Bürgermeisterkandidat Lehberg besuchte Stammtisch im MGH
Saerbeck kein Karrieresprungbrett

Saerbeck -

Bürgermeisterkandidat Florian Bücker hatte zuletzt seinen Auftritt bei der Mitgliederversammlung der in Saerbeck großen Partei CDU, die ihn nominieren will. Sein erklärter Konkurrent, Dr. Tobias Lehberg, setzt sich als unabhängiger, aber von UWG, SPD und Grünen unterstützter Bewerber seit einigen Wochen zu Bürgersprechstunden in Gaststätten und besucht Vereine oder Gruppen.

Samstag, 09.11.2019, 18:00 Uhr
Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Dr. Tobias Lehberg erzählte beim Stammtisch im Mehrgenerationenhaus von sich und wollte von den 22 Teilnehmern wissen, wo der Schuh drückt.
Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Dr. Tobias Lehberg erzählte beim Stammtisch im Mehrgenerationenhaus von sich und wollte von den 22 Teilnehmern wissen, wo der Schuh drückt. Foto: Alfred Riese

Wo der tief im Dorf verwurzelte Saerbecker Bücker ein Heimspiel hat, muss der parteilose Rechtsanwalt mit Wohnort Dinslaken regelmäßig anreisen, den Ort und die Einwohner erst kennenlernen. Am Donnerstag tat er das bei den 22 Teilnehmern des Stammtischs im Mehrgenerationenhaus (MGH), der ihn eingeladen hatte.

Tobias Lehberg erklärte eine dreiviertel Stunde lang, warum es ihn nach Saerbeck zieht, aus welchem Grund er unabhängig bleiben will, wofür er als Parteiloser steht und warum jemand Bürgermeister von Saerbeck werden kann, der nicht aus dem Ort kommt. Vor allem aber wollte er Fragen beantworten und erfahren, was Saerbecker an ihrem Dorf gut finden und woran man noch arbeiten müsse.

„Klimakommune hatten wir reichlich“, war dabei die allererste Aussage, die Lehberg aus dem kleinen Saal im MGH entgegenflog. Verloren gegangen sein könnten dabei das Alltägliche und die Ausgewogenheit, hieß es. „Viele Gemeinde wären froh, wenn sie eine Marke wie ,Klimakommune´ hätten“, antwortete Lehberg. Aber Saerbeck als Kommune könne sich nicht ausschließlich darüber definieren. Das Thema Wohnraum nannte Lehberg als „vordringlich“.

Weiter ging es im gegenseitig freundlichen Plauderton. Große Fußstapfen nach Amtsinhaber Wilfried Roos, vieles schon gerichtet oder vorgegeben? „Ich bin mir dessen bewusst. Aber wer weiß, vor welchen Herausforderungen Saerbeck in drei oder fünf Jahren steht“, blickte Lehberg voraus. „Wem trauen sie zu, zukünftige Probleme anzugehen“, fragte der Kandidat und Jurist zurück.

Als Kritik am Gemeinderat kann man die Aussage eines Stammtisch-Teilnehmers verstehen, dass das höchste Entscheidungsgremium der Gemeinde „ganz schön zahm“ sei mit vielen einstimmigen Beschlüssen. Neben dem Bürgermeister würde am 13. September 2020 auch ein neuer Rat gewählt, deutete Lehberg die Möglichkeit von Veränderungen bei den Mehrheiten im Rat an.

„Erschreckend wenig Interesse“ bei den Saerbeckern an der Mitarbeit beim Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek) stellte ein Teilnehmer fest und machte das Thema Autoverkehr motorisierten, im Ortskern auf, das einen Großteil des Gesprächs prägte. Dieses geringe Interesse wundere ihn, meinte Lehberg. Gerade im Kleinen, in Saerbeck, könnten Bürger doch viel mehr Einfluss nehmen als im Großen, zum Beispiel im Bund. Konkret weiß der Kandidat jetzt, dass es Bedarf für Cappucino-Trinken in einer Marktstraße als Fußgängerzone gibt und der Elterntaxi-Verkehr auf der Lindenstraße noch nicht zu jedermanns Zufriedenheit geregelt ist.

Dass er bereits im Wahlkampf ist, zeigte Tobias Lehberg, als er von sich aus aktuell umlaufenden Behauptungen entgegentrat, Saerbeck sei für ihn nur Karrieresprungbrett. Im Falle seiner Wahl versprach er einen schnellen Umzug mit der ganzen, vierköpfigen Familie nach Saerbeck und, dass er seine „Tätigkeit auf Dauer“ anlege.

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