Florian Bücker stellt sich als möglicher Roos-Nachfolger vor
Der Bürgermeister verschwand

Saerbeck -

Kurios begann die Mitgliederversammlung der CDU: Gastredner Bürgermeister Wilfried Roos verließ den Saal am Dienstagabend, bevor die Veranstaltung richtig anfing, und sorgte so für manch verwirrtes Gesicht.

Donnerstag, 07.11.2019, 12:00 Uhr
CDU-Mitgliederversammlung
CDU-Mitgliederversammlung Foto: Jan-Philipp Jenke

Er habe nicht gewusst, dass CDU-Bürgermeisterkandidat Florian Bücker das Forum nutzen wolle, sich vorzustellen, nannte die CDU-Vorsitzende Monika Schmidt als Grund. Der Bürgermeister wolle seine Neutralität bewahren.

„ Lächerlich“ war im Raum zu vernehmen. Monika Schmidt dagegen sagte im Anschluss an die Mitgliederversammlung, dass Roos’ Abgang zu erwarten war. Florian Bücker nutzte also die Zeit, sich bei den Parteimitgliedern vorzustellen. Dabei präsentierte er sich als Mann der Zahlen. Der ausgebildete Bankkaufmann (Kreissparkasse Steinfurt) ist heute bei der NRW.Bank in Münster (Förderbank, gehört zu 100 Prozent dem Land) tätig. Als sein großes Hobby nannte er den Gemeinde-Haushalt. „Ich bestehe auf Papier und lese ihn von vorne bis hinten. Ich habe Spaß daran“, erklärte er.

Mit der Lokalpolitik sei er erstmals 1994 in Kontakt gekommen, als seine Mutter Cornelia Bücker in den Gemeinderat einzog. „Als Zehnjähriger habe ich mir die Stimmenauszählung angeschaut.“ Einen Bürgermeisterwahlkampf hat er auch schon hinter sich. Vater Alfons Bücker trat 1999 gegen Wilfried Roos an und verlor.

Bürgermeisterkandidat Florian Bücker stellte seine Person bei der CDU-Mitgliederversammlung vor.

Bürgermeisterkandidat Florian Bücker stellte seine Person bei der CDU-Mitgliederversammlung vor. Foto: Jan-Philipp Jenke

Zur CDU sei er nicht von selbst gekommen. Alfons Günnigmann, der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende, habe ihn 2002/2003 angerufen und gefragt. „Damals habe ich nicht gedacht, dass das Gespräch so weitreichende Folgen haben wird.“ Mit 19 Jahren ist der heute 35-Jährige 2003 in die Saerbecker CDU eingetreten und mittlerweile seit zehn Jahren stellvertretender Vorsitzender. Für den Rat kandidierte er erstmals 2004, war aber Leidtragender des schlechten CDU-Ergebnisses. 2009 gewann er dann seinen Wahlkreis. Seit 2014 ist er erster stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Planungs-, Bau-, Umwelt- und Klimaausschusses.

Als „Ausgleich“ von Job und Politik bezeichnete Florian Bücker die Proben des Kolping-Blasorchesters mittwochabends. Er ist beziehungsweise war aktiv in der Kolpingjugend, im Jugendliturgiekreis, als Fußballer bei SC Falke, in der Landjugend, im Heimatverein, Förderverein Klimakommune, Schützenverein Dorfbauerschaft-Middendorf und mehr. 2016 war er Karnevalsprinz. „Da hatte ich schon mal die Rathausschlüssel“, scherzte er.

Sein breit gefächertes berufliches und privates Spektrum wolle er als Bürgermeister in Saerbeck einbringen. Und so gab es abschließend auch nur eine Nachfrage aus den Reihen der Mitgliederversammlung an den Kandidaten Bücker: Ob er schon Kontakt zu seinen Mitbewerber Dr. Tobias Lehberg gehabt habe? „Außer geschlossenen Sitzungen nicht“, antwortete Bücker. Dabei wird es wohl nicht bleiben.

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