cancan in der Basslinie von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Neben einer selbstkompo-nierten Symbiose von Beethovens 5. Symphonie mit „Yesterday“ von den Beatles und vielen mehr, trug Twickler „Rolf und die Hamster“ von der Kabarettistin Sarah Hakenberg vor, die er, wie er selbst sagte, „heimlich“ bei der „Ladies Night“ gesehen hat und das Schicksal von Hamster Piet Nr.1 bis 803 beleuchtete. Stilgerecht bekamen die Mitwirkenden von Tobias Liesenkötter gebackene Eulen, während das Publikum viel Applaus spendete.

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