Volles Bürgerhaus beim letzten Rezitationsabend von Kurt und Iron Kösters
Der Zauber des Abschieds

Saerbeck -

„Heute soll die 46. und die letzte Veranstaltung sein“, erklärte Bürgermeister Wilfried Roos am Sonntagabend bei der Begrüßung zum Poesieabend „Verklärter Herbst“.

Dienstag, 26.11.2019, 12:00 Uhr
Kurt und Iron Kösters bedankten sich beim Publikum und den Organisatoren für die tollen Veranstaltungen in den vergangenen rund 20 Jahren.
Kurt und Iron Kösters bedankten sich beim Publikum und den Organisatoren für die tollen Veranstaltungen in den vergangenen rund 20 Jahren. Foto: Sina-Marie Hofmann

Seit 1998 treten Kurt und Iron Kösters regelmäßig in Saerbeck auf und rezitieren bekannte Gedichte und Balladen aus den verschiedensten Epochen, immer in Begleitung von renommierten Musikern – diesmal Dr. Volker Leiß (Flöte) und Hans-Ralf Waterkamp (Gitarre).

Als letzte Liebeserklärung an die Poesie suchten sich die aus der Sendung „Wetten, dass . . .?“ bekannten Rezitatoren zum Nachdenken anregende, traurige, aber auch lustige Gedichte und Balladen aus, um das Publikum gebührend zu verabschieden. Schon etliche Minuten vor Beginn der Veranstaltung waren alle Karten ausverkauft. Mit dem Stück „Avalon“, eine Eigenkomposition von Leiß und Waterkamp, begann die Reise in die herbstlichen Tage. Danach rezitierte Kurt Kösters das Gedicht „Verklärter Herbst“, welches der Veranstaltung den Namen gab. Passend zum nächsten Stück – „Herr von Ribbeck“, geschrieben von Theodor Fontane – stand vor dem Rezitatoren eine Skulptur in Form einer Birne. Auch Iron Kösters nahm sich ein Gedicht von Fontane an – das bekannte „John Maynard“. Es folgten weitere musikalische Stücke und Rezitationen von Werken der Literaten Eugen Roth, Friedrich Nietzsche, Hans Magnus Enzensberger, Johann Wolfgang von Goethe und Eva Strittmann.

Ausverkauft war das Bürgerhaus, den Abschied des Duos wollten sich die Saerbecker nicht entgehen lassen.

Ausverkauft war das Bürgerhaus, den Abschied des Duos wollten sich die Saerbecker nicht entgehen lassen. Foto: Sina-Marie Hofmann

Die erste Pause wurde von Kurt Kösters durch die Rezitation des Gedichtes „Die Stadt“ von Theodor Storm eingeleitet, die das Leiß-Duo virtuos vertonte. Während der Pause viel auf, dass das jüngere Publikum fehlte. Kurt Kösters sprach es schon während seines Einstiegs an: „Literatur und Sprache haben nicht mehr denselben Stellenwert wie vor 15 Jahren.“ Trotz dessen hätte die Stimmung der Besucher und Künstler nicht besser sein können.

Das Ende der Pause läutete das Leiß-Duo mit dem Lied „Hiärwst“ ein und Kurt Kösters rezitierte erneut Werke bekannter Literaten wie Rainer Maria Rilke, Marie Luise Kaschnitz und Hermann Hesse. Passend dazu wurde die Skulptur der Birne durch die einer „Windfrau“ getauscht. Nach dem Gedicht „Das Gewitter“ von Georg Schwab wollte Iron Kösters das mit demselben Namen benannte Gedicht von Heinz Erhardt rezitieren – doch es gab ein Problem mit dem Mikrofon. Nach einem Ruf aus der letzten Reihe reagierte Kösters gekonnt und versuchte mit seiner eigenen Stimme laut genug zu sprechen, um auch die hinterste Reihe zu erreichen – und das tat er. Die nachdenkliche Stimmung des Publikums änderte sich schnell nach Ende der Rezitation in ein erfreutes Lachen. Danach erklärte Iron Kösters: „Und jetzt das gleiche noch einmal in musikalischer Form.“ Und das Leiß-Duo fing an zu spielen. Ein Ton wie ein Paukenschlag durchflog das Bürgerhaus – die Technik. Die Zuhörer lachten einen kurzen Moment, erholten sich von dem Schock und das Leiß-Duo begann einen mehr als gelungenen Neustart, der die entstandene Unruhe sofort in Stillschweigen umwandelte.

Verbeugung nach dem Programm.

Verbeugung nach dem Programm. Foto: Sina-Marie Hofmann

Es folgten weitere Gedichte und Lieder, und der Abend neigte sich schnell dem Ende zu. Kurt Kösters bedankte sich bei Albert Stakenkötter, Wilfried Roos und denjenigen, die diese Veranstaltung mehr als gelungen organisierten – Marlies Albers und Fred Wieneke. Auch ihren langjährigen Begleitern, Meinhard und Ingrid Gerding, sprachen sie einen großen Dank aus. Roos wiederum bedankte sich bei den Musikern und Rezitatoren und überreichte allen Mitwirkenden ein Präsent. Er hoffe immer noch darauf, dass es doch nicht der letzte Auftritt der Kösters war. Mit der letzten Rezitation Kurt Kösters, dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse, hätte er es selbst nicht besser sagen können. Denn in diesem heißt es: „Jedem Abschied wohnt auch ein Zauber inne.“

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