Wohnanlage Teigelkamp setzt auf Selbstbestimmung
Caritasverband betritt Neuland

Saerbeck -

Als „gute Alternative zum Altenheim für alle Pflegegrade“ beschreibt Ansgar Kaul die Wohnanlage Teigelkamp. Der Neubau an der Emsdettener Straße strebt seiner Fertigstellung entgegen.

Montag, 11.11.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 09:50 Uhr
Gehen neue Wege für das Wohnen im Alter (v.l.): Bernward Stelljes, Ansgar Kaul und Doris Abeler vom Caritasverband mit Matthias Mört (Fachplanung Pflege) vor dem Neubau der Wohnanlage Teigelkamp an der Emsdettener Straße.
Gehen neue Wege für das Wohnen im Alter (v.l.): Bernward Stelljes, Ansgar Kaul und Doris Abeler vom Caritasverband mit Matthias Mört (Fachplanung Pflege) vor dem Neubau der Wohnanlage Teigelkamp an der Emsdettener Straße. Foto: Caritasverband Emsdetten-Greven

Zusammen mit der „Fachplanung Pflege Matthias Mört “ (Ahaus) geht der Caritasverband Emsdetten-Greven, bei dem Kaul für den Fachbereich Hilfen für ältere und kranke Menschen verantwortlich ist, hier neue Wege in Sachen Wohnen im Alter.

Statt fester Vorgaben in einer stationären Einrichtung setzt das Konzept auf selbst bestimmte, gemeinschaftlich organisierte, ausschließlich ambulante Strukturen, erklärt Matthias Mört. „Ein spannendes Modell für sehr autonomes Wohnen im Alter“, sagt Ansgar Kaul. Der Caritasverband und die „Fachplanung Pflege“ laden schon jetzt zu zwei Infoveranstaltungen in Saerbeck ein am Donnerstag, 12. Dezember, und am Dienstag, 7. Januar 2020, jeweils ab 19 Uhr.

Die Wohnanlage Teigelkamp bietet für Menschen der Generation Ü65 unabhängiges betreutes Wohnen für 19 Parteien und im Erdgeschoss eine selbst verantwortete Wohngemeinschaft mit zwölf Individualbereichen für Menschen mit unterschiedlichem Pflege- und Hilfebedarf, erläutert Matthias Mört die Aufteilung des Gebäudes. Diese Individualbereiche sind mit Pantry-Küche, Bad, Wohn- und Schlafbereich konzipiert, beschreibt Mört. Hinzu kommen Gemeinschaftsbereiche für alle.

Das betreute Wohnen und besonders die Wohngemeinschaft werden nicht von einem zentralen Betreiber geführt. Das Konzept hat stattdessen zwei Säulen, die den Unterschied ausmachen. Das ist zum einen das individuelle Case-Management mit eigenem Büro im Gebäude. Betreuer der „Case Management Pflege GmbH“ begleiten die Senioren, fungieren als Kontaktpartner, Moderator der Wohnformen und Vertrauensperson und garantieren die Versorgungssicherheit.

Die zweite Säule sind die Dienstleistungen des Caritasverbands. Er kümmert sich um die gemeinschaftlichen Aufgaben der Alltagsbegleitung, Hauswirtschaft, 24-Stunden-Betreuung und den Hausnotruf. Darüber hinaus können die Mieter in der WG, unterstützt vom Case-Management, haushaltsnahe Hilfen, pflegerische Versorgung und andere Dienstleistungen beim Caritasverband oder auch bei anderen Anbietern in Auftrag geben. „Alles, was in den Wohnungen stattfindet, liegt in der freien Entscheidung der Mieter“, erklärt Ansgar Kaul. Nach der Startphase im ersten Jahr entscheidet eine Mieter- und Angehörigenversammlung selbstbestimmt und in eigener Verantwortung auch über die Anbieter für das Case-Management, die Gemeinschafts-Dienstleistungen und eventuelle Neueinzüge – eben eine WG.

Das Zusammenspiel zwischen Selbstbestimmung der Senioren, Case-Management als Dreh- und Angelpunkt der Versorgungssicherheit und den Dienstleistungen in ihrer ganzen Spannbreite „ist Neuland für uns“, gibt Ansgar Kaul gerne zu – und freut sich darauf. Der Caritasverband positioniere sich mit diesem neuen Konzept gerne in Saerbeck. Wichtiger als das Risiko der nur einjährigen Bindung wiegt für Ansgar Kaul die Chance, ein attraktives Angebot mit guten Perspektiven für Senioren aufzubauen, vernetzt im Ort und mit interessierten Saerbeckern, vom selbstständigen Leben im betreuten Wohnen „bis zum Schluss“.

Den Erstbezug kündigt Matthias Mört für April 2020 an, schreibt der Caritasverband.

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