Bebauungspläne Eschgarten III und IV sollen auf den Weg gebracht werden
50 Bauplätze im Südosten?

Saerbeck -

Die „Schnüffelnasen“ des zweiten Geruchsgutachtens haben den Weg eröffnet für zwei – wenn auch kleinere – Neubaugebiete.

Freitag, 29.11.2019, 12:00 Uhr
Wenn die Bäume wieder Blätter tragen, könnte aus dieser Ackerfläche nördlich der Ortszufahrt Westladbergener Straße bereits ein Neubaugebiet geworden sein.
Wenn die Bäume wieder Blätter tragen, könnte aus dieser Ackerfläche nördlich der Ortszufahrt Westladbergener Straße bereits ein Neubaugebiet geworden sein. Foto: Alfred Riese

Während die älteren Verhandlungen zum Grunderwerb im Westen hinter der Hembergerner Straße vorerst ruhen, tut sich kurz vor dem ersten Advent im Südosten ein Türchen auf.

Es geht um eine Ackerfläche von drei Hektar nördlich der Westladbergener Straße, die an den bisher toten Stichweg am Ende von Niehoffs Blaike anschließt. Dazu kommen, mit etwas Abstand, 3,5 Hektar ab Höhe Telgenweg in Richtung Norden. In Anlehnung an das bestehende Wohngebiet tragen die beabsichtigten Bebauungspläne die Namen Eschgarten III und IV.

In der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch nannte Bürgermeister Wilfried Roos die Zahl von etwa 50 Bauplätzen mit je 500 Quadratmetern pro Gebiet als Größenordnung. Mit der Aussage „Planungsrecht bis Ostern 2020“ lehnte er sich weit aus dem Fenster.

Der Grund für die zeitliche Zuversicht ist eine zum Jahresende auslaufende Sonderregelung im Baurecht. Paragraf 13b des Baugesetzbuches erlaubt es Kommunen, kleinere Flächen mit direktem Anschluss an durchgängig besiedelte Ortsteile in einem sehr beschleunigten Verfahren zur Baureife zu bringen. Um diese Karte zu ziehen, müssen sich Rat und Verwaltung beeilen und das Verfahren bis Jahresende einleiten. Flächen, die auf dieser Art zu Bauland werden, müssen dabei anderswo in gleicher Größe aus der Regionalplanung verschwinden.

Für das Gebiet Eschgarten III gibt es bereits einen Flächennutzungsplan, daran erinnerte Florian Bücker ( CDU ), Vorsitzender des Ausschusses. Dieser Plan wurde allerdings seinerzeit zurückgezogen, weil ein Geruchsgutachten nach herkömmlicher Methode der Hochrechnung einen Riegel vorschob. Das zweite Gutachten, für das Experten ihre Nasen in den Wind hielten und tatsächlich rochen, kam zu anderen Ergebnissen, die die Geruchsimmissionen innerhalb der zulässigen Grenzwerte einordnen.

CDU, SPD, UWG und Grünen empfahlen einstimmig, die Schnellverfahren einzuleiten. „Wir sollten alles tun, um wieder Grundstücke verkaufen zu können, bevor unsere jungen Leute wegziehen und es dann eine Delle bei der Kinderzahl gibt“, erklärte Anne Raffel (CDU).

Sobald der Gemeinderat am nächsten Donnerstag dieses Votum bestätigt hat, muss die Verwaltung mit der Bezirksregierung und dem Regionalrat klären, wie der alte Flächennutzungsplan reaktiviert werden kann. Als Ergebnis der immer häufiger genutzten Nasen-Methode für Geruchsgutachten sei ein solches Verfahren „Neuland für die Bezirksregierung“, sagte Bauamtsleiter Fischer. Er geht deshalb von einer „gründlichen Prüfung“ aus. Angaben zum Stand des Grunderwerbs wollte er mit Verweis auf nicht-öffentliche Sitzungen nicht machen. Er bestätigte aber, dass Verhandlungen laufen. „Wir wären da nicht eingestiegen, wenn wir nicht mit einem Erfolg rechnen würden“, sagte er.

Die bisherige Ackerfläche östlich des bestehenden Wohngebiets ist weitaus größer als die beiden aktuellen Plangebiete. Randbemerkungen in der Planungsausschusssitzung deuten darauf hin, dass Verwaltung und Politik dort noch mehr Potenzial sehen.

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